Von Oschatz mit dem Deutschlandticket zum Weihnachtsmarkt – so geht’s
Oschatz. Für Oschatzer, die Freude an der Vorfreude haben, gehören der Weihnachtsmarkt und das Glühweinfest in Oschatz sowie ein Besuch in Leipzig zum mehr oder weniger festen Ausflugsprogramm im Advent. Ihr Vorteil: Sie sind schnell zu erreichen, auch mit Stadtbus oder Bahn.
Das erspart Debatten, wer aus der Freundesgruppe oder der Familie keinen Glühwein trinken darf, weil er fahren muss. Außerdem entfällt die Parkplatzsuche. Das 49-Euro-Ticket, auch Deutschlandticket genannt, bietet in diesem Jahr den Vorteil, dass etwas weiter entfernte Weihnachtsmärkte damit erreichbar sind. Und zwar ohne Tarifdschungel im Nahverkehr und Mehrkosten fürs Ticket. Günstig für den Genuss von Glühwein und anderem.
Der beste Eierpunsch
In Bautzen heißt der Weihnachtsmarkt Wenzelsmarkt. Der böhmische König gleichen Namens verlieh der Stadt 1384 Marktrecht. Mit Nahverkehrszügen ist man von Oschatz aus in knapp zwei Stunden am Ort des Geschehens, der historischen Innenstadt. Eingerechnet in diese Zeit ist die Busfahrt mit der Linie 11 vom Bahnhof zum Kornmarkt. Zu Fuß sollte man vom Bahnhof in die Innenstadt 20 Minuten einplanen. Dort stehen an mehreren Tagen Bläserkonzerte und Filmvorführungen auf dem Programm. Neben Kunsthandwerk und Geschenkartikeln finden die Besucher dieses Marktes natürlich auch ein breites Senfangebot vor. Einige Fans des Eierpunschs behaupten, dass es auf dem Wenzelsmarkt den besten seiner Art gibt. Die Zugfahrt beinhaltet einen Umstieg in Dresden-Neustadt oder einen Weiteren in Bischofswerda. Dazu nutzt man ab Dresden den Zug nach Liberec. Der nach Zgorzelec über Bautzen wartet in Bischofswerda am Nachbargleis. Die Rückfahrt am Abend dauert wegen der längeren Aufenthalte beim Umstieg im Schnitt zwei Stunden und zwanzig Minuten.
Da Bautzen auf dem Gebiet des Zweckverbandes Oberlausitz-Niederschlesien liegt, müsste man ohne Deutschlandticket ein Sachsenticket für den Trip zum Wenzelsmarkt lösen. Es kostet 27 Euro für eine und acht Euro für jede weitere Person. Maximal können damit fünf Erwachsene reisen. Am Fahrkartenschalter ist das Ticket teurer als am Automaten oder bei einer Online-Buchung.
Mit der S-Bahn zur Bergparade
Stündlich zur Minute 14 fährt in Oschatz der Regionalexpress nach Leipzig ab. Von dort aus erreicht man einige interessante Weihnachtsmärkte. Zum Beispiel den in Zwickau. Dazu muss man zum Tiefbahnsteig und mit der S5 oder S5X weiterfahren. Einer der Höhepunkte des Zwickauer Weihnachtsmarktes ist die Bergparade am 16. Dezember. Kulinarisch ist der Mutzbraten ein Reisegrund. Die aus dem Altenburger Land stammende Spezialität gibt es selten und nur an wenigen Orten. Wie in Bautzen ist der Markt, hier: der Hauptmarkt, recht weit vom Bahnhof entfernt. Der Bus der Linie 10 bringt einen bis zum Neumarkt. Wem dann der Fußweg immer noch zu weit ist, der kann für den kurzen Rest der Strecke die Straßenbahnlinie 3 nutzen.
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Die Fahrt über Riesa und Chemnitz nach Zwickau ist wegen des Schienenersatzverkehrs zwischen dem dortigen Hauptbahnhof und dem Bahnhof Siegmar möglich, verlangt dem Reisenden aber einen zusätzlichen Umstieg ab. Wie nach Bautzen wäre auch nach Zwickau ohne Deutschlandticket der Kauf eines Sachsentickets nötig.
Leberbrötchen und 50 Sorten Glühwein
In Leipzig kann man außerdem in den RE 13 nach Magdeburg umsteigen. Dazu hat man in der Regel eine knappe Viertelstunde Zeit. Vom Nord- oder Ostausgang des Magdeburger Hauptbahnhofes sind es jeweils nur zwei Stationen mit den Straßenbahnlinien 1, 4, 6 oder 8 bis zum Alten Markt, wo der Weihnachtsmarkt stattfindet. Zu den kulinarischen Spezialitäten dort gehört das Leberbrötchen. Der Magdeburger Weihnachtsmarkt wirbt mit einer nordischen Meile, einem historischen Markt – der Kaiser-Otto-Pfalz – und einem 38 Meter hohen Riesenrad. Außerdem gibt es laut Veranstalter 50 verschiedene Glühweinsorten. Auch für Fahrten von Oschatz nach Sachsen-Anhalt könnte man das Sachsenticket nutzen.
Zweifellos ist der Striezelmarkt der bekannteste Dresdner Weihnachtsmarkt. Sehenswert, weil er aus der Masse heraussticht, ist der Weihnachtsmarkt im Stadtteil Loschwitz, in Sichtweite des Blauen Wunders. Hier findet man echte Kunsthandwerker und nicht nur Personal, das Kunsthandwerk verkauft. Wer der Bratwurst Süßes vorzieht, wird am Stand mit den Hefeklößen fündig, die in verschiedenen Rezepturen mit unterschiedlichen Soßen angeboten werden.
Im Regionalexpress zum Alex
Fazit: Es lohnt sich nicht, für einen einzigen Weihnachtsmarktbesuch ein Deutschlandticket zu kaufen. Mit dem Sachsenticket hat der Sachse eine Möglichkeit, ausgedehnte Fahrten mit dem Nahverkehr zu unternehmen. Für alles außerhalb von dessen Gültigkeit wäre das Quer-durchs-Land-Ticket nötig. Es kostet für eine Person 44 Euro und für jede weitere acht Euro mehr.
Damit käme man tatsächlich auch günstig nach Berlin. Umsteigen in Elsterwerda ist naheliegend. Wie weit man von dort mit der Regionalbahn fährt, hängt davon ab, welchen der mehr als 80 Weihnachtsmärkte in der Hauptstadt man besuchen möchte.
Mit dem 49-Euro-Ticket auf den Weihnachtsmarkt
Bautzen:
1. bis 22. Dezember, freitags und sonnabends von 11 bis 21 Uhr, sonntags bis donnerstags: 11 bis 20 Uhr
Kürzeste Fahrzeit ab Bahnhof Oschatz (Stunden:Minuten): 1:55
Zwickau:
28 November bis 22. Dezember, täglich 11 bis 20 Uhr
Fahrzeit: 2:50
Dresden Loschwitz
2. bis 17. Dezember, montags bis donnerstags 13 bis 20 Uhr, freitags: 13 bis 21 Uhr, sonnabends 11 bis 21 Uhr, sonntags 11 bis 20 Uhr
Fahrzeit: 1:30
Magdeburg:
27. November bis 29. Dezember – außer 24./25. Dezember
freitags und sonnabends 11 bis 23 Uhr, sonntags 11 bis 20 Uhr, montags bis donnerstags 11 bis 22 Uhr
Fahrzeit: 2:35
Berlin, Alexanderplatz:
27. November bis 26. Dezember
täglich 10 bis 22 Uhr, am 24. Dezember 10 bis 16 Uhr
Fahrzeit: 2:55
Sollte es jener auf dem Alexanderplatz sein, der mit Riesenrad und Rummel lockt, dann kann man bis zum Hauptbahnhof fahren und von dort aus zum Beispiel die S3 oder die U5 nutzen. Verschiedene Routenplaner zeigen aber auch Verbindungen von Oschatz mit dem Regionalexpress in Richtung Dresden bis Priestewitz und weiter über Senftenberg an.