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LokalsportMontag, 11. Mai 2009

Torgau guter EM-Gastgeber
Duell an der Seitenlinie: Der Italiener Ciacomo Beretta im Zweikampfmit Bruno Martignoni. Erst in den letzten 20 Minuten war Feuer im Spiel, das dann noch spannend wurde.
Foto: TZ/Th. Manthey


Von Henrick Landschreiber



Fußball (TZ). U17-Europameisterschafts-Endrunde Italien – Schweiz 1:3 (1:1). Als der griechische Schiedsrichter Georgios Daloukas am vergangenen Sonnabend im Torgauer Hafenstadion um 14 Uhr das Europameisterschafts-Endrundenspiel der U17 der Gruppe A zwischen Italien und der Schweiz anpfiff, waren die Torgauer Gastgeber und das Organisationsteam erleichtert. Seit Februar war eine gigantische Organisationsmaschinerie in Gang gekommen, um die hochgesteckten Anforderungen der UEFA in die Tat umzusetzen. Aber allen Beteiligten gelang eine Punktlandung. „Um ein solches Länderspiel auszurichten, gehört viel Idealismus dazu. Ich glaube, dass wir etwas für das Renommee des Torgauer Fußballs getan haben“, erklärte Heiko Trinks vom SC Hartenfels Torgau 04.

2550 Zuschauer, strahlender Sonnenschein, ein auf den Millimeter genau gestutzter Rasen, ein perfekter Ablauf und ein gutklassiges Spiel waren schließlich die Zutaten für eine gelungene Veranstaltung. Auf der Tribüne des Hafenstadions gab es ein Schaulaufen der regionalen Fußball- und Politprominenz, einige Späher der europäischen Topclubs hatten Platz genommen, um die Eleven der Squadra Azzurri und der „Nati“ der Eidgenossen zu begutachten. Die Spieler beider Mann-schaften spielen bei den Großvereinen ihres Landes von Inter Mailand, Juventus Turin und Florenz bis Grasshoppers Zürich und den FC Basel. Die Nationalfahnen beider Länder flatterten munter im Wind, die Werbebanden der UEFA-Werbepartner versprühten einen Hauch der großen, weiten (Fußball-) Welt in Torgau. Vom Anpfiff weg erlangte die italienische Nationalmannschaft ein Übergewicht. „Wir haben das bis zur 20. Minute sehr gut gemacht“, befand Trainer Pasquale Salerno.

Der auffällige El Sharaawy, ein klassischer Regisseur mit der Rückennummer zehn, spann im italienischen Mittelfeld die Fäden, zwang den schweizerischen Torwart Siegrist zu einer ersten Flugeinlage (5.). Beretta hätte den Abwehrriegel der Schweizer um ein Haar überlistet (14.). „In der ersten Halbzeit haben wir nicht so gespielt, wie wir es uns vorgenommen hatten. Italien war stark, meine Spieler dagegen zu ängstlich und vorsichtig“, erklärte der schweizerische Trainer Dany Ryser. Aber dann kam die 27. Minute, in der sich vielleicht die spielentscheidende Szene ereignete: Einen Steilpass klärte der italienische Schlussmann Perin per Notbremse auf Kosten eines Feldverweises. Der Schiedsrichter zeigte die Rote Karte und auf den Elfmeterpunkt. Nimeley verwandelte gegen Ersatzkeeper Bardi ganz sicher zum 0:1 (29.). Aber die Italiener steckten den Schock schnell weg: Beretta verwertete eine gestochene Vorla-ge von Fossati zum 1:1 (32.). „Ich habe trotz des Feldverweises weiter attackieren lassen, unsere Stürmer vorne gelassen“, stellte Pasquale Salerno fest. Aber die Schweizer stellten dagegen gleich auf drei Stürmer um, konnten den einen oder anderen heiklen Moment heraufbeschwören.

Zur Pause blieb es beim 1:1. In der zweiten Halbzeit machten die Schweizer mehr aus ihrer Überzahl. „Wir wussten, dass Italien müde werden würde, haben den Ball viel mehr durch unsere Reihen laufen lassen, bis sich die entscheidende Lücke auftat“, analysierte Dany Ryser. „Meine Mannschaft hatte die Möglichkeit auf ein zweites Tor. Die Gegentreffer sind aus meiner Sicht durch Zufälle und Fehler entstanden. Aber die Schweiz war gut organisiert und hat verdient gewonnen“, bilanzierte Pasquale Salerno, der sich als faires Verlierer erwies. Drei Minuten nach Wiederanpfiff prüfte El Sharaawy den schweizerischen Torwart Siegrist. Mit zu-nehmender Spieldauer zollten die Italiener der Unterzahl Tribut, ihre Offensive wurde zunehmend stumpfer. Das Schwei-zer Übergewicht wurde immer augenscheinlicher. Als Torwart Bardi einen weiten Flugball nicht zu fassen bekam, bugsierte Goncalves die Kugel über die Torli-nie (65.).

Ein herrlicher Kopfball von Kamber besiegelte den Sieg der Eidgenossen (74.), die von ihren weitgereisten treuen Fans mit dem typischen „Hopp Schwyz“ angefeuert und gefeiert wurden. Mit diesem Sieg schaffte die „Nati“ den Sprung zur U17-Weltmeisterschaft in Nigeria. Nach der Pressekonferenz schrieben die Schweizer immer noch fleißig Autogramme. Vielleicht waren in Torgau die kommenden Topstars von morgen zu Gast. Fast unbemerkt – zwischen VIP-Zelt und Zuschauerrängen – hatten viele fleißige Helfer schon mit dem Müllsammeln begonnen. Der Fußball-Alltag zog in Torgau wieder ein, aber das Länderspielzeugnis war ein sehr gutes…

Italien: Perin (27. RK/Bardi), Campoli, Camilleri (ab 74. Benedetti), Sini, Fossati, De Vitis (ab 60. Bianchi), El Sharaawy, Natalino, Beretta, Livertazzi (ab 28. raus), Crisetig; Schweiz: Siegrist, Goncalves, Kamber, Chappuis, Veseli, Nimeley, Buess (ab 58. Martignoni), Buff, Seferovic (ab 79. Nakic), Ben Khalifa (ab 77. Mijatovic), Xhaka; TF: 0:1 Nimeley (Elfer, 29.), 1:1 Fossati (32.), 1:2 Goncalves (65.), 1:3 Kamber (74.); SR: Georgios Daloukas (Griechenland); ZS: 2550



„So ein Spiel könnte öfters in Torgau stattfinden“

René Raack (40): Mir haben das Spiel und die Atmosphäre gefallen. Zunächst haben sich die Mannschaften zwar ziemlich abgetastet. Aber dann hat die Rote Karte den Ausschlag gegeben und mehr Leben in das Spiel gebracht. Es ist toll, dass Torgau mit seinem tollen Stadion für so ein Länderspiel ausgewählt wurde. So ein Spiel kann hier ruhig öfters ausgetragen werden.

Michele Bösigk
(24): Ich hätte nicht gedacht, dass so ein Spiel in Torgau stattfindet. Das Spiel hat mir gefallen. Vor allem die Italiener.

Helmut Appitz (51): Ein einwandfreies Spiel. Klasse, dass ein Länderspiel in Torgau ausgetragen wird. So kommt Torgau im Fußball wenigstens mal wieder ins Gespräch. Aber es hätten noch ein paar mehr Zuschauer kommen können.

Manja Richter:
Mir war egal, wer das Spiel gewinnt. Ich wollte bei so einem tollen Spiel nur dabei sein. Ich hätte nicht gedacht, dass Torgau für solch ein Spiel ausgewählt wird. Aber ich hätte mir mehr Zuschauer gewünscht. Ansonsten muss ich die teuren Getränke und Essenspreise bemängeln.

Kay Richard (18): Tolles Stadion, tolle Atmosphäre und ein tolles Spiel. Ich bin rundum zufrieden.

Günter Nicolaus (52): Ein gutes Spiel. Nur schade, dass es nicht Deutschland war. Alles wurde sehr gut organisiert, aber mit zu viel Polizei. Torgau könnte öfters Austragungsort einer solchen Partie sein. Markus C. Hörmann





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Die aktuelle Umfrage bezieht sich auf das Problem der festgelegten Lieferzeiten in der Torgauer Fußgängerzone. Von Bäckerstraße bis zur Schlossstraße können Händler nicht so, wie sie gerne wollen. Die von der Stadtverwaltung vor Jahren festgelegten Lieferzeiten sind mittlerweile zu einem echten Problem geworden. Nachdem die Heimatzeitung dies vor Kurzem zur Sprache gebracht hat, zeigte auch der Mitteldeutsche Rundfunk Interesse an dem von vielen Seiten kritisierten Umstand. Von 6 bis 10 Uhr und dann nochmals von 17 bis 22 Uhr – wer sich nicht dran hält riskiert ein Knöllchen. Verständlich, dass bei den Innenstadthändlern, die täglich Warenlieferungen im Empfang nehmen, der Unmut wächst. Wir setzen dem noch einen drauf und fragen: Braucht Torgau überhaupt die Fußgängerzone?




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