Kolume „Dreierspitze“

Warum die Champions League für RB Leipzig noch nie so wertvoll wie heute war

Würde RB Leipzig wohl nur noch die kalte Schulter zeigen, sollte es mit der Königsklasse nicht klappen: Xavi Simons.

Leipzig. Gewesenes wird zuweilen verklärt und in rosarotes Licht getaucht. Beispielsweise das wiederkehrende Auftauchen der Roten Bullen in der Champions League und der jeweilige Weg dorthin. Es war mitnichten so, dass sich RB alle Jahre wieder lässig unter die ersten vier Teams spielte und man Zweifel an der Korrespondenz zwischen Anspruch und Wirklichkeit nur von anderen Sportplätzen kannte. In der laufenden Saison gehört zur Wahrheit, dass sich RB in Sachen finanzielle Aufwendungen auf einem gesicherten dritten Platz einsortiert bzw. verausgabt hat. Hinter den Bayern und Dortmund, vor Leverkusen. Insofern klafft zwischen dem, was sich rund um den Cottaweg monetär ereignet und getan hat und jenem, was sich just tabellarisch tut, eine Lücke.

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Es ist kein Grand Canyon, es ist aktuell ein Punkt, der zum Minimalziel CL-Qualifikation fehlt. Das alles ist bei ausstehenden zwölf Spielen und 36 zu verteilenden Punkten beherrschbar und machbar. Und kann nur aus der eigenen Stärke und Überzeugung heraus funktionieren, wird eher weniger mit Einbrüchen der Konkurrenten aus Stuttgart und Dortmund zu tun haben. Der glänzend besetzte BVB wird auch an gebrauchten Tagen Punkte holen und an den guten Tagen Spiele gewinnen. Das in sich ruhende Team des VfB Stuttgart muss sich für keinen einzigen der geholten 46 (!) Zähler schämen, bringt Aufwand und Ertrag in ein beeindruckendes und stimmiges Verhältnis, hat Stressresistenz, Klasse und Unbekümmertheit nachgewiesen.

Ohne Champions League ist Xavi sicherlich weg

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Die Rasenballer? Sind in punkto Königsklasse Jäger und Gejagte. Getriebene, die nach einem XXL-Umbruch liefern wollen und müssen. Für die Champions League gilt heuer das, was Klosterfrau Melissengeist seit zig Jahrzehnten wie eine Monstranz vor sich herträgt: Noch nie war er/sie so wertvoll wie heute. Finanziell und vor allem sportlich. Wer mit der Königsklasse in Verhandlungen mit aktuellen (Xavi) und potenziellen Spielern der neuen Saison (auch Xavi) geht, muss nicht mit städtebaulichen Vorzügen, flauschiger Auslegware oder Neuseenland werben. Am Sonnabend geht es nach München. Dann könnte RB den BVB überholen. Oder in eine wieder länger gewordene Röhre schauen.

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