Brüder als Konkurrenten: Kevin und Leon Orgis fahren in der Superbike-IDM gegeneinander
Arnsdorf. Vom Einsteiger zum Seriensieger – das gelang Kevin Orgis aus Arnsdorf in der vergangenen Saison. Insgesamt fünf Jahre seiner Karriere hat der schnelle Sachse in der CEV Repsol Moto3-Junior-WM und der Moto2-EM in Spanien verbracht, bevor er für die Saison 2023 nach Deutschland zurückkehrte und mit seinem ORM-Team in der Klasse Pro Superstock 1000 in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) den Start wagte.
Und obwohl die BMW M 1000 RR und die Serie neu für den 23-Jährigen waren, sammelte Orgis als Debütant fünf Mal die maximale Punktzahl für den Sieg und sicherte sich beim Finale in Hockenheim den Meistertitel. Seine lehrreiche Zeit in Spanien dürfte einen großen Anteil an diesem Erfolg im vergangenen Jahr gehabt haben.
Viel Erfahrung in Spanien gesammelt
„Ich habe gelernt, anders Rennen zu fahren, beziehungsweise generell anders Motorrad zu fahren. In Spanien wird deutlich rigoroser vorgegangen. Die Fahrer haben weniger Hemmungen und das sorgt dafür, dass man selbst beginnt, in unübersichtlichen und stressigen Situationen einen klaren Kopf zu bewahren“, erinnert sich Orgis.
„Das hat mir ungemein dabei geholfen, nicht immer überrascht zu werden, wenn jemand versucht zu überholen, innen reinsticht oder ähnliches. Das ist etwas, was man in Spanien sehr gut lernt, weil dort 30 andere Fahrer genauso ticken“, erläutert der Arnsdorfer weiter. „Zudem habe ich mir dort eine effiziente Arbeitsweise angeeignet. Man musste sich aufgrund der Sprache gezielter verständigen und sich auf das Wesentliche konzentrieren.“
Das ORM-Team ist optimistisch
Sein Aufstieg in die IDM Superbike in diesem Jahr ist für ihn nun der folgerichtige Schritt. In dieser Klasse als Neuling gleich erneut einen Sieg einzufahren, dem sieht Orgis gelassen entgegen. „Der Plan ist es, diese Saison ähnlich wie letztes Jahr anzugehen. Wir haben so viel gelernt, dass wir der Meinung sind, dass wir gut dastehen und es auch in der Superbike-Klasse gut händeln können.“
Die Streckenkenntnisse hat sich der einstige Superstock-Pilot bereits 2023 angeeignet, um sich in diesem Jahr hauptsächlich der Feinabstimmung seines Motorrades widmen zu können. „Ich denke, es wird dieses Jahr nicht noch einmal passieren, dass ich als Debütant eine Saison gewinne“, so Orgis selbstkritisch. „Aber ich habe im vergangenen Jahr bei den Gaststarts schon gesehen, dass ich auf jeden Fall in die Top Ten fahren kann. Wenn es dann bei einigen guten Rennen in Richtung Top Five geht oder vielleicht zum Beispiel im Regen ein Podium drin ist, dann wären wir auf jeden Fall sehr zufrieden damit.“
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Leon Orgis ist Yamaha-Testpilot
Sein jüngerer Bruder Leon wagte sich nach einem Jahr Rennpause bereits 2023 mit einer 600er-Yamaha für das Team Kiefer Racing in die Supersportklasse der IDM. Dort belegte der 22-Jährige mit drei fünften Plätzen den siebenten Rang in der Gesamtwertung. Nun geht er als direkter Kontrahent seines Bruders Kevin bei den Superbikes an den Start.
„Es ist für uns keine neue Erfahrung, dass Kevin und Leon gegeneinander antreten. Das kennen beide schon von klein auf und es macht für sie keinen großen Unterschied. Beide haben jeweils für sich eine eigene Herangehensweise und Zielstellung, was sie in dieser Saison erreichen möchten“, erklärt Vater und ORM-Teammanager René Orgis, wenn man ihn auf die „Konkurrenten-Situation“ anspricht.
„Leon hat zudem als Superbike-Werkstestfahrer für Yamaha einen ganz anderen Auftrag. Auf ihn wartet in diesem Jahr ein umfangreiches Testprogramm mit mehreren Renneinsätzen. Dadurch kann er aber auch etwas entspannter an die Saison herangehen und sich voll und ganz auf die Entwicklung der Yamaha konzentrieren. Beide fiebern jedoch dem Saisonstart vom 3. bis 5. Mai auf dem Sachsenring schon entgegen.“