Handball

Der Aufstieg ist geschafft: Die Zukunftspläne von Leipzigs Handball-Amazonen

Einmal jubeln bitte: Der Amazonen Athletik Club ist in die Mitteldeutsche Oberliga aufgestiegen.

Leipzig. Der Rahmen hatte schon mal Zweitliga-Format. Rund 200 Zuschauer in der restlos ausverkauften Halle der Leipziger Sportoberschule, eine Menge Auswärtsfans, die auch richtig Stimmung machten und vor der Partie sogar ein bisschen Beef zwischen den Teams. Denn bei den Aufstiegsspielen um die Mitteldeutsche Oberliga zwischen dem Amazonen Athletic Club (AAC) und dem TuS Leipzig-Mockau war das Harz-Verbot in der Halle der Mockauerinnen ein bestimmendes Thema gewesen (LVZ berichtete). Die Amazonen hatte im Zuge dessen bei Instagram vor dem Hinspiel gepostet, dass man richtigen Handball mit Harz spiele. Die Mockauer Anhänger hatten daraufhin beim Rückspiel ein Banner aufgehängt, auf dem stand: „Wahre Amazonen spielen beim TuS Mockau“.

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Trotz der Rivalität verliefen die beiden Aufstiegsduelle aber letztlich fair und waren zusammengenommen auch eine klare Sache für die Amazonen. Denn nach dem 31:28 am Mittwoch in Mockau siegte der AAC am Sonntag auch in eigener Halle mit 30:23 (14:11). „Man muss fairerweise sagen, dass die Amazonen verdient gewonnen haben“, anerkannte TuS-Trainerin Janine Urbannek. Die ehemalige HCL-Aktive erklärte, dass ihre junge Truppe in den beiden Aufstiegsspielen viel Lehrgeld bezahlen musste, aber auch viel mitnehmen konnte: „Ich bin trotzdem unglaublich stolz auf meine Mädels, nächste Saison kommen wir noch stärker zurück.“ Zumal dann die Amazonen kein Konkurrent um den Aufstieg mehr sein werden.

Für Jule Zimmermann war es erst einmal das letzte Spiel

Für den ambitionierten Verein, der erst 2018 gegründet wurde, könnte die Oberliga nur eine Zwischenstation sein. Coach Richard Teichelmann sieht seinen Kader prinzipiell schon gerüstet für die höhere Staffel: „Dass wir hier mit sieben Toren gewinnen, zeigt, welche Qualität wir haben.“ Bereits in der Rückrunde der abgelaufenen Saison blieb der AAC ohne Niederlage und sicherte sich Mitte Mai auch zum zweiten Mal den Sachsenpokal. Die Leistungsträgerinnen wie der frühere HCL-Star Ingrida Radzeviciute oder die ehemalige Zweitliga-Spielerin Sabrina Sellaoui sollen zudem bleiben.

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Doch wo ist das Ende der Fahnenstange erreicht für die Amazonen? „Wo wir hinkommen wollen, kommen wir auch hin“, antwortet Teichelmann. 2023/24 wird es auch erstmals Derbys gegen den HCL geben – zwar erst einmal nur gegen die 2. Mannschaft, aber irgendwann könnte es dann auch gegen die Erste gehen.

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Nur eine wird dann nicht mehr dabei sein: Jule Zimmermann. Die Tochter von Ines Zimmermann, ebenfalls zu Bundesliga-Zeiten mit dem SCL, VfB und HCL erfolgreich, gehörte im Rückspiel gegen Mockau wieder zu den stärksten Amazonen. „Man sieht bei Jule das gottgegebene Talent ihrer Eltern“, erklärt ihr Trainer, denn auch Zimmermanns Vater Michael Heine spielte zumindest auf Drittliga-Niveau bei der SG LVB. Doch „Juri“, wie die Linksaußen von allen nur genannt wird, will vorerst mit dem leistungsorientierten Handball aufhören und sich auf ihre Ausbildung zur Erzieherin konzentrieren. Für immer? „Man soll nie nie sagen“, antwortet Jule Zimmermann. „Vielleicht komme ich irgendwann zu den Amazonen zurück.“ Mit 23 Jahren hätte sie dafür auf jeden Fall noch genug Zeit.

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