Günstiges Reiseziel

Wie Schweden, aber günstig: Estland ist die perfekte Skandinavien-Alternative

Das ist nicht Kopenhagen, sondern Tallinn.

Zimtschnecken, rot gestrichene Holzhäuser und unberührte Natur – das klingt doch eindeutig nach Schweden. Aber tatsächlich findet man diese Dinge auch ein gutes Stück weiter östlich, nämlich in Estland.

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Obwohl das kleine Land zum Baltikum zählt, wird es seit Jahrhunderten vom hohen Norden geprägt. Wikinger, Hanse und die schwedische Herrschaft haben Spuren in der Geschichte und Kultur Estlands hinterlassen, die bis heute sichtbar sind – sei es in der Architektur, der Kulinarik oder dem Lebensgefühl. Damit ist Estland eine tolle Reisealternative für alle, die skandinavisches Flair zum kleinen Preis erleben wollen.

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Estlands Geschichte ist eng mit Skandinavien verwoben: Im 13. Jahrhundert gerieten Teile des Landes unter dänische Herrschaft, vom 16. bis zum frühen 18. Jahrhundert unter die schwedische. Besonders sichtbar ist der Einfluss in den Küstenregionen: Die sogenannten Küstenschweden, eine kleine schwedischsprachige Gemeinschaft, lebten auf den westlichen Inseln und an der Nordküste und prägten Sprache, Architektur und Traditionen. Diese skandinavische Vergangenheit hat nicht nur kulturelle Spuren hinterlassen, sondern auch den Grundstein für das moderne Bildungs- und Rechtssystem gelegt.

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Skandinavisches Flair in Tallinn

In der Hauptstadt Tallinn wird der Mix aus Baltikum und Skandinavien besonders sichtbar. Zwischen der mittelalterlichen Altstadt mit ihren gotischen Türmen und den hanseatischen Kaufmannshäusern an der Ostsee liegt Kalamaja. In dem ehemaligen Arbeiterviertel reihen sich bunte Holzhäuser an hippe Cafés, kleine Designläden und Streetfood-Märkte. Wer durch die Straßen schlendert, könnte sich ebenso in Stockholm wähnen – mit dem kleinen Unterschied, dass man für eine Zimtschnecke nur halb so viel wie in Schweden zahlt.

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Im Rotermann-Viertel fühlt es sich hingegen an wie in Oslo: Zwischen Altstadt und Hafen gelegen, präsentiert sich das ehemalige Industriegebiet heute als pulsierendes Zentrum für Design, Architektur und Gastronomie. Hier trifft historische Backsteinarchitektur auf moderne Glas- und Stahlbauten. Das Viertel ist ein Eldorado für Architekturfans, Designer und Foodies: Galerien und Concept Stores wechseln sich mit modernen Cafés und Bars ab.

Das Rotermann-Viertel zeichnet sich durch moderne Architektur aus.

Auch Estlands Küche verrät skandinavische Einflüsse: Hering in allen Variationen, Lachs, Roggenbrot oder die schwedisch anmutenden Zimtschnecken, die in Tallinner Bäckereien längst heimisch geworden sind. Auch das Konzept der „Fika“, der entspannten Kaffeepause, ist hier fest verankert.

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Inseln mit Schweden-Feeling: Ruhnu und Vormsi

Estland ist zudem fast so waldreich wie Finnland. Im Lahemaa-Nationalpark, nur eine Autostunde von Tallinn entfernt, findet man dichte Kiefernwälder, Seen, Wasserfälle und alte Gutshäuser. Und an der Küste von Käsmu treffen Reisende auf Fischerhäuser und felsige Strandabschnitte, die an die norwegische Provinz erinnern. Wer Ruhe und Natur sucht, ist hier genau richtig. Und das Beste: Wie Schweden und Finnland lebt auch Estland das „Jedermannsrecht“. Wälder, Wiesen und Seen sind frei zugänglich, auch für Übernachtungen.

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Wer abseits der Touristenpfade reisen möchte, sollte die kleineren Inseln besuchen. Auf Ruhnu, mitten im Rigaischen Meerbusen, leben nur rund 60 Menschen dauerhaft. Die Insel bietet endlose Strände, unberührte Wälder und eine Natur wie in Schweden. Auf Ruhnu steht nicht nur die älteste und am besten erhaltene Holzkirche Estlands, erbaut im Jahr 1644, sondern auch ein Leuchtturm, der von Gustave Eiffel entworfen wurde. Erkunden lässt sich die Insel am besten mit dem Fahrrad.

Rote Holzhäuser findet man nicht nur in Schweden, sondern auch auf Vormsi.

Vormsi ist etwas größer, aber ebenfalls ruhig und traditionsreich. Die ehemalige schwedische Besiedlung spiegelt sich heute noch in Ortsnamen, typischen Holzhäusern und dem alten Insel-Friedhof wider: Dort stehen rund 350 keltische Kreuze, mehr als irgendwo sonst auf der Welt. Ebenfalls sehenswert sind die St.-Olai-Kirche aus dem 13. Jahrhundert und der Leuchtturm Saxby, von dessen Spitze man auf die steinigen Strände von Vormsi und den Sonnenuntergang blickt.

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Estland: Tipps zur Anreise und besten Reisezeit

Estland ist unkompliziert erreichbar: Direktflüge verbinden Tallinn mit vielen deutschen Städten wie Berlin, Frankfurt, München oder Hamburg. Die Inseln lassen sich gut per Fähre erreichen. Die Fahrt nach Vormsi dauert von Rohuküla nur 30 Minuten. Ruhnu ist etwas abgelegener: Saisonal verkehren Fähren von Pärnu und Virtsu auf die Insel, die Fahrt dauert drei bis vier Stunden. Eine praktische Alternative ist die Flugverbindung nach Tallinn.

Die beste Reisezeit für Estland liegt zwischen Mai und September: In diesen Monaten sind die Tage lang, die Temperaturen mild und die Natur besonders üppig. Juli und August eignen sich ideal für Strandaufenthalte und Inselbesuche, während der Frühling für Wanderungen attraktiv ist. Wer Nordlichter sehen möchte, sollte Lahemaa oder die Inseln im Winter besuchen – dann kann es allerdings bis zu minus zehn Grad kalt werden.

Mehr Inspiration gesucht? Tipps für alle Top-Reiseziele findest du beim reisereporter.

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