Länderspieljahr vor Abschluss

Letzter DFB-Kader 2024: Setzt Nagelsmann trotz Rückkehrern auf Reizpunkte?

Julian Nagelsmann ist mit dem DFB-Team noch zweimal in diesem Jahr im Einsatz.

Jamal Musiala zurück in Zauber-Form, Kai Havertz wieder erfolgreich am Ball: Julian Nagelsmann kann happy sein. Für den Abschluss eines fast perfekten Länderspieljahres hat der Bundestrainer den Plan für seine „Gewinner-Mannschaft“ klargemacht. Noch zwei Spiele, noch zwei Siege und dann mit guter Grundstimmung in das Vor-WM-Jahr 2025.

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Wenn der 37-Jährige am Donnerstag gegen 11 Uhr den Kader für die letzten beiden Partien der in der Vorrunde der Nations League noch ungeschlagenen DFB-Elf gegen Bosnien-Herzegowina und in Ungarn über die Social-Media-Kanäle des Verbandes bekanntgibt, sind wohl allenfalls punktuelle personelle Veränderungen zu erwarten – wie etwa im Tor, wo Stefan Ortega von Manchester City laut übereinstimmenden Medienberichten als dritter Torwart hinter Oliver Baumann und Alexander Nübel nominiert werden soll.

Ausrufezeichen in Königsklasse

Bleibt Ortega der einzige Neuling? Oder hat der Bundestrainer nach den Siegen in Bosnien-Herzegowina (2:1) und gegen die Niederlande (1:0) doch plötzlich Lust auf Reizpunkte? Solche wären eine Nominierung von Nicolas Kühn, dem Doppelpacker von Celtic Glasgow gegen RB Leipzig in der Champions League. Oder ein DFB-Comeback von Innenverteidiger Malick Thiaw, der als Torschütze von AC Mailand gerade das große Real Madrid ärgerte.

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Aber: Nagelsmann hat sein Standard-Ensemble auch nach der Heim-EM eigentlich gefunden. „Wir haben ein funktionierendes System, funktionierende Abläufe. Jeder weiß, was seine Aufgabe ist. Das ist sicherlich das Verdienst des Trainers“, sagte Kapitän Joshua Kimmich, der in seiner Anführerrolle endlich aufgeht.

Besonders wichtig für Nagelsmann: Musiala verzückt nach seiner Verletzungspause auf höchstem Niveau bei den Bayern, Angreifer Havertz ist bei Arsenal auch wieder regelmäßig dabei, hat sich im Champions-League-Spiel am Mittwoch bei Inter Mailand allerdings eine Kopfverletzung zugezogen. Zunächst war unklar ob ein DFB-Einsatz in Gefahr ist. Mit Florian Wirtz wäre das 10er-Trio nach den Oktober-Ausfällen von Musiala und Havertz wieder komplett - 15 der 34 Tore unter Nagelsmann erzielten die drei seit September 2023.

Befindet sich derzeit in Top-Form: Bayerns Jamal Musiala

Jetzt nicht nachlassen, trotz bereits geschaffter Qualifikation für das Viertelfinale der einstmals ungeliebten Nations League. Das ist eine Forderung, die aus den Nagelsmann-Planungen deutlich wird. Treffpunkt der Nationalmannschaft ist am Montag kommender Woche in Frankfurt, kein Vorbereitungstag wird verschenkt.

„Ich habe jetzt in der Nations League noch kein Spiel gehabt, wo ich das Gefühl hatte, es ist egal, ob wir gewinnen oder nicht gewinnen“, sagte der Bundestrainer nach dem Sieg gegen Oranje Mitte Oktober in München. „Man merkt, dass jeder Bock hat“, sagte Kimmich.

Nächste Chance für Kleindienst, Sané wohl nicht mit dabei

Welche Baustellen hat Nagelsmann also zum Abschluss des EM-Jahres? Niclas Füllkrug hat seit dem Ausbrechen seiner Achillessehnenprobleme Anfang September kein Spiel mehr bestritten. Der Toptorschütze (7 Treffer) des Bundestrainers fehlt bei West Ham United seither. „Fülles“ Ausfall dürfte Tim Kleindienst von Borussia Mönchengladbach eine weitere Vorspiel-Chance als klassischer Neuner bringen.

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Passen muss auch Aleksandar Pavlovic, der nach seinem Schlüsselbeinbruch bei den Bayern erst wieder im Lauftraining ist. Für die Sechserposition hat Nagelsmann Pascal Groß, Robert Andrich und Angelo Stiller fix dabei. Emre Can könnte ein Comeback feiern, wenn der Bundestrainer Doppelbesetzungen auf jeder Position haben will. Weitere Optionen: Cans Dortmunder Kollege Felix Nmecha oder Rocco Reitz von Borussia Mönchengladbach, der schon vor der EM als Trainingslager-Gast dabei war.

Auch BVB-Offensivmann Maximilian Beier, im Oktober mit einer Auszeit bedacht, zeigte ansteigende Form und könnte für den verletzten Siegtorschützen gegen Oranje, Jamie Leweling, wieder ins Team rücken. Bayern-Turbo Leroy Sané muss seine Hoffnungen auf ein schnelles DFB-Comeback nach Informationen von Sky dagegen wohl vorerst begraben. Der Offensivspieler, der sein bislang letztes Länderspiel im verlorenen EM-Viertelfinale gegen Spanien bestritten hat, soll demnach von Nagelsmann weitere Zeit eingeräumt bekommen, um komplett fit zu werden.

Auszeit für Vielspieler?

Die Frage bleibt, ob der Bundestrainer Auszeiten gewährt, Dortmunds Vielspieler Nico Schlotterbeck wäre ein Kandidat, zumal er im ersten Spiel gegen Bosnien-Herzegowina in seiner Heimat Freiburg am 16. November (20.45 Uhr/RTL) eine Gelbsperre absitzt. Mit einem Sieg wäre der Gruppensieg perfekt, das abschließende Duell am 19. November (20.45. Uhr/ZDF) mit Ungarn in Budapest hätte nur noch Testcharakter.

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