Weihnachten wird Eishockey gespielt

1:2-Niederlage gegen Erfurt nach extrem kurzem Fest für die Icefighters

Die Black Dragons Erfurt – am Puck, unterstützt von ihren Fans im Hintergrund – waren am zweiten Feiertag der erwartet unbequeme Gegner für die Leipziger um Andre Schietzold.

Leipzig. Es war ein straffer Zeitplan für Coach Frank Fischöder und seine Jungs über die Weihnachtstage. Am Freitagabend traten die Icefighters bei den Hannover Indians an, erkämpften sich einen 2:1-Auswärtssieg und fuhren in der Nacht zurück nach Leipzig. Den 23. und 24. Dezember hatten die Kufencracks frei, immerhin. Einige von ihnen nutzten die Gelegenheit und düsten in die Heimat, auch ihr Trainer gönnte sich die Auszeit. Doch schon am ersten Weihnachtsfeiertag mussten alle zurück in der Messestadt sein. Das Duell mit den Black Dragons Erfurt benötigte die richtige Vorbereitung. Vor 1805 Fans gab es am zweiten Weihnachtsfeiertag im Eiszirkus ein 1:2 gegen Erfurt.

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„So ist nun mal unser Geschäft“, sagt Fischöder lakonisch zum weihnachtlichen Einsatz. „Klar würde ich gerne länger entspannen, aber auch andere Eishockey-Ligen wie die NHL oder die DEL spielen durch.“ Für den Übungsleiter, der seit dem Sommer bei den Icefighters am Ruder ist, bedeutete das, dass er am 23. Dezember morgens die rund 500 Kilometer nach Ludwigshafen am Rhein fuhr, wo Frau und Tochter leben. Am 25. Dezember ging es tagsüber dieselbe Strecke zurück. Immerhin kommt seine Familie nach dem Erfurt-Spiel noch nach Leipzig, sodass sie zum Ende des Jahres einige Tage gemeinsam verbringen können.

Eishockey-Spieler und -Trainer seit Jahren abgehärtet

Fischöder ist es nicht anders gewohnt. Schon in seiner aktiven Zeit in der zweiten und dritten Liga in den 90er-Jahren und später als Trainer wurde regelmäßig durchgespielt. „Das ist auch ein bisschen ein Alleinstellungsmerkmal des Eishockeys“, so Fischöder. Denn zumindest in Deutschland werden in wenigen Mannschafts-Sportarten über die Weihnachtsfeiertage Partien ausgetragen. Da auch der SC DHfK in diesem Jahr nicht zu Weihnachten spielte, hatten die Icefighters den 26. Dezember in Leipzig exklusiv. Die gut 1800 Fans machten im kleinen Derby gegen Erfurt im Eiszirkus mächtig Stimmung, der Gäste-Block war sogar ausverkauft. Damit stand der blauen Wand eine rote Wand aus Thüringen gegenüber – stilecht gekleidet in Weihnachtsmann-Outfit. Unter den Besuchern wurden unter anderem die Adventstrikots versteigert, mit denen die Eiskämpfer erneut antraten.

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Immerhin konnten Fischöder und einige Spieler über Weihnachten überhaupt in ihre Heimat. Für die Finnen im Team wie Walther Klaus und Sebastian Moberg war dies dagegen gar nicht möglich. „Die Jungs können zumindest über den Jahreswechsel nach Hause fliegen, da haben wir mal ein paar Tage am Stück frei“, erklärt Fischöder.

Einer der Leipziger Spieler, der es über Weihnachten in eine besonders weit entfernte Heimat schaffte, war der Essener Jan-Luca Schumacher. Der Stürmer kam im Sommer aus Bayreuth, Fischöder kannte den 22-Jährigen aber schon aus der gemeinsamen Zeit im Mannheimer Nachwuchs. 900 Kilometer hin und zurück in knapp zwei Tagen, aber Schumacher war es das wert, um seine Familie zu Weihnachten im heimischen Essen zu sehen. „Denn die Tage sind schon etwas Besonderes“, so Schumacher.

Weihnachtsgans? Kein Problem! „So viele Veganer“

Bei der Ernährung über die Feiertage vertraute der Coach seinen Aktiven voll und ganz und sah keine Gefahr, dass bei der Weihnachtsgans zu sehr hingelangt werden könnte. „In meinem Team sind mittlerweile so viele Veganer und Vegetarier, dass das kein Problem sein sollte“, erklärte Fischöder. Außerdem seien es ja eh nur zwei freie Tage fürs potenzielle Schlemmen. „Wie viele Tonnen sollen die Spieler denn in der kurzen Zeit essen?“, fragte Fischöder scherzhaft.

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Seine Spieler hatten sich zwar daran gehalten. Gegen den unbequemen und in dieser Saison besonders starken Tabellenvierten wurde es aber trotz der 1:0-Führung ein hartes Stück Arbeit – mit dem besseren Ende für die Gäste. Nach der schwarzen XXL-Serie zu Saisonbeginn konnten die Eiskämpfer am zweiten Feiertag die zuletzt fast schon goldene Serie mit 10 Siegen aus 13 Partien nicht weiter ausbauen. Das im Oktober noch abgeschlagene Schlusslicht ist dennoch im Mittelfeld der Oberliga Nord angekommen und hat sogar den direkten Playoff-Platz sechs wieder in Reichweite.

Es geht weiter Schlag auf Schlag, in diesem Kalenderjahr sind noch sechs Punkte zu vergeben. Und es wird in beiden ausstehenden Partien emotional. Zunächst streben die Leipziger am Donnerstag (28. Dezember, 19 Uhr) im dritten Derby der Saison bei den Saale Bulls Halle den zweiten Derby-Sieg an. Und am Sonnabend (30. Dezember) werden viele Zuschauer für den guten Zweck in den Eiszirkus kommen. Zur ungewohnten Anbully-Zeit (16 Uhr) findet gegen Herford das alljährliche Teddy-Toss-Spiel statt. Nach dem ersten Treffer der Hausherren werden um die Tausend Plüschtiere aufs Eis fliegen. Der Erlös der Aktion wird für den Verein Elternhilfe krebskranker Kinder an der Leipziger Uni-Klinik gespendet. Das Match steht auch im Zeichen des Abschieds von Sven Gerike. Der Ex-Coach der Leipziger wechselt nach neun Jahren in die DEL2 und wird Geschäftsführer in Selb. Mit Frank Schober

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