Bahnradsport und Wasserspringen

„Tasse“ nicht zu bremsen: Leipzigerin ersprintet vier EM-Medaillen in Cottbus

Anastasia Kuniß (neben Trainer Maximilian Levy) nach dem Triumph im Teamsprint.

Cottbus/Leipzig. Sie gehörte nicht nur wegen ihrer vier Medaillen zu den besten und schillerndsten Fahrerinnen der Bahnrad-Europameisterschaften der U23 und Junioren in Cottbus, wo sie die treusten und lautesten Fans an ihrer Seite wusste. „Zwischendurch dachte ich, meine Beine fallen ab“, sagte Anastasia Kuniß. „Aber mein Fanclub stand jeden Tag von früh bis spät auf der Matte und hat mich derart gepusht, dass es doch immer weiter ging“, ergänzte die Sprinterin vom RSV Speiche Leipzig. Seit Kindheitstagen lautet der Spitzname der 18-Jährigen einfach nur „Tasse“. Und dieser wurde in allen fünf Kurzzeit-Wettbewerben immer wieder durchs Rund in der Lausitz gerufen.

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Alles begann am Mittwoch mit der Goldmedaille im Teamsprint („Darauf hatten wir monatelang hingearbeitet“). Es folgten vier weitere kräftezehrende und nervenaufreibende Tage im Sprint, Kampfsprint Keirin und im 500 Meter Zeitfahren. In allen drei Einzeldisziplinen belegte die in Chemnitz trainierende Leipzigerin hinter ihrer Dauerrivalin aus Großbritannien jeweils Rang zwei. „Das waren richtig harte und enge Duelle. Manchmal ist die Britin grenzwertig gefahren und hat mich ganz schön abgedrängt. Einmal ist sie sogar von der Jury distanziert worden. Aber ich habe mich gut gewehrt und bin am Ende der Woche einfach nur happy.“ Vor allem im abschließenden Zeitfahren landete sie völlig überraschend auf dem Podium.

Die Fans kennt sie von der Schule und der Konfirmation

Von allen Sprinterinnen hatte die Sächsin die meisten Meter in den Beinen, da sie im Keirin erst über den Hoffnungslauf ihre Medaillenchance wahrte. Bei den Deutschen Meisterschaften im August in Berlin will sie im Hinblick aufs kommende Jahr auch schon bei den Frauen vorn mitmischen und ihre 200-Meter Bestzeit von 11,4 in Richtung 11,0 Sekunden verbessern. „Das wäre eine internationale Top-Zeit. Damit könnte ich allen zeigen, dass ich bei der WM in China dazugehöre.“ Denn diese Titelkämpfe lässt der deutsche Verband aus (LVZ berichtete). „Das ist sehr schade.“ Garantiert kann sie in ihrer weiteren Karriere weiter auf den Tasse-Fanclub bauen. „Das ist ein riesiger Support. Die meisten kenne ich seit Jahren vom Rudolf-Hildebrandt-Gymnasium in Markkleeberg und vom Konfirmanden-Unterricht. Den Kontakt habe ich nie schleifen lassen.“

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Für Bruno Keßler war es eine verkürzte, aber dennoch erfolgreiche EM-Woche. In Absprache mit seinem Management und dem Verband reiste der DHfK-Hoffnungsträger nach zwei starken Verfolger-Auftritten mit einem potenziellen künftigen Straßenteam ins Trainingslager nach Slowenien und verzichtete auf weitere Einzelrennen. Zum Auftakt hatte der 18-Jährige in der Lausitz als jüngster Starter Rang sechs belegt und den Bronze-Lauf nur um 0,6 Sekunden verpasst. Allerdings musste der Sachse ein gewaltiges Handicap verkraften. Wegen einer kaputten Startmaschine hatte sich sein erstes EM-Rennen um zwölf Minuten verzögert.

„Bruno war auf dem letzten Kilometer schneller als der Europameister, er hatte aber auf den ersten 1000 Metern einen zu großen Rückstand“, sagte sein langjähriger Coach Roland Hempel. Die Startphase habe der Vierer im Laufe des Turnieres immer besser in den Griff bekommen. Verdienter Lohn war die Bronzemedaille, wobei Keßler im kleinen Finale gleich drei Mal spektakuläre Führungsarbeit leistete und mit dafür sorgte, dass Gegner Frankreich eingeholt wurde. Keßler, der nach wie vor auf DHfK-Athletikcoach Steffen Matthes setzt und mittlerweile bei Ex-Bundestrainer Tim Zühlke aus Thüringen trainiert, sagte mit Blick auf den weiteren Saisonverlauf: „Vielleicht bekomme ich eine Chance, im Oktober bei der WM der Elite zu starten.“

Die DHfK-Wasserspringer Charlotte Lederer, Louis Förster und Jule Eisenberg (v.l.) präsentieren stolz ihre Medaillen.

DHfK-Wasserspringer bei Junioren-EM in Polen stark

Parallel zu den Bahnrad-Assen kämpften in Polen sechs DHfK-Wasserspringer erfolgreich bei der Junioren-EM. Das Sextett holte vier Medaillen und schaffte komplett den Sprung zur JWM Ende November in Rio de Janeiro. Beste Leipzigerin war Charlotte Lederer, die nach Auftakt-Gold im Teamevent noch Synchron-Bronze mit Jule Eisenberg errang. Drittbeste Europäer im Einzel wurden Jule Eisenberg und EM-Neuling Louis Förster. „Charlotte hat in diesem Jahr den größten Sprung gemacht. Jule und sie haben die neu erlernte schwere Rückwärtsschraube schon sehr gut ins Wasser gebracht“, sagte Trainerin Maria Hoppe, deren Schützlinge Vanessa Röhniß (4.) und Nuncio Steffenhagen (5.) das Podest knapp verpassten.

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