„Nicht fair“

Dynamo Dresden gründet U23: Ein Absteiger mehr in der Fußball-Sachsenliga

Der Neueinstieg von Dynamo Dresden wirkt sich auch auf die Situation des SSV Markranstädt (blaue Trikots) und der SG Taucha aus.

Leipzig. Dynamo Dresden schickt ab der kommenden Saison wieder U23-, sprich eine zweite Männermannschaft ins Rennen. Das bestätigte der Sächsische Fußball-Verband am Donnerstagvormittag gegenüber der LVZ. Ein entsprechender Passus in der Spielordnung macht den Neueinstieg in der 6. Liga möglich. Dieser Schritt sorgt dafür, dass eine Mannschaft mehr aus der Sachsenliga absteigen muss.

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Theoretisch könnten auch noch RB Leipzig und Erzgebirge Aue eine U23 für die nächste Saison melden. Die Frist läuft bis zum 1. März. Derzeit ist aber nicht davon auszugehen, dass die beiden Clubs in diesem Jahr diesen Schritt gehen werden. Hintergrund: Vereinen aus der 1. bis 3. Liga, die über ein Nachwuchsleistungszentrum verfügen, gestattet die Spielordnung, eine U23-Mannschaft in der Sachsenliga an den Start zu schicken, ohne dass diese sich vorher sportlich dafür qualifizieren muss. Das soll den Schritt vom Nachwuchs- in den Herrenbereich erleichtern. Für die Amateure in Sachsens höchster Spielklasse bringt diese Möglichkeit einen bitteren Beigeschmack mit sich.

Vorsprung im Abstiegskampf schmilzt

Im Normalfall müssen zwei Teams die Liga verlassen, durch den Neueinstieg von Dynamo Dresden nun also drei. Mit dem FC Lößnitz, der sein Team zurückgezogen hat, steht ein Absteiger bereits fest. Trotzdem schmilzt für die Sachsenliga-Teams der Vorsprung zur gefährlichen Zone. Auch drei Mannschaften aus der Region sind betroffen.

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Tapfer Leipzig hat jetzt statt sechs Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz nur noch deren vier. Auch die SG Taucha (jetzt fünf) und der SSV Markranstädt (sechs) büßen zwei Zähler ihres Vorsprungs ein. Das sorgt wenig überraschend für wenig Begeisterung. „Wir akzeptieren das, weil es so in der Spielordnung steht. Fair finde ich es trotzdem nicht“, sagt SSV-Trainer Olaf Brosius. Er war von einer Aufstockung der Liga ausgegangen, wenn Teams hinzukommen, die sich sportlich nicht qualifiziert haben.

Hinzu kommt: Die Rechnung mit insgesamt drei Absteigern geht davon aus, dass es keine sächsischen Absteiger aus der Oberliga gibt, ein Team aus der Landesliga aufsteigt – und es aus allen drei Landesklasse-Staffeln je einen Aufsteiger gibt. Sollte sich an diesen Umständen etwas ändern, hat das auch automatisch Einfluss auf die Zahl der Absteiger. Beispiel: Verpasst ein sächsischer Club den Oberliga-Klassenerhalt, erhöht sich die Anzahl der Sachsenliga-Absteiger auf vier.

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