Krippengasse überfüllt

Andrang zu Weihnachten: Verlangt Neapel bald Eintritt?

Zur Weihnachtszeit ist die Innenstadt von Neapel voll mit Touristinnen und Touristen.

Neapel ist nicht nur für seine unverwechselbare Pizza mit dem knusprigen, hauchdünnen Boden bekannt, sondern auch für seine Weihnachtskrippen. Die Handwerkskunst hat in der süditalienischen Stadt eine lange Tradition und lockt zahlreiche Besucherinnen und Besucher an, nicht nur in der Vorweihnachtszeit. Doch der große Ansturm hat auch Schattenseiten. Neapels Stadtverwaltung will sich vor den unschönen Auswirkungen des Massentourismus schützen und hat deshalb eine Eintrittsgebühr vorgeschlagen.

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5 Euro Eintritt für die Krippengasse?

In den engen Gassen der Altstadt wird es in der Zeit vor Weihnachten lebendig, vor allem in der Via San Gregorio Armeno. Die kleine Straße ist auch als Krippengasse bekannt, denn seit Generationen stellen dort etwa 40 Kunsthandwerksbetriebe Krippenfiguren her. Wer Glück hat, kann ihnen dabei über die Schulter schauen.

Statt der Heiligen Drei Könige, dem Stall in Bethlehem und dem Jesuskind steht in der neapolitanischen Version der Weihnachtskrippe jedoch das Leben im Italien des 18. Jahrhunderts im Vordergrund. Man findet Gemüsehändler, Maronenverkäufer, trinkende Bauern und Nachbarinnen beim Plausch am Fenster. In den vergangenen Jahren wurde das Sortiment außerdem um Figuren von Fußballern, Politikerinnen und Popstars ergänzt.

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Die Kunsthandwerker sind gegen eine Eintrittsgebühr für die Krippengasse.

Diese skurrile Tradition zieht Reisende aus aller Welt an. Teilweise seien die Straßen so voll, dass es für Anwohnerinnen und Anwohner kaum ein Durchkommen gebe. Deshalb hat der Stadtrat laut Berichten einiger italienischer Medien vorgeschlagen, eine Eintrittsgebühr von 5 Euro für die Via San Gregorio Armeno einzuführen. Die Einnahmen sollen der Stadtreinigung sowie der Sicherheit zugutekommen und so die Lebensqualität der Neapolitaner verbessern, heißt es.

Wird Neapel so teuer wie in Venedig?

Im April führte Venedig als erste Stadt Italiens eine Eintrittsgebühr von 5 Euro für Tagestouristen ein. Ab 2025 sollen nach Plänen der Politik sogar 10 Euro fällig werden, um die Lagunenstadt zu besuchen. Doch kann sich Neapel mit Venedig vergleichen?

Der Vorschlag einer Eintrittskarte für die Krippengasse löste heftige Diskussionen aus. Vor allem die Kunsthandwerker, die ihre Waren in der Altstadt verkaufen, seien dagegen. „Mit einer Eintrittsgebühr verliert die Straße ihren authentischen, volkstümlichen Charakter“, wird der Präsident der Vereinigung der Krippenbauer, Vincenzo Capuano, von „Südtirol News“ zitiert.

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Stattdessen könnten ein größeres Polizeiaufgebot oder vorgegebene Laufrichtungen den Besucherstrom lenken. Für Neapel-Reisende entstehende aktuell keine Extrakosten, noch ist der Eintritt nicht beschlossen.

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