Jahrelang von Abschiebung bedroht

Vietnamesische Familie Pham-Nguyen erhält Aufenthaltserlaubnis

Die Familie Hoa Nguyen, Tochter Emilia und Pham Phi Son aus Chemnitz hat lange für eine Aufenthaltserlaubnis gekämpft.

Dresden/Berlin. Die Berliner Ausländerbehörde hat dem 67 Jahre alten, vietnamesischen Pham Phi Son, dessen 49-jährigen Frau Hoa Nguyen und der achtjährigen Tochter Emilia eine Aufenthaltserlaubnis bis Juni 2027 erteilt. Damit endet für die Familie ein jahrelanger Zustand der Duldung, wie der frühere SPD-Landtagsabgeordnete Frank Richter mitteilte. „Ich bin heilfroh“, sagte er.

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Die entsprechenden Dokumente seien der Familie am Donnerstag übergeben worden. Richter, der sich seit Jahren für die Familie einsetzt, lobte das Engagement zahlreicher Unterstützer und kritisierte zugleich die sächsischen Behörden. „Ich frage mich, warum die Berliner Behörde einen rechtskonformen Weg fand, den man in Chemnitz nicht zu erkennen vermochte.“

Seit 2017 drohte die Abschiebung

Für Familie Pham-Nguyen endet damit ein mehr als acht Jahre währender Kampf gegen die Abschiebung. Phi Son lebte seit 1987 im ehemaligen Karl-Marx-Stadt, dann Chemnitz. Zwischenzeitlich besaß er eine unbefristete Niederlassungserlaubnis, verlor diese jedoch nach einem längeren Aufenthalt in Vietnam. Seit 2017 drohte der Familie die Abschiebung. Mehrere Anläufe, über die Chemnitzer Ausländerbehörde oder die Sächsische Härtefallkommission ein Bleiberecht zu erhalten, blieben erfolglos.

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Bei Demos, mit Aufrufen und Unterschriftenaktionen setzten sich viele Menschen für die Familie ein. Unter ihnen war auch Moderator Klaas Heufer-Umlauf. Er lud Pham Phi Son im Februar 2023 als Gast in seine ProSieben-Sendung „Late Night Berlin“ ein und machte dort auf das Schicksal der Familie aufmerksam.

Umzug nach Berlin als letzte Hoffnung

Im Sommer 2023 reichte die Familie erneut einen Antrag bei der Sächsischen Härtefallkommission ein – zum dritten Mal. Parallel dazu plante sie den Umzug nach Berlin. Die Stadt Chemnitz hob die Residenzpflicht auf und erklärte, man wolle dem nicht im Wege stehen. Hintergrund war unter anderem, dass Pham und Hoa Nguyen mittlerweile unbefristet bei einem Caterer angestellt waren und Deutschkurse besuchten. Im August 2023 zog die Familie schließlich nach Berlin um.

Ich frage mich, warum die Berliner Behörde einen rechtskonformen Weg fand, den man in Chemnitz nicht zu erkennen vermochte.

Frank Richter

früherer SPD-Landtagsabgeordneter

Nur durch den anhaltenden öffentlichen Druck und die Unterstützung aus der Zivilgesellschaft sei der Umzug nach Berlin letztlich möglich geworden, meint Richter. Die Stadt Chemnitz hingegen verwies seinerzeit auf nachgewiesene berufliche Perspektiven der Eltern in der Hauptstadt.

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In Berlin konzentriere sich die Ausländerbehörde „ganz offensichtlich nur auf die Rechtslage“, sagte Richter. Hoa Nguyen ist inzwischen in Vollzeit beschäftigt, Pham Phi Son arbeitet laut eigenen Angaben stundenweise im Ruhestand. Tochter Emilia besucht eine Grundschule in Berlin.

Kritik an Behördenentscheidung in Sachsen

Wie Richter weiter erklärt, sei die Rechtslage im Asylrecht hoch kompliziert. Ausländerbehörden würden trotz selber Rechtslage zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Während die Behörde in Chemnitz „mit großer Leidenschaft“ Abschiebungen betrieben hätte, so Richter, hätte die Ausländerbehörde in Berlin einen rechtskonformen Weg gefunden.

In Chemnitz hätte man sich laut Richter zu sehr auf Phams Fehlverhalten in Bezug auf die Vietnamreise konzentriert. „Entscheidend ist, welches Ziel verfolgt wird“, sagte er. Die Berliner Behörde hätte „vernünftig im Sinne des Menschen gehandelt“. Der SPD-Politiker findet aber auch lobende Worte für sächsischen Ausländerbehörden. So sei ihm die Behörde im Vogtland bisher nur positiv aufgefallen. Hier hätte es seinen Worten nach noch nie Probleme gegeben.

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