Verfassungsschutz warnt

Rechtsextreme kaufen Immobilien im Osten auf – Sachsen stark betroffen

Der sächsische Verfassungsschutz will stärker gegen den Immobilienkauf rechtsextremer Netzwerke vorgehen.

Magdeburg. Rechtsextreme nutzen vor allem Immobilien in den ostdeutschen Bundesländern. Das teilte das Innenministerium Sachsen-Anhalt am Montag in Magdeburg mit. Es bezog sich dabei auf Zahlen vom Verfassungsschutzverbund von 2022.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Demnach befanden sich 2022 61 Prozent der bundesweit 210 rechtsextremistisch genutzten Immobilien in den Bundesländern Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin. Insgesamt hat sich die Zahl der erfassten, rechtsextremistisch genutzten Immobilien seit 2017 fast verdoppelt (136 Objekte).

Zahl rechtsextremistisch genutzter Immobilien in Ostdeutschland besonders hoch

In Sachsen waren es 2022 28 Objekte. Damit liegt der Freistaat den Angaben zufolge sowohl im ostdeutschen als auch im bundesweiten Vergleich auf Platz zwei hinter Sachsen-Anhalt (33 Objekte), es folgen Thüringen (23 Objekte) und Brandenburg (22 Objekte). Die Statistik zeige deutlich, dass die Zahl rechtsextremistisch genutzter Immobilien in Ostdeutschland und insbesondere in Mitteldeutschland überproportional hoch ausfalle. Während etwa die Einwohner Sachsens 4,8 Prozent der gesamtdeutschen Bevölkerung ausmachen, liegt der Anteil bei den Immobilien bei 13,3 Prozent.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) erklärte: „Der Immobilienbesitz ist nicht nur ein Statussymbol, sondern wegen der bei Veranstaltungen erzielten Einnahmen auch fester Bestandteil eines Szene-internen Finanz- und Wirtschaftskreislaufs.“ Rechtsextremisten solle es so schwer wie möglich gemacht werden, Immobilien zu erwerben oder verfassungsfeindliche Veranstaltungen auszurichten. Innenministerium, Landesdirektion, Landesamt für Verfassungsschutz und Polizei würden mit entsprechenden Maßnahmen „diesen Rechtsextremisten immer wieder Nadelstiche versetzen“, so Schuster.

Lesen Sie auch

Zur Aussagekraft der Zahlen hieß es, der kontinuierliche Anstieg der Gesamtzahl der Immobilien könne die Folge einer intensivierten Erfassung des Phänomens sein. Da die Daten von den jeweiligen Landesbehörden erhoben und ausgewertet werden, sei eine nach unterschiedlichen Schwerpunkten erfolgte Erfassung der Objekte nicht auszuschließen.

Schon 2020 hätten sich die ostdeutschen Länder im Rahmen einer Sicherheitskooperation darauf verständigt, sich stärker zu diesem Thema auszutauschen. Entstanden sei nun eine Handreichung, die die Situation darstelle. Sie enthalte auch Empfehlungen an Verantwortungsträger in den Kommunen und private Immobilienbesitzer, wie Kaufversuche verhindert werden können.

TZ Inhalte als bevorzugte Quelle markieren — dann erscheinen unsere Artikel häufiger in Ihren Google-Schlagzeilen.Inhalte in den Google-Schlagzeilen bevorzugen?
Bevorzugen