Bornaer SV vergeigt letztes Testspiel: Ein Weckruf im richtigen Moment?
Borna. Da war er also, der „Partycrasher“ der Vorbereitung beim Bornaer SV. Nach vier siegreichen Testspielen in Folge sollte es vermutlich nicht ganz so gemütlich werden, wieder andere sprechen von einer Warnung zur rechten Zeit. Die hoffentlich auch so verstanden wird.
Natürlich war mit dem SSV Markranstädt nicht irgendein Gegner zum Testspiel geladen, die Jungs von Coach Olaf Brosius liefen als Meister der Sachsenliga der vergangenen Saison auf, waren auch in der Vorbereitung bisher recht erfolgreich unterwegs. Laut Bornas Trainer Marco Gruhne sollte dies der besondere Härtetest für seine Jungs werden, sozusagen ein Testspiel unter Wettkampfbedingungen. Aber schon vor Anpfiff der Partie wurden aus dem Lächeln der Zufriedenheit, das die vergangenen Vorbereitungsspiele ihm ins Gesicht zauberten, Sorgenfalten. Verletzungsbedingt musste Gruhne seine Mannschaft umstellen, kurz vor Anpfiff signalisierte dann auch noch Yannik Richter eine kleine Blessur.
Borna steht stabil – aber nur 30 Minuten lang
Zu Beginn des Spieles das zu erwartende Bild, Markranstädt stand gleich auf dem Gaspedal, hatte deutlich mehr Ballbesitz. Allerdings zunächst nur in der ungefährlichen Zone. Borna stand in der Abwehr recht stabil – vorerst. Das erste Mal richtig gefährlich vor dem Tor der Gastgeber wurde es nach einer Viertelstunde. Eine scharfe Hereingabe von Paul Wolf konnte Max Salomon durch perfektes Stellungsspiel in höchster Not noch löschen. Markranstädt hielt den Druck weiter aufrecht. Der BSV machte es dem Sachsenligist aber mit viel Einsatz recht schwer, vor das Tor von Nick Teubert zu kommen.
Nach etwa einer halben Stunde wurde Borna etwas mutiger in der Offensive. Doch genau in diese Bemühungen hinein fiel die Führung der Gäste. Janko Hentsch setzte zu einem Distanzschuss an, Teubert sah den Ball zu spät und konnte den Einschlag flach im unteren Eck nicht mehr verhindern (32.).
Hiobsbotschaft: Marik Mäder muss verletzt vom Platz
Dann die nächste Hiobsbotschaft: Marik Mäder signalisierte eine Knieverletzung, Coach Gruhne musste erneut die Abwehr umstellen. Nun ging zwar offensiv etwas mehr, aber die Löcher in der Verteidigung wurden größer.
Nach einem langen Ball aus der Abwehr des SSV verteidigte Borna nicht konsequent genug. Den Abschluss von Florian Falk lenkte Eric Berger noch unhaltbar ins lange Eck ab (40.). Und Berger war es auch, der den 0:3-Pausenstand herstellte. Dabei nutzte er wieder Abstimmungsprobleme im Zentrum der Abwehr bei den Hausherren. Berger schob recht ungedeckt flach ins untere Eck ein (44.).
BSV-Defensive mit Auflösungserscheinungen
Dass dann in der zweiten Halbzeit beim BSV bei so manchem auch noch die Einstellung verloren ging, war schon erstaunlich sowie ärgerlich. Dennoch gelang den Bornaern ein schön vorgetragener Angriff in die Tiefe, Majd Almoussa legte perfekt zurück zu Luca Richter, der leider mit etwas viel Rückenlage über das Tor der Gäste schoss. Im unmittelbaren Gegenzug war die Bornaer Abwehr noch recht unsortiert, Wolf konnte von der linken Seite ohne Gegendruck flanken, im Zentrum stand Carlo Purrucker sträflich ungedeckt. Und der bedankte sich über so viel Freiheit mit dem 0:4 per Kopf (52.).
In der Folgezeit lief bei den Hausherren nicht mehr viel zusammen, besonders offensiv ging eigentlich gar nichts mehr. Und in der Abwehr? Da war die Devise Luft anhalten und hoffen. Was auch ziemlich lange gut ging, bis beim BSV dann die Kräfte endgültig schwanden – und der SSV dies eiskalt zum 0:6 Endstand ausnutzte. Mitten in eine Angriffsbemühung hinein starteten die Gäste einen Konter, Purrucker kam mit einem einfachen Trick an seinem Gegenspieler vorbei, bediente im Zentrum Roman Noguera und der schob ohne Probleme ein (82.). Die BSV-Innenverteidigung hatte sich zu diesem Zeitpunkt komplett aufgelöst.
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Trotz der deutlichen Niederlage sollte man in Borna nun nicht gleich panisch werden. Möglicherweise war diese Klatsche ja das Wecksignal zur rechten Zeit, bevor kommenden Samstag der VfB Zwenkau zum Start der neuen Saison in Borna aufläuft. Dann zählt es aber wirklich.