Verdi-Streik ab Mittwoch: Nahverkehr in vielen Teilen Sachsens betroffen
Leipzig. Im Kampf um mehr Lohn hat die Gewerkschaft Verdi sächsische Nahverkehrsbetriebe erneut zum Warnstreik aufgerufen. Von Mittwoch bis Sonntagfrüh um 6 Uhr sollen die Mitglieder ihre Arbeit niederlegen, wie die Gewerkschaft am Dienstag mitteilte.
Demnach seien die Nahverkehrsbetriebe des Arbeitergeberverbands Nahverkehr (AVN) betroffen. Der AVN operiert in den Landkreisen Zwickau, Erzgebirgskreis, Mittelsachsen, Meißen, Sächsische Schweiz/Osterzgebirge, Bautzen, Görlitz sowie in Plauen, Chemnitz und Dresden. Das schließt nach Angaben von Verdi folgende Betriebe ein:
- Regionalverkehr Westsachsen GmbH Zwickau
- Euro Traffic Partner Chemnitz
- REGIOBUS Mittelsachsen GmbH
- Regionalverkehr Erzgebirge GmbH
- Verkehrsgesellschaft Meißen mbH
- Dresdner Verkehrsservicegesellschaft mbH
- Regionalverkehr Sächs. Schweiz-Osterzgebirge GmbH
- Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda mbH
- Regionalbus Oberlausitz GmbH
- Görlitzer Verkehrsbetriebe
Zusätzlich sollen die DB Regio Bus Ost GmbH (Niederlassung Zittau), der Omnibusverkehr Oberlausitz Niesky und die Straßenbahn-Bus GmbH Plauen, welche den Tarifvertrag ebenfalls in Anwendung haben, in die Warnstreiks involviert sein, so die Gewerkschaft. Leipzig sowie die Landkreise Leipzig und Nordsachsen sind daher nicht vom Streik betroffen.
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Die Entscheidung für den Streik sei das Ergebnis einer Mitgliederbefragung zum jüngsten Angebot der Arbeitgeber, das damit abgelehnt wurde. Verdi fordert für die Angestellten im Nahverkehr eine Lohnerhöhung von mindestens 22 Prozent.
Streik zu den Abiturprüfungen? Kultusminister übt Kritik
Der mehrtägige Arbeitsausstand ab Mittwoch überschneidet sich mit einigen Terminen für die Abiturprüfungen, die einige Schülerinnen und Schüler in Sachsen derzeit absolvieren. So stehen von Mittwoch bis Freitag Prüfungen in den Fremdsprachen sowie in Kunst, Musik und Sport an.
Die angekündigten Streiks im Nahverkehr könnten vor allem für einige Schülerinnen und Schüler aus dem ländlichen Raum zum Problem werden, findet Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU).„Die Streikpläne von Verdi müssen überprüft werden. Wir haben Abiturprüfungen. Die Schülerinnen und Schüler dürfen hier nicht zum Spielball werden“, kritisiert er in einer Mitteilung des Kultusministeriums. Dieses wolle Schulen nun informieren, dass sie den Prüfungsbeginn nach hinten verschieben können, sollten Abiturienntinnen und Abiturienten aufgrund des Streiks nicht pünktlich erscheinen, hieß es.
Auch für den letzten Verdi-Streik im Nahverkehr hagelte es mancherorts Kritik, vor allem in der in der Pleißestadt: Dieser fand im März zeitgleich mit der Leipziger Buchmesse statt und sorgte entsprechend für überfüllte S-Bahnen.