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Die Woche mit RB Leipzig: Was bleibt wirklich nach null Punkten aus sechs Spielen?

Ein herzliches Hallo aus der Sportredaktion,

sechs Spiele, null Punkte. RB Leipzigs Bilanz in dieser Champions-League-Saison ist bescheiden - und sie wird auch bei zwei Siegen in den ausstehenden zwei Partien nur unwesentlich besser, vielleicht aber besser erträglich. Denn das Hauptziel, die K.o.-Phase der Königsklasse, ob nun in Form der Playoffs oder nicht, wurde verfehlt. Betrachten lässt sich diese durchaus ernüchternde Tatsache aus mehreren Blickwinkeln.

Die Finanzen:

Es ist nicht so, dass RB nun so gar kein Geld erhält. 18,62 Millionen Euro Startgeld fließen in jedem Fall. Zudem besteht die Chance auf weitere 4,2 Millionen Euro, sollten die Partien gegen Sporting Lissabon und bei Sturm Graz gewonnen werden. Zwei Siege würden sich auch noch anderweitig auszahlen. Denn jeder Platz, den die Sachsen in der Champions-League-Tabelle nach oben klettern, bringt ebenfalls Bares. Der Letzte erhält 275.000 Euro, der Vorletzte 550.000 Euro usw. Obendrauf kommen noch Einnahmen aus der so genannten Wertesäule. Die lassen sich erst am Ende der Saison genauer beziffern.

Klar ist dennoch: Es hätten mehr Einnahmen fließen können, zum Einen natürlich über Zählbares (2,1 Millionen Euro pro Sieg, 700.000 Euro pro Remis), zum Anderen über die Tabelle und das Erreichen der K.o.-Phase. Die Playoff-Teilnahme hätte eine Million Euro gebracht, die Achtelfinal-Teilnahme 11 Millionen Euro. Zudem fehlen Zuschauereinnahmen aus möglichen K.o.-Spielen.

RB spart auch, so komisch es klingen mag. Denn bisher wurden, je nach Vertragskonstellationen der einzelnen Profis, keine Punkt- und/oder Siegprämien fällig. Dass diese Einsparungen die ausbleibenden Einnahmen ausgleichen, ist allerdings eher unwahrscheinlich.

Das Personal:

Ein beliebtes Argument in diesen Tagen: Durch sein Abschneiden verliert RB an sportlicher Attraktivität, einerseits für mögliche Neuzugänge, andererseits für aktuell an den Verein gebundene Kicker, bei denen sich Abwanderungsgedanken verstärken könnten. Sich international präsentieren zu können, gilt als starkes Argument im Werben um spielendes Personal. So weit, so unstrittig. Aber: Ob mögliche Neu-RB-Profis und bereits hier unter Vertrag stehende Herren 2025/26 mit Leipzig in der Königsklasse kicken können, hat rein gar nichts mit den sechs Niederlagen aus sechs Partien in der laufenden Champions-League-Saison zu tun. Sondern vielmehr mit dem Abschneiden von RB nach 34 Spieltagen in der Bundesliga. Platz vier ist diesbezüglich das Mindestziel.

Und dann ist da noch dieser Fakt: Auf das Erreichen eben dieses Mindestziels hat niemand mehr Einfluss als die aktuell das RB-Trikot tragenden Fußballer. Das gilt im Übrigen auch für die ersten drei der sechs verlorenen Partien in der Königsklasse, bevor das Verletzungspech so richtig zuschlug. Auch hier müssen die Herren vor allem vor der eigenen sportlichen Haustür kehren.

Das Renommé:

Neben RB haben nur zwei Teams ebenfalls keine Punkte geholt bisher: Slovan Bratislava und die Young Boys Bern. Von den fünf deutschen Mannschaften im Wettbewerb sind Leverkusen, der BVB und Bayern sicher weiter, der VfB Stuttgart hat als aktuell 26. noch alle Chancen. Es ist also möglich, dass die Leipziger als einziges Team nach der Ligaphase hängenbleiben. Manche umschreiben die Gesamtlage deshalb als Blamage für den deutschen Fußball, andere freuen sich ein Loch in den Bauch und suhlen sich in Schadenfreude. Jede und jeder wie er mag. Die null Punkte als Ausrutscher abzutun, als eine Art Betriebsunfall, ist sicher zu einfach, unangebracht und wird von den Verantwortlichen am Cottaweg so weder propagiert noch gehandhabt. Dennoch lohnt ein Blick auf die Leipziger Europa-Bilanz:

  • 2023/24: CL-Achtelfinale (Aus gegen Real Madrid nach 0:1 und 1:1)
  • 2022/23: CL-Achtelfinale (Aus gegen Manchester City nach 1:1 und 0:7)
  • 2021/22: Aus nach der CL-Gruppenphase; danach im Halbfinale der Europa League (Aus gegen Glasgow Rangers nach 1:0 und 1:3)
  • 2020/21: CL-Achtelfinale (Aus gegen Liverpool FC nach 0:2 und 0:2)
  • 2019/20: CL-Halbfinale (Aus gegen Paris St. Germain 0:3)
  • 2018/19: Aus nach der Gruppenphase der Europa League
  • 2017/18: Aus nach der CL-Gruppenphase; danach im Viertelfinale der Europa League (Aus gegen Olympique Marseille nach 1:0 und 2:5)

Angesichts dessen - und der eigenen Ansprüche - ließe sich vielleicht sagen, RB hat sich selbst blamiert. Der Stolz ist womöglich angekratzt, ausdrücklich auch der der Fans. Das wiederum ist auch anderen schon passiert. Für Bayer Leverkusen war in den vergangenen Jahren beispielsweise zweimal in der Zwischenrunde der Europa League Schluss, 2017/18 spielte das Team gar nicht im europäischen Wettbewerb, Auch der BVB scheiterte in nicht zu ferner Vergangenheit nach der Gruppenphase, um anschließend die Zwischenrunde der Europa League ebenso wenig zu überstehen. Alles nicht schön, alles weit weg von den eigenen Vorstellungen, denen der Fans, vielleicht auch von Fußballdeutschland.

Bei beiden Teams bedeutete das jeweilige Negativerlebnis übrigens nicht den Beginn einer ewigen Nacht und Durststrecke. Gleiches wird auch für RB Leipzig gelten.

Eure Antje Henselin-Rudolph

Leiterin Sport Unit

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Lese-Empfehlungen:

  • RB Leipzig muss gegen Eintracht Frankfurt zwei weitere Ausfälle hinnehmen, kann aber auch einen Rückkehrer begrüßen, zumindest auf der Bank. Einmal mehr gilt: Einer für alle, alle für einen. Gegen den direkten Konkurrenten braucht es mindestens einen Punkt. Guido Schäfer hat alle Infos.
  • Das Salzburger Pendant zu RB Leipzig wird ab der kommenden Spielzeit in der österreichischen Frauen-Bundesliga spielen. Was bedeutet das für die Arbeit von Cheftrainer Jonas Stephan am Standort Cottaweg? Tilman Kortenhaus hat nachgefragt.
  • Das Leben von RB Leipzig in der Champions League war eines im Konjunktiv. Wer trägt die Schuld an einer punktlosen Königsklasse? In der Bundesliga kann und müssen die Sachsen nun gegen Eintracht Frankfurt für das nächste Erfolgserlebnis sorgen. Guido Schäfer liefert eine vorläufige Analyse.
  • Die Roten Bullen rutschen mit sechs Niederlagen aus der Königsklasse – schon bevor die Rechnerei losgeht. LVZ-Reporter Benjamin Post bilanziert in der Spieltagskolumne über das jähe Ende einer zu kurz geratenen Reise und wie die weitergeht.
  • RB Leipzigs U19 beendet die Youth League mit einer Niederlage. Gegen Aston Villa führt das Team von Sebastian Heidinger trotz mehrerer fehlender Leistungsträger bis in die Nachspielzeit, muss dann noch zwei Treffer hinnehmen. Alle Infos hier.
 

Aktuelle Podcast-Folge:

Mike Hoffmann hat sich inmitten höchster RB-Not und kurz vor der Nummer 222 der Rückfallzieher in die Schweizer Berge abgeseilt, bestieg im rindskernledernen Luis-Trenker-Gedächtnis-Einteiler mit Seiteneingriff mehrere 8000er. Fern der Heimat kamen dem selbstgewissen Podcast-Partner von Nesthocker Guido grandiose Gedanken über die Lage bei den von Willi Orban angeleiteten Roten Bullen. „Willi und Co. haben das mit dem K.o. vor der K.o.-Phase geschickt eingefädelt, pumpen keine gute Energie in schlechte Dinge. In dieser Leipziger Champions League steckte von Anfang an der Belzebub. Weg damit und zum fröhlichen Adler-Rupfen übergehen.“ Womit Mike möglicherweise das Heimspiel gegen die SGE gemeint haben könnte. Guido ist ob dieser messerscharfen Expertise nahezu sprachlos, lässt das schnöde 2:3 gegen Aston Villa untern Tisch fallen und sich zur geistig-moralischen Erbauung von Leipzigs Trainer-Ikone Frank Engel unterstützen. Der weitgereiste und just installierte Mit-Macher der BSG Chemie lässt keine Luft an RB-Cheftrainer Marco Rose: „Marco passt zu RB wie Mike zu Guido.“ Und Dick zu Doof oder so. Natürlich gibt es noch weitere Themen in der aktuellen Podcast-Folge. Hört rein!

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Foto der Woche:

RB Leipzigs Fans (und Trainer Marco Rose) dürfte das ganz besonders freuen: Xavi kehrte in dieser Woche nach seinem Syndesmoseriss auf den Platz zurück, trainiert wieder auf Rasen am Cottaweg, wenn auch natürlich zunächst nicht mit der Mannschaft, sondern individuell. Gleiches gilt für David Raum. Ebenfalls wieder individuell am Ball: Castello Lukeba und Yussuf Poulsen. Für El Chadaille Bitshiabu sieht es noch besser aus. Der Franzose trainiert wieder mit dem Team, wird gegen Eintracht Franfurt auf der Bank sitzen.
 

Spruch der Woche

Der Anzug ist für mich ungewohnt und unnormal. Ich bin ein bisschen aufgeregt. Im Stadion bin ich gefühlt entspannter.

Xaver Schlager auf dem Roten Teppich der José-Carreras-Gala. Der Kicker saß dort am Donnerstag am Spendentelefon.

Und sonst so?

RB Leipzig Frauen müssen vorerst auf Lydia Andrade verzichten. Die Stürmerin zog sich im Spiel gegen Eintracht Frankfurt eine Bänderverletzung im linken Sprunggelenk zu. Wie der Verein am Donnerstagnachmittag mitteilte, wird die 25-jährige Schweizer Nationalspielerin am Montag in der Uniklinik Leipzig operiert. Andrade lief in der Hinrunde der laufenden Saison elfmal in der Frauen-Bundesliga und einmal im DFB-Pokal für RB auf, schoss ein Tor und bereitete zwei weitere vor.

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