Klotzi, Döner Dreieck und Co.: 10 legendäre „Sehenswürdigkeiten“ in Deutschland
Es gibt Sehenswürdigkeiten, die stehen in jedem Reiseführer und nahezu auf jeder To-do-Liste der Touristinnen und Touristen. Und dann gibt es „Sehenswürdigkeiten“, die von den Einheimischen aufgrund von Aufregern oder lustigen Pannen zu ebensolchen gemacht worden sind.
Im Netz kursieren zahlreiche solcher Orte und wir stellen dir hier mal ein paar Highlights genauer vor.
1. Der unsichtbare Stein, Hannover
Los geht es gleich mit purer Schadenfreude: Der unsichtbare Stein ist die neueste Attraktion in Hannover. Genauer handelt es sich dabei um einen ganz und gar sichtbaren Stein an der Tankstelle in Groß-Buchholz. Nur scheint er für manche Autofahrer und Autofahrerinnen irgendwie nicht sichtbar zu sein. Immer wieder tauchen Bilder auf, wie ein Auto auf dem Findling hängt.
In dieser Ansicht können leider nicht alle Inhalte korrekt dargestellt werden.
Zur vollständigen AnsichtKurzzeitig hatte er sogar einen eigenen Google-Eintrag samt Rezensionen, der inzwischen aber wieder entfernt worden ist. In einem Reddit-Post sind mehrere Fotos von Autos zu sehen, die über dem Stein hängen, obwohl die Ausfahrt doch noch ein paar Zentimeter weiter drüben ist – also lieber immer den Wendekreis großzügig wählen.
Aktuelle Deals
2. Döner Dreieck, Gießen
Das Döner Dreieck in Gießen hat es sogar auf die offizielle Seite der Stadt geschafft. „Kein anderes Viertel in Gießen ist wohl so sagenumwoben und prominent“, heißt es da. Die Touristeninformation bietet sogar regelmäßig kulinarische Stadtrundgänge durch das Döner Dreieck an.
Und nicht nur das: Es gibt auch zahlreiche Google-Rezensionen, Mats schreibt beispielsweise: „DIE Sehenswürdigkeit von Gießen. Ein Muss für alle, die sich in der Stadt befinden. Wer hier nicht war, hat nie gelebt. Kultur, Kulinarik und Hotspot in einem. Besonders am Wochenende und betrunken sehr zu empfehlen. Einzigartig!“ Insgesamt gibt es 4,6 Sterne.
In dieser Ansicht können leider nicht alle Inhalte korrekt dargestellt werden.
Zur vollständigen AnsichtKlar ist: An jeder Ecke des Dreiecks kannst du einen Döner essen. Du hast die Wahl zwischen Mega Tandur am Asterweg 10, Turhan Kebap Haus an der Walltorstraße 14 oder auch zwischen dem Döner King am Asterweg 1 oder dem Restaurant Keyf-i Mangal am Asterweg 3.
3. Haselmausbrücke, Vilshofen
Eine besonders kuriose Brücke gibt es bei Vilshofen in Bayern zu sehen. Es sieht eher aus wie ein Tor, das über eine Schnellstraße gebaut worden ist. Die Verantwortlichen haben dafür schon viel Spott geerntet, denn eigentlich ist der Zweck ein guter: Die schmale Brücke soll für Haselmäuse dienen. Doch laut Bund Naturschutz Bayern e.V. zeigen Aufnahmen im Inneren der Brücke, dass dort keine einzige Haselmaus unterwegs ist.
In dieser Ansicht können leider nicht alle Inhalte korrekt dargestellt werden.
Zur vollständigen AnsichtÜber 90.000 Euro hat das Projekt gekostet, was viele nun als Steuerverschwendung bezeichnen. Aber es hat Vilshofen und Bayern auch eine neue Attraktion beschert, die sich zum Internet-Meme entwickelt hat. Die Google-Rezensionen sind ebenfalls lustig durchzulesen. So schreibt ein Nutzer: „Nicht nur Haselmäuse, sondern auch der längst als ausgestorben geglaubte Velociraptor ist in der ein oder anderen lauen Sommernacht zu beobachten.“
Bei Google schafft die Haselmausbrücke nur 3,5 Sterne, doch die Rezensionen dazu zu lesen, ist empfehlenswert: „Unbedingt ansehen. Hier kann man Steuerverschwendung live in der freien Natur sehen“, schreibt ein Nutzer.
4. Lake HPI, Potsdam
Wie cool wäre es, direkt an der Uni einen Badesee für die Zeit nach den Vorlesungen oder die erfrischende Pause zwischendurch zu haben? An der Universität Potsdam scheint es das zu geben, zumindest gaukelt einem das Google Maps vor: Dort ist der „Lake HPI (Badesee)“ eingetragen. Die Rezensionen dazu sprechen für sich und es wird unter anderem auch von diversen Saunas gesprochen, was wohl eher auf eine schlechte Luft in den Hörsälen und Seminarräumen hindeutet.
In dieser Ansicht können leider nicht alle Inhalte korrekt dargestellt werden.
Zur vollständigen AnsichtNur manche können die Ironie nicht ganz verstehen. So schreibt eine Nutzerin: „Warum das als Badesee deklariert ist, ist ein Rätsel. Baden verboten im winzigen Tümpel.“ – Ach so, na dann ist es ja gut, dass es an Badeseen im Havelland nicht mangelt. Aber die Gesamtbewertung kann sich sehen lassen: 4,9 Sterne.
5. Pissrinne, Bonn
Ein weiterer Schandfleck, der es geschafft hat, ikonisiert zu werden, ist die Bonner Pissrinne. Dabei handelt es sich eigentlich um die Viktoriaunterführung, welche die Innenstadt mit dem westlichen Teil Bonns verbindet. Die Wände sind voller Graffiti und die ein oder andere Pfütze am Boden lässt vermuten, dass manche den Spitznamen wörtlich nehmen.
In dieser Ansicht können leider nicht alle Inhalte korrekt dargestellt werden.
Zur vollständigen AnsichtDoch eigentlich ist daran gar nicht viel witzig, denn für viele ist das Durchqueren der Pissrinne mit Angst verbunden und es wird im besten Falle vermieden. Die 30 Meter Tunnel will kaum jemand freiwillig begehen. Eigentlich soll sich hier endlich etwas ändern und ein Umbau ist im Gespräch. Doch laut „Kölner Stadtanzeiger“ hat die Deutsche Bahn keine Baufreigabe für das Projekt erteilt. Wie es nun weitergeht, ist noch unklar.
6. Elefantenklo, Gießen
Gießen hat nicht nur das Döner Dreieck zu bieten, auch das Elefantenklo reiht sich ein in die legendären Sehenswürdigkeiten Deutschlands. Diesmal ist das Ganze optisch aber gar nicht so ranzig, sondern sogar recht ästhetisch. Das Elefantenklo hat es sogar zu einem Eintrag bei Wikipedia geschafft. Die Fußgängerüberführung am Seltertor hat ihren Spitznamen wegen der Größe erhalten, die viele als zu übertrieben wahrnehmen.
Ein anderer Grund für den Spitznamen sind die großen Öffnungen oberhalb der Kreuzung, die wie riesige Plumpsklos wirken. Mittlerweile gehört es angeblich zu den markantesten Wahrzeichen der Stadt. Die Größe ist übrigens nicht willkürlich gewählt: Ziel war es, alle vier Eckpunkte der Kreuzung miteinander zu verbinden und nicht vier einzelne Brücken bauen zu müssen.
7. Matcha-See, Münster
In Münster wird der Matcha-Hype ein bisschen zu ernst genommen. Laut Google Maps gibt es hier gleich zwei Matcha-Seen. Dahinter verbirgt sich nichts weiter als je ein mit Grünzeug bedeckter See. „Willkommen am Matcha-See, dem wohl gesündesten Gewässer Deutschlands – und das ganz ohne Spirulina, Chia oder Bambusbesen“, schreibt Lorenz Junge in seiner Google-Rezension dazu. 4,7 Sterne sahnt der Matcha-See bei Google ab.
In dieser Ansicht können leider nicht alle Inhalte korrekt dargestellt werden.
Zur vollständigen AnsichtWirklich giftgrün ist der Matcha-See an der Straße Engelenschanze, Ecke Windthorststraße. Vermutlich sind es Algen, die die Oberfläche komplett bedecken und den See in seine Matcha-Ära geführt haben.
8. Klotzi, Ostrhauderfehn
Stromkästen sind für die ein oder anderen Sprayer das perfekte leere Blatt Papier. Die verschiedensten Figuren oder Landschaften verschönern Deutschlands Stromkästen an den Straßen. Doch nur einer hat es sogar zu einem eigenen Insta-Profil geschafft – trotz recht unspektakulärem Antlitz. Klotzi in Ostrhauderfehn, einer Gemeinde in Ostfriesland, ist bei den Locals beliebt.
In dieser Ansicht können leider nicht alle Inhalte korrekt dargestellt werden.
Zur vollständigen Ansicht„Klotzi, der freundliche Stromkasten“ wird er von den Einheimischen liebevoll genannt und online gibt es sogar eine Bastelvorlage zum Herunterladen. „Klotzi ist mehr als nur ein Stromkasten. Er ist ein zuverlässiger Hüter, der Energie liefert, und gleichzeitig ein vertrauter Freund, der das Leben in der Gemeinde bereichert. Die Kinder bewundern ihn, die Erwachsenen schätzen ihn“, ist dort nachzulesen – herzerwärmend. Auch bei Google ist er beliebt und bekommt von Nutzerinnen wie Nutzern insgesamt 4,6 Sterne.
9. Die kleinste Schranke, Köln
In Köln gibt es eine Schranke, die so klein ist, dass man sie schnell übersehen oder für völlig überflüssig halten kann. Wer dieses Monumentalwerk der deutschen Ingenieurskunst bestaunen will, muss die Neusser Straße stadtauswärts fahren und dann auf die Straße Simonskaul abbiegen. Dort gibt es seit 2021 einen neuen Bahnübergang. Auch Google-Nutzerinnen und ‑Nutzer scheinen begeistert und verpassen der Schranke 4,9 Sterne. Der ein oder andere bezeichnet sie als „große Ingenieurskunst“ – ganz unironisch natürlich.
In dieser Ansicht können leider nicht alle Inhalte korrekt dargestellt werden.
Zur vollständigen AnsichtNeben einer normalen und einer etwas kleineren Schranke gibt es eben auch diese Mini-Schranke. Dafür wurde auf dem Bahnübergang extra ein Weg mit zwei Markierungen angefertigt, der vor und nach den Gleisen direkt wieder aufhört. Gegenüber der Internetseite „Verliebt in Köln“ erklärt ein KVB-Sprecher, dass die Miniatur-Schranke nur eine Zwischenlösung sei und irgendwann ein Radweg gebaut werden soll – und der muss eben auch beschrankt werden, wie es im Behördendeutsch heißt.
10. Klötenbuche, Eberswalde
Zum Schluss wird es noch ferkelig: In Eberswalde gibt es nämlich eine ganz besondere Buche – mit Klöten. Die ist sogar bei Google Maps eingetragen und wer sich den Baumstamm genauer anschaut, weiß sofort, warum sie diesen Namen bekommen hat.
In dieser Ansicht können leider nicht alle Inhalte korrekt dargestellt werden.
Zur vollständigen AnsichtDie Gegend wird in den Google-Rezensionen jedenfalls gelobt (5 Sterne!) und nicht jeder sieht in dem Namen die einzige Möglichkeit: „Sehr empfehlenswert! Könnte aber auch Nasenbaum heißen“, schreibt ein Nutzer. Wer wissen möchte, wie die Klötenbuche aussieht, muss nur googeln. Auf den sozialen Medien sind keine Bilder zu finden – wahrscheinlich aus gutem Grund.
Was müssen Reisende aktuell wissen? Alle wichtigen News für den Urlaub findest du beim reisereporter.