Christine Prayon hat ZDF-„heute-show“ verlassen: Machen „Stimmung gegen Andersdenkende“
Mehr als zehn Jahre war die Kabarettistin Christine Prayon in ihrer Rolle als „Birte Schneider“ in der „heute-show“ zu sehen, inzwischen hat sie die Zusammenarbeit mit der ZDF-Sendung beendet. Als Grund nennt sie in einem Interview mit der Wochenzeitung „Kontext“, dass dort Andersdenkende der Lächerlichkeit preisgegeben würden – zuerst im Zusammenhang mit Corona, inzwischen auch rund um den Krieg in der Ukraine.
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Zur vollständigen Ansicht„Die ‚heute-show‘ hat sich geändert. Ich bin seit 2011 dabei gewesen und habe das sehr gerne gemacht. Aber ich muss mich identifizieren können mit einer Rolle, das ist eine politische Satiresendung und keine Rolle wie im ‚Tatort‘“, sagte Prayon in dem Interview. Sie habe mit der Art, wie dort die großen gesellschaftlich prägenden Themen seit Corona behandelt würden, zunehmend Bauchschmerzen bekommen. „Satire darf sich nicht daran beteiligen, den Diskurs zu verengen. Und jetzt findet genau dies wieder statt beim Krieg in der Ukraine.“
In der „heute-show“ würden „Narrative und Positionen von Gruppen, die gesellschaftlich in der Hierarchie weit oben stehen, unablässig wiederholt und gleichzeitig wird Stimmung gegen Andersdenkende gemacht“, so Prayon. Das habe nichts mehr mit Satire zu tun.
Christine Prayon: Böhmermann treibt Spaltung voran
Für eine zukünftige Zusammenarbeit sei ihr die Tür offen gelassen worden, „falls ich das mal wieder anders sehen oder mich wohlfühlen sollte. Das finde ich auch schön. Aber ich habe diesen Schlussstrich für mich gezogen“, so die 49-Jährige.
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Zur vollständigen AnsichtInsgesamt sei sie keine Freundin mehr von Satiresendungen, sagte Prayon, die auch Jan Böhmermann deutlich kritisiert: „Auch er hat die gängigen Narrative verstärkt. An eine Sendung kann ich mich noch gut erinnern. Da ging es um Nichtgeimpfte, und dann lehnte er sich zurück und zeigte zwei Stinkefinger.“ Das sei Spaltung. Gerade bei Corona habe die Fernsehsatire keine rühmliche Rolle gespielt. „Da finde ich mich nirgendwo mehr wieder.“
RND/seb