Drei Tore in 88 Sekunden: Weißenfels dreht erstes Finale gegen MFBC Leipzig nach 1:5-Rückstand
Leipzig. Als in der Brüderstraße das erste Männer-Finale um die deutsche Floorball-Meisterschaft angepfiffen wurde, lagen die Leipziger Frauen in ihrem zweiten Endspiel bei den Dümptener Füchsen bereits 0:2 zurück. Immer wieder gingen die Blicke der MFBC-Verantwortlichen aufs Smartphone. Die Damen schlugen sich parallel in Mülheim an der Ruhr mehr als achtbar, schafften zweimal den Ausgleich, doch am Ende verloren sie 5:8 und es blieb bei der Silbermedaille.
„Wir hätten vielleicht keine Hotelzimmer buchen sollen in der Hoffnung auf das dritte Spiel - dann hätten wir womöglich gewonnen“, sagte MFBC-Chef Ralf Kühne, der in Leipzig gemeinsam mit den 500 Zuschauern beim Blick aufs Spiel der Männer durch ein Wechselbad der Gefühle ging.
Kapitän Mark Oliver Bothe an ersten vier Toren beteiligt
Die Anfangsphase gehörte den Gästen, doch die ersten Tore erzielten die effizienteren Leipziger, die ihre wenigen Gelegenheiten eiskalt nutzen. Kapitän Mark-Oliver Bothe erzielte drei wunderschöne Treffer zur 3:0-Führung und gab die Vorlage zum 4:1.
Wie schnell es im Floorball geht, zeigte sich am Ende des zweiten Drittels. Nach 36 Minuten führten die Leipziger scheinbar sicher 5:1 und der Löwen-Fanblock war im Party-Modus. Genau 88 Sekunden später stand es nur noch 5:4 und die 200 Gäste-Fans sangen: „Jetzt geht‘s los!“ Diese Comeback-Qualität hatte Weißenfels in der Saison schon mehrfach gezeigt.
Weißenfels nutzt Leipziger Schwächephase gnadenlos aus
Das Leipziger Trainer-Duo Mattias Persson und Tommi Uosokainen - ein Schwede und ein Finne - hatte der ersten und zweiten Reihe eine Verschnaufpause eingeräumt. Und schon bekamen die Gäste Oberwasser. Sieben Minuten vor Schluss ging Weißenfels sogar 6:5 in Führung, weil der MFBC wegen eines Wechselfehlers in Unterzahl spielte. Den Leipzigern lief die Zeit davon. Drei Minuten vor Schluss nahmen sie den Torwart vom Parkett, doch das Powerplay blieb ohne Erfolg. Die Gäste waren nach der Sirene ein einziges Jubel-Knäuel.
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Nun muss der MFBC in der Best-of-5-Serie auswärts mindestens eine der zwei Partien gewinnen, dann würde am Himmelfahrt-Wochenende in der Brüderstraße in den Spielen vier und fünf wieder die Luft brennen. Mark-Oliver-Bothe sagte: „Bis zur 5:1-Führung sah es gut aus, danach fehlten aber fünf bis zehn Prozent. Das reicht in so einem Finale, dass sie es wieder eng machen.“ In den nächsten Partien müssen die Sachsen cleverer agieren und Strafen verhindern. „Sie haben in Überzahl eine enorme Qualität. Aber wir brauchen kein schlechtes Gefühl haben für das zweite Spiel und werden auf jeden Fall nächste Woche alles geben“, versprach der Kapitän den Fans.