Baden-Württemberg: Neuer Aussichtsturm am Heidengraben eröffnet
Am Rand der Schwäbischen Alb in Baden-Württemberg waren einst die Kelten heimisch. Der hier entdeckte Heidengraben soll einst die mächtigste Siedlung Europas gewesen sein. Besucherinnen und Besucher können sich das Gelände nun auch von oben auf dem jüngst eröffneten Aussichtsturm ansehen.
Die stadtähnliche Siedlung erstreckte sich einst über ein Plateau zwischen Bad Urach bis nach Erkenbrechtsweiler im Kreis Esslingen. Vor gut 2000 Jahren sollen hier bis zu 20.000 Menschen der keltischen Kultur gelebt und gearbeitet haben. Die Siedlung wird auch Oppidum genannt und soll knapp 17 Quadratkilometer umfasst haben.
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Zur vollständigen AnsichtFundstücke zeugen von Handelsbeziehungen zum Mittelmeer
Archäologinnen und Archäologen haben einen Kernbereich entdeckt, der damals vermutlich dicht besiedelt war und durch zusätzliche Wälle geschützt wurde. Der Außenbereich diente der Landwirtschaft und war ebenfalls geschützt. Die Blütezeit des Heidengrabens wird auf 120 bis 50 vor Christus geschätzt. Etliche Funde auf dem Areal weisen darauf hin, dass die Kelten schon damals Handelsbeziehungen bis ans Mittelmeer gepflegt haben.
Das Keltenmuseum in Grabenstetten zeigt den Besucherinnen und Besuchern mehr aus der Zeit der Kelten sowie zahlreiche Funde aus der Region. Seit 2020 gibt es außerdem einen „Kelten-Erlebnis-Pfad“. Dieser ist etwa sechs Kilometer lang und eine App versorgt die Wanderinnen und Wanderer entlang des Weges mit Informationen.
Neuer Aussichtsturm ist 18 Meter hoch
Der neue Aussichtsturm ist Teil eines großen Heidengrabenzentrums, welches am 8. und 9. Juni 2024 eröffnet werden soll. Die Verantwortlichen richten an diesen zwei Tagen ein keltisches Lager aus, in dem Besucherinnen und Besucher mehr über die keltische Kultur und das Handwerk erfahren können.
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Zur vollständigen AnsichtDer Aussichtsturm befindet sich direkt neben dem Parkplatz Hochholz am höchsten Punkt des Heidengraben-Areals. 102 Treppenstufen geht es durch das stählerne Fachwerk nach oben. Die Grundform des Turms ist dreieckig und das Bauwerk wird mithilfe eines Betonfundaments fest im Boden verankert. Der Turm ist insgesamt 18 Meter hoch.
Keltenzentrum soll im Juni eröffnen
Architekt Thomas Ott aus Laichingen hat den Aussichtsturm entworfen. „Die Dreiecksform des Aussichtsturmes assoziiert auch die drei am Heidengraben-Projekt beteiligten Gemeinden Hülben, Grabenstetten sowie Erkenbrechtsweiler“, sagt er dem „SWR“.
Wer den Aussichtsturm erklommen hat, kann nicht nur hinab auf den Heidengraben schauen, sondern auch Aussichten in Richtung Hoher Neuffen und ins Neuffener Tal genießen. Für etwas mehr Nervenkitzel soll eine eingelassene Glasplatte im Boden sorgen. Der Turm kann bereits jetzt besucht werden, das Keltenerlebniszentrum samt Museum beim Burrenhof wird dann feierlich im Juni eröffnet.
In dem neuen Zentrum können die Besucherinnen und Besucher mehr über das Leben der Kelten erfahren und die vergangene Kultur auf 350 Quadratmetern interaktiv erleben.
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