2. Volleyball-Bundesliga

Misslungener Neustart und klare Worte: GSVE Delitzsch verliert Heimspiel gegen Grafing

Für die Gymnasialen – hier Friedrich Reuß am Ball – ist Abstand zum rettenden Ufer weiter gewachsen.

Delitzsch. Es sah alles so gut aus beim Duell des GSVE Delitzsch gegen den TSV Grafing am Samstagabend in der gut besuchten Beckerschachtel. Die Hausherren spielten im ersten Durchgang stark, führten zwischenzeitlich mit fünf Punkten Vorsprung und brachten nach etwas Zitterm den Satzgewinn noch nach Hause. Es war erst der vierte gewonnene Durchgang in dieser Saison und das erhoffte Signal – auch an die wie immer leidenschaftlichen Fans –, um doch noch einmal in den Abstiegskampf eingreifen zu können.

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Allein, es blieb bei der Hoffnung. Die Loberstädter unterlagen im zweiten Abschnitt relativ knapp, im dritten dann klar und im vierten schließlich wieder mit vier Punkten Rückstand und verloren damit auch die 13. Partie in dieser Saison ohne eigenen Punktgewinn. Da es sich bei Grafing um das Team handelte, das vor dem Spieltag auf dem letzten Nichtabstiegsplatz gestanden hatte, ist der Abstand zum rettenden Ufer weiter gewachsen und beträgt nun 16 Punkte. Realistisch gesehen muss man beim GSVE spätestens jetzt für die 3. Liga planen.

Auch Grafing steckt im Abstiegskampf

„Der erhoffte Neustart hat leider nicht geklappt“, resümierte GSVE-Coach Benedikt Bauer. Nachdem die erste Saisonhälfte für die junge Mannschaft vor allem zum Lernen gedacht war, sollten nun eigentlich Punktgewinne folgen. Und wann, wenn nicht zu Hause gegen den Aufsteiger aus Grafing, der ebenfalls mit einem unerfahrenen Team anreiste und im Abstiegskampf steckt?

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„Wir haben schon zum Ende des ersten Satzes etwas nachlässig gespielt“, ärgerte sich Bauer. Das setzte sich dann umso stärker im Spielverlauf fort. Dem Trainer fehlte vor allem die richtige Körpersprache und die Konsequenz in Annahme und Angriff: „Es war fast so, als ob wir uns nach dem Gewinn des ersten Satzes erschrocken haben und Angst davor hatten, tatsächlich ein ganzes Spiel zu gewinnen.“

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Dazu kritisierte der Übungsleiter, dass in seinem Kader zu viele nette Spieler seien, die für Siege in der 2. Bundesliga wohl etwas zu höflich und unerfahren seien. „Wir brauchen einfach mehr Arschlöcher im Team“, redete Bauer Klartext. Diese werden aber wahrscheinlich nicht mehr zur Mannschaft stoßen, sodass man jetzt schon von einer Abschiedstournee sprechen kann, die am nächsten Sonnabend beim favorisierten TV Bühl beginnt – auch wenn Benedikt Bauer betont, dass die Delitzscher solange kämpfen wollen, wie der Klassenerhalt rechnerisch möglich ist. Und für die eigenen, aufopferungsvollen Fans wolle man sowieso bis zum letzten Spieltag noch alles geben.

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