Objekte aus Bayreuther „Lohengrin"-Inszenierung

Bieterschlacht um den Schwan: Benefiz-Auktion von Rosa Loy und Neo Rauch übertrifft Erwartungen

Rosa Loy und Neo Rauch stehen in der Grafikstiftung Neo Rauch in Aschersleben vor dem futuristischen Schwan aus der „Lohengrin“-Inszenierung. Bei einer Benefiz-Auktion erzielte das Werk jetzt knapp 70.000 Euro.

Es dürfte eine der skurrilsten Kunst-Versteigerungen der vergangenen Jahre gewesen sein. Bis Sonntag konnten Interessierte beim Berliner Auktionshaus Grisebach Gebote für eine Isolator-Lampe mit Nachttisch, eine Mottenlaterne, einen Florfliegenflügel oder einen Flammenrucksack abgeben. Unter den Hammer gekommen waren 22 Originalobjekte, die das Leipziger Künstlerpaar Rosa Loy und Neo Rauch für die „Lohengrin“-Inszenierung 2018 bei den Bayreuther Festspielen geschaffen hatte, sowie eine 2020 entstandene Lithografie.

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Die Mindestgebote für die Objekte lagen zwischen 250 und 2000 Euro, die ursprüngliche Gesamtschätzung bei 15.500 Euro. Wie Grisebach am Dienstag mitteilte, kam bei der Online-Auktion mehr als das Achtfache dieser Summe zusammen: Der Gesamterlös liegt bei 128.000 Euro.

Rosa Loy und Neo Rauch: „Ein gelungener Coup“

Rosa Loy und Neo Rauch 2024 in ihrer Ausstellung in Aschersleben inmitten der von ihnen für die Bayreuther „Lohengrin“-Inszenierung geschaffenen Kostümen und Objekten. Ein Teil davon wurde jetzt für einen guten Zweck versteigert.
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„Was für ein gelungener Coup!“, sagten dazu Rosa Loy und Neo Rauch laut der Mitteilung. „Wir können uns freuen, denn das Resultat dieser Auktion übersteigt unsere Erwartungen. Wir denken, dass auch die Kinderoper in Bayreuth, der der Betrag zugutekommt, Anlass zur Freude hat.“

Die „Lohengrin“-Inzenierung von Yuval Sharon mit Christian Thielemann als Dirigent und dem als „Traum in Blau“ gefeierten Bühnenbild hatte 2018 Premiere auf dem Grünen Hügel. 2025 war sie dort zum letzten Mal zu erleben. Zur Versteigerung kam nun eine von beiden Künstlern kuratierte Auswahl an Kostümen, Requisiten und Teilen des Bühnenbildes. Das Auktionshaus verzichtete auf seine Einnahmen.

Bieterschlacht um futuristischen Schwan

Eine regelrechte Bieterschlacht löste der mehr an einen Stealth Fighter als einen Vogel erinnernde futuristische Schwan aus lackiertem glasfaserverstärktem Kunststoff aus. Mehrere Interessenten seien erst kurz vor Schluss aus der Deckung gekommen, so dass der Preis in den letzten Minuten noch einmal kräftig in die Höhe gegangen sei, berichtet Gisebach-Sprecherin Sarah Buschor. Am Ende standen 69.850 Euro zu Buche, fast das 35-fache des Startgebotes. Der „Schwan“ fliege nicht ins Ausland, er sei an einen Privatsammler in Deutschland gegangen, so Buschor. Mehr könne sie über die Identität des Käufers nicht sagen.

6350 Euro erzielte ein Schwert, die Mottenlaterne 5334 Euro. Drei Kostüme sind noch im Nachverkauf zu haben, das Mindestgebot lag hier bei 500 Euro.

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