Dynamo verliert Sachsen-Derby in Aue und verpasst Tabellenführung
Aue. Dynamo Dresden hat den Sprung an die Tabellenspitze der 3. Liga verpasst. Die Elbestädter unterlagen am Sonntag im prestigeträchtigen Sachsenderby bei Erzgebirge Aue mit 1:2 (0:1). Somit konnte Dynamo den 3:6-Patzer von Tabellenführer Jahn Regensburg beim SV Sandhausen nicht ausnutzen. Vor 15 000 Zuschauern im Erzgebirgsstadion erzielte Marcel Bär (36. Minute) die Führung für den Gastgeber, ehe Tim Danhof (77.) erhöhte. Dynamo gelang durch Robin Meißner (81.) nur der Anschlusstreffer.
„Es ist eine Erleichterung, dass wir zeigen konnten, dass wir uns mit Spitzenmannschaften messen können. Wir haben uns weiterentwickelt und das haben wir heute gezeigt. Es war sehr viel Kampfgeist und Disziplin dabei, aber auch Taktik. Der Plan ist aufgegangen. Wir haben unsere Fans heute glücklich gemacht“, sagte Aue-Coach Pavel Dotchev nach seinem 20. Derby dem TV-Sender Magentasport.
Dynamo-Trainer Anfang: „Unentschieden wäre gerecht gewesen“
Dynamo-Kapitän Kapitän Stefan Kutschke vermisste das „Zweikampfverhalten. Wir sind nicht so giftig gewesen. Wir hatten zwar Torchancen, haben aber viel nach hinten gespielt. Eine Derby-Niederlage tut doppelt so weh, wie andere Spiele.“ Trainer Markus Anfang bilanzierte: „Wir müssen mutiger nach vorne spielen. Aue war sehr effektiv. Mit den wenigen Chancen, die sie hatten, haben sie ihre Tore gemacht. Wir hatten mindestens so viele Chancen, haben aber unsere Tore nicht gemacht. Ein Unentschieden wäre gerecht gewesen.“
Das 100. Derby – je nach Zählweise – begann sehr ausgeglichen. Die erste Chance hatten die Veilchen in der 15. Minute: Tim Danhof schickte Bär, der jedoch im Eins-gegen-Eins an Dynamo-Keeper Kevin Broll scheiterte. Es hieß zwar Abseits, das jedoch zu Unrecht. Nur zwei Minuten später konnten die Gäste aus Dresden nach einem Patzer von Danhof kontern, diesen aber auch nicht in etwas Zählbares verwandeln. Beiden Teams fehlte es zu diesem Zeitpunkt an Genauigkeit und Kreativität im Strafraum.
Meißners Anschlusstreffer kommt zu spät
In der 32. Minute musste das Spiel wegen Fan-Protesten kurzzeitig unterbrochen werden. Nach Wiederaufnahme der Partie traf Bär (36.) dann zum 1:0. Kilian Jakob, der mit Leichtigkeit an der Grundlinie gegen Claudio Kammerknecht vorbeizog, fand Bär, der in den rechten Winkel zur Führung traf. Nach dem Wechsel fehlte bei Dynamo der Druck, die Kreativität und die Ideen. In der 66. Minute musste selbst Kapitän Stefan Kutschke, der zuvor noch von Sören Gonther als Unterschiedsspieler auf „emotionaler Ebene“ gehandelt wurde, ausgewechselt werden.
Aue konnte sich dagegen immer wieder gefährliche Situationen erspielen. Dann wieder Danhof: Boris Tashchy spielte eine passgenaue Flanke auf den mittig in den Strafraum laufenden Danhof, der nur noch einschieben musste (77.). Dieser Treffer schien Wirkung bei den Gästen zu entfachen – Robin Meißner traf in der 81. Minute zum Anschluss. Die Schlussoffensive von Dynamo blieb jedoch wirkungslos.