Fußball – Sachsenpokal

1. FC Lok zieht ins Finale ein: Leipziger schmeißen Drittligist FSV Zwickau raus

Das entscheidende Tor für den 1. FC Lok Leipzig: Zak Paulo Piplica (Mitte) schiebt mit der Hacke durch die Beine von FSV-Keeper Johannes Brinkies zum 1:0 ein und jubelt mit seinem Team.

Leipzig. Im Pokal werden Helden geboren – und manchmal haben diese Helden lange Haare. Zum größten Spiel der bisherigen Saison empfing der 1. FC Lokomotive Leipzig den Drittligisten FSV Zwickau, Anlass war das Halbfinale des Sachsenpokals. Der Finaltraum wurde mit einer Topleistung und dem Dosenöffner von Zak-Paulo Piplica realisiert, der in der 47. Minute das entscheidende 1:0 erzielte.

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Der frischgebackene Pokalheld konnte es selbst nicht fassen, erklärte nach dem Abpfiff: „Nach dem Tor habe ich mir die ganzen Szenarien durch den Kopf gehen lassen, wie wir hier als Sieger vom Platz gehen. Ich dachte nur noch, hoffentlich ist das Spiel bald vorbei.“ Es dauerte noch gut 40 Minuten, bis die Lok-Kicker feiern durften. Emotionen, die Farid Abderrahmane auf den Punkt brachte: „Ein unglaubliches Gefühl!“

Überraschung zwischen den Pfosten: Isa Dogan beginnt

„Schwäne im Anflug“ – so prangt es auf dem Zwickauer Mannschaftsbus. Das bedeutet meist nichts Gutes, die aggressiven Vögel sind keine Haustiere, können bei versuchten Streicheleinheiten fiesen Schaden anrichten. Auf dem Fußballfeld war es heute jedoch ganz anders, denn die Gäste wurden von Beginn an von furiosen Leipzigern gerupft.

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Trainer Almedin Civa musste einige wichtige Stützen seiner eingespielten Truppe ersetzen, einen entfernte er sogar freiwillig. Osman Atilgan saß seine Rotsperre aus dem Spiel gegen Grimma ab, Leon Heynke ist verletzt. Kapitän Sascha Pfeffer wollte sich Civa in der Hinterhand halten, brachte Riccardo Grym wieder von Beginn an, die sehr dünn besetzte Bank braucht offensive Optionen. Für etwas Unverständnis sorgt die Rotation zwischen den Pfosten, Pokalheld Niclas Müller hätte die Nominierung bestimmt verdient gehabt, der Trainer baute jedoch wieder auf Isa Dogan.

Rudelbildung, Gelbe Karten, Häme von den Rängen

Reges Treiben auf der Ehrentribüne, neben Präsident Torsten Kracht nahmen sein Amtsvorgänger Thomas Löwe und Ex-Trainer Wolfgang Wolf Platz. Die Leipziger Fans hielten es bei ihrer Choreo zu Spielbeginn passend zur Einmarschmusik der Akteure mit Ozzy Osbourne, wollten den „Crazy Train“ entgleisen sehen – sicher nicht die eigene Loksche.

„So viele Chancen werden wir gegen Zwickau nicht bekommen, die müssen wir reinmachen“ – das waren die Worte von Djamal Ziane nach dem Last-Minute-Sieg gegen den BAK. Der Mann war im Unrecht, allein Ziane hatte in der ersten Hälfte vier ordentliche Möglichkeiten auf Fuß und Kopf, zweimal gehalten, knapp vorbei, zischend drüber (7., 10., 19., 41.). Seine Mannschaft war drückend überlegen, der starke Ogbidi flankte sich den Fuß taub, Piplica drückte in vorderster Front wie eine Hydraulikpresse.

Den Schwänen war ihre derzeit schwache Ligaform anzusehen, auch wenn am Wochenende ein Dreier gegen Mannheim errungen wurde. Begleitet von warmen “Absteiger!„-Sprechchören fanden die Zwickauer nicht wirklich in die Partie, lediglich gegen Ende der ersten Halbzeit gab es ein paar Gäste-Chancen. Auch an saftigen Rudelbildungen wurde die ganze Pokal-Palette geboten, Schiedsrichter Jens Klemm verteilte kurz vor der Pause Gelbe Karten an die Streithälse. Der Pfiff war ein willkommener Blutdruck-Senker.

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Die meisten der 6390 Zuschauer waren wohl noch vergeblich auf Biersuche, als das Leipziger Pokalfieber eskalierte, in der 47. Minute schlug Zak-Paulo Piplica zu – nur echt mit wallender Mähne. Wieder einmal hatte sich Theo Ogbidi auf links durchgedribbelt, war nicht in den Griff zu bekommen, seine Hereingabe bugsierte „Pipi“ per Hacke über die Linie – Ausnahmezustand! Und die Chancen wurden nicht weniger, Ziane (56.) und Ogbidi (62.) hätten den Vorsprung beinahe ausbauen können. Pokalfinale ist nur einmal im Jahr – und das ließen sich die Probstheidaer nicht mehr nehmen. Kein Zittern, kein Hoffen und Bangen, dafür kam von den Zwickauern einfach viel zu wenig.

Die Feierlichkeiten konnten beginnen, die Fans konnten es kaum erwarten. Einige wenige stürmten mit Abpfiff euphorisch den Rasen, zogen nach kurzer Ansprache der Spieler und aufziehender Polizei aber schnell wieder in Richtung der Tribüne ab.

Am Horizont wartet für Lok schon das nächste Ligaspiel. Dort kann gegen den Chemnitzer FC schon einmal für die Neuauflage des Finales von 2021 geprobt werden, sicher nicht mit maximaler Intensität. Am 3. Juni ist es dann soweit, ein neuer Held wird gesucht.

Alle Namen, alle Tore:

1. FC Lok Leipzig: Dogan - Voufack, Urban, Sirch, Eglseder - Abderrahmane, Piplica (90.+3 Weigel) - Ogbidi, Grym (78. Pfeffer), Dombrowa (90.+1 Rangelov) - Ziane

FSV Zwickau: Brinkies - Ziegele (78. Löhmannsröben), Susac (46. Coskun), Frick - Butzen, Könnecke (14. Carrera), Gomez, Jansen, Voigt (70. Schneider) - Baumann, Eichinger

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Tore: 1:0 Piplica (47.),

Gelbe Karten: Voufack (45.+2), Jansen (45.+2), Frick (90.)

Zuschauer: 6390

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