Chemie Leipzig: Trainer Miroslav Jagatic mit sofortiger Wirkung freigestellt
Leipzig. Das kam in der Schnelligkeit doch überraschend, obwohl die Großwetterlage in Leutzsch diese Entscheidung nicht mehr als unmöglich einstufte: Miro Jagatic ist nicht mehr Trainer der BSG Chemie Leipzig, wurde nach fast sechs Jahren Tätigkeit in Leutzsch nun „mit sofortiger Wirkung“ freigestellt. Das vermeldete der Verein am Abend auf seinen Kanälen. Damit reagieren die Chemiker auf die jüngeren sportlichen und offensichtlich zwischenmenschlichen Entwicklungen zwischen Trainer und Team.
Die Gespräche der „Quadriga 2.0″ mit den Spielern waren schon in der vergangenen Woche abgeschlossen worden. Durch intensive Einzelgespräche wollte man die Gründe ermitteln, warum es sportlich nicht mehr wie gewünscht lief. Natürlich waren auch die für Jedermann sichtbaren Spannungen zwischen Mannschaft und Trainer ein Thema. Offenbar waren die Eindrücke für die neuen sportlichen Entscheider bei der BSG zu erdrückend, um nicht sofort handeln zu müssen. Die Freistellung folgte als konsequenter Schritt. Uwe Thomas, Mitglied der Quadriga: „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, sind nach gründlicher Analyse aber zu dem Schluss gekommen, dass die Mannschaft in dieser Situation neue Impulse benötigt – auch auf der Trainerposition.“
Erst am 26. Januar die nächste Partie für Chemie
Denn schließlich geht es am 26. Januar bereits weiter in der Regionalliga. Dann nämlich bestreitet die BSG Chemie ihr Nachholspiel gegen Meuselwitz (13 Uhr). Bis dahin muss die Mannschaft die Köpfe frei bekommen, einen Neustart hinlegen und das angeknackste Selbstvertrauen wiedergewinnen.
Bei allen Querelen bleiben die zweifelsfreien Verdienste Jagatics. Uwe Thomas: „Miroslav Jagatic hat Chemie zu einem etablierten Regionalligisten gemacht und hier eine Ära begründet. Seine Verdienste um den Verein sind groß, er hat sich total mit Chemie identifiziert und wir sind ihm sehr dankbar für das Geleistete.“
Der Blick nach vorn gilt nun der Neubesetzung der Trainerpersonalie. David Bergner mit dem Ausblick: „Die Messlatte in puncto Fachkompetenz und Identifikationsbereitschaft hängt durch Miros Wirken für einen Nachfolger natürlich hoch, aber wir sind zuversichtlich, dass wir einen Trainer finden werden, der zu Chemie passt. Wenn wir schon bald eine Lösung finden, sind wir damit nicht unglücklich, aber unter Druck setzen wir uns auch nicht. Wir wollen keine Schnellschüsse. Falls nötig, werden wir eine Interimslösung finden.“