Streik bei Air Canada: Was Reisende jetzt wissen müssen
Wenn 10.000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter in den Streik treten, geht nichts mehr. In dieser Situation befindet sich die Airline Air Canada seit Samstagmorgen, 16. August, nachdem eine Verhandlungsfrist erfolglos verstrichen ist. Wie das Unternehmen auf der Homepage mitteilt, musste der Betrieb eingestellt werden. Das betrifft Hunderttausende Reisende weltweit, in Deutschland trifft es vor allem Menschen, die von Frankfurt und München nach Kanada fliegen wollen.
Lohnverhandlungen sind gescheitert
Inzwischen hat sich die kanadische Regierung eingeschaltet und zwingt beide Seiten zu einem Schlichtungsverfahren, berichtet unter anderem die Tagesschau. Die Gewerkschaft CUPE, die 10.000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter bei Air Canada und Air Canada Rouge vertritt, hatte zu dem Streik aufgerufen. Auslöser dafür waren gescheiterte Lohnverhandlungen, ist auf der Internetseite der Gewerkschaft nachzulesen.
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Die Gewerkschaft fordert eine bessere Bezahlung, auch für die Zeiten, in denen sich das Personal am Boden befindet. Das Angebot von Air Canada sah unter anderem eine Gesamtlohnsteigerung von 38 Prozent über vier Jahre, inklusive einer Erhöhung von bis zu 16 Prozent im ersten Jahr sowie Rentenverbesserungen vor, doch das reichte der Gewerkschaft nicht, berichtet unter anderem das Wall Street Journal.
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Der Streik ist zunächst für 72 Stunden angesetzt, doch Air Canada teilte bereits mit, dass es bis zu einer Woche dauern könne, bis sich der Flugverkehr wieder normalisiere. Ob es zeitnah neue Verhandlungen geben wird, ist unklar.
Diese Rechte haben Reisende bei dem Air-Canada-Streik
Wer seinen Flug mit Air Canada zwischen dem 15. und 19. August oder im Zeitraum vom 21. August bis zum 12. September 2025 gebucht hat, kann diesen kostenlos umbuchen, bietet das Unternehmen an. Wer einen nicht erstattungsfähigen Tarif gebucht hat, kann die Reise stornieren und den nicht genutzten Teil des Tickets als Reiseguthaben für die nächste Air-Canada-Buchung erhalten.
Personen, die nicht umbuchen oder stornieren möchten und deren Flug aufgrund des Streiks nicht stattfinden kann, werden von Air Canada nach Möglichkeit umgebucht, auch auf Flüge anderer Fluggesellschaften, heißt es. „Aufgrund der Sommerreisezeit ist die verfügbare Kapazität bei Air Canada und anderen Fluggesellschaften jedoch begrenzt, sodass die Möglichkeit einer Umbuchung innerhalb eines akzeptablen Zeitrahmens gering ist“, gibt die Airline zu bedenken.
Flugreisende in der EU sind durch die europäische Fluggastrechteverordnung nur dann geschützt, wenn die Airline ihren Sitz in der EU hat. Bei Verspätungen ab drei Stunden oder Flugausfällen besteht Anspruch auf eine alternative Beförderung oder, ab fünf Stunden, auf eine kostenlose Stornierung.
Betroffene haben bei langen Wartezeiten Anspruch auf Verpflegung, bei Übernachtungen auch auf eine Unterkunft und den Transport dorthin. Eine Entschädigung gibt es bei Streiks des Bodenpersonals in der Regel nicht, jedoch muss die Airline Betroffene betreuen.
Weitere Informationen, welche Rechte und Möglichkeiten Reisende bei einem Streik am Flughafen haben, haben wir in diesem Artikel detailliert aufgeschrieben.
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