1:0 in Mönchengladbach! RB Leipzig setzt Erfolgsserie eindrucksvoll fort
Mönchengladbach. RB Leipzig ist unter der Woche international erfolgreich unterwegs gewesen und gilt aktuell in Bundesliga-Deutschland neben Bayer Leverkusen als spannendste Mannschaft der Liga. Deshalb gab’s am Samstagnachmittag ab 15.30 Uhr keine zwei Meinungen: Dieses Spiel im Borussia-Park muss man schauen. RB zu Gast bei Borussia Mönchengladbach – und die Sachsen bissen sich durch, gewannen dank eines Jokertores mit 1:0 (0:0).
Leipzigs Vielflieger standen pünktlich auf der frisch ausgelegten Matte mit dem dicken B im Logo im Borussia-Park – nach dem 3:1-Auftaktsieg in der Champions League am vergangenen Dienstag bei den Young Boys Bern reist es sich beflügelter. Spielt es sich auch so?
Rose wechselt doppelt: Carvalho und Sesko mit Startelfdebüt
RB-Trainer Marco Rose wies vorab ohnehin auf Bodenhaftung hin, so oder so nach vier Pflichtspielsiegen in Serie angezeigt. Der Ex-Gladbacher ließ zum Abschluss der ersten Englischen Woche der Saison die Rotationsmaschine auf Stufe 1 von 3 laufen. Die Bern-Elf und die Gladbach-Elf unterschieden sich auf zwei Positionen. Für Emil Forsberg sollte Fabio Carvalho die Räume unsicher machen und sein Kumpel Benjamin Sesko die Bälle bestenfalls verwerteten. Dafür nahm Yussuf Poulsen zunächst auf der Bank Platz.
Zwei Leipziger Startelf-Debüts in der Liga – neben Lois Openda und Xavi hatten sich nun nur noch Sommerneuzugänge in der Leipziger Offensive versammelt. Vom hochbegabten Quartett war aber zunächst wenig zu sehen, im Unterschied zur Partie in Bern, wo RB in den ersten Minuten ein Chancenfeuerwerk abbrannte.
Langsam steigerten sie sich aber, nahmen in dem Zusammenhang gerne hier und dort Ballverluste des Gegners mit oder pressten eben so lange, bis der Gegner den Ball verlor. Allerdings verhaspelten sie sich zunächst offensiv – kurz bevor Minute 19 auf der Anzeigetafel aufleuchtete, als die Gladbacher Kurve und die selbst ernannte Macht vom Niederrhein erwachte, sah es wieder einmal mächtig schick aus, was Sesko machte. Der Sturmhüne am Ball, vernaschte per Hackentrick seinen Gegenspieler Maximilian Wöber, doch eben dieser Wöber ließ nicht locker, grätschte in den Schuss.
Beste Gelegenheit: Carvalhos Schuss kurz vor dem Halbzeitpfiff
Das gelang aber auch immer wieder den Rot-Blauen. Unter dem Leipziger Auswärtstrikot durfte sich niemand verstecken, die berüchtigte Europacup-Müdigkeit schienen sie aber aus den Kleidern geschüttelt zu haben. Einer half dem anderen. Freunde des gepflegten Zweikampfes waren hier genau richtig. Was ist das schon die Premier League?
Mehr zählt aber: Wer war dem ersten Tor näher? Benjamin Henrichs versuchte aufzuklären, traf aber mit seinem Freistoß nur die Gladbacher Mauer (39.). Hinter der hätte im Zweifelsfall immer noch Moritz Nicolas gestanden. Gladbachs-Keeper sorgte mit einer tollen Parade dafür, dass es beim 0:0 zur Halbzeitpause stand. Wobei: Das Zusammenspiel von Xavi, Henrichs und dem Schussgeber Carvalho hätte ein Tor verdient gehabt (44.).
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Bei allem, was die Leipziger Offensivkunst in dieser Saison bisher national und international hervorgebracht hat, schien ein 0:0 wie ein dröger Farbklecks. Leipzigs Kollektiv arbeitete fleißig an dem Mehr. Stufe 2 in der Beschleunigung der Angriffe bei deutlich mehr Ballbesitz schien nicht ganz so einfach erreichbar zu sein. Immer stand ein gut postiertes Gladbacher Bein dazwischen. Der Ex-Gladbacher Janis Blaswich brauchte dann auch noch seine hochbegabten Hände, als Franck Honarat flankte und sein Ball tatsächlich auch auf dem Kopf von Rocco Reitz eine Zwischenlandung einlegte (63.).
Rose wechselt den Sieg ein: Timo Werner trifft!
Rose bewies Händchen, baute die Offensive um: Für Openda, Sesko und Carvalho traten Timo Werner, Yussuf Poulsen und Christoph Baumgartner ein (69.). Und jetzt kommt’s! Der eingewechselte Werner, zuletzt keine unumstrittene Person, traf nach einem Steilpass von Top-Scorer Xavi zum 1:0! Eine Viertelstunde vor Schluss erzielte der Stürmer aus spitzem Winkel an Nicolas vorbei sein erstes Saisontor. Zuletzt hatte Werner am 15. April gegen den FC Augsburg in der Liga getroffen, war also 736 Minuten torlos. Beim Jubel deutete der Joker mit den Händen an: Auf dem Boden bleiben. Gilt auch nach dem vierten Liga-Sieg in Serie, den RB geschickt verteidigte.
RB Leipzig: Blaswich – Henrichs, Simakan, Lukeba, Raum – Kampl, Schlager (84. Klostermann) – Carvalho (70. Baumgartner), Xavi (84. Seiwald) – Openda (70. Werner), Sesko (70. Poulsen).
Tore: 0:1 Werner (75.). Schiedsrichter: Schröder (Hannover). Zuschauer: 50.122.