DFB-Pokal

Mit einer Gala ins Pokal-Finale! RB Leipzig fegt den SC Freiburg vom Platz

RB Leipzigs Kicker feiern das 2:0 durch Benjamin Henrichs.

Leipzig. „Wir holen den Pokal, Freiburg international…“ – den Song donnerten die Fans des SC Freiburg am Dienstagabend schon vor dem Anstoß durchs Stadion. Das mit dem Pokal wird in dieser Saison nichts. Heißer Favorit ist RB Leipzig!

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Der Song der Sachsen: „Berlin, wir kommen wieder.“ Melodie ziemlich offensiv, schmissig, macht Lust auf mehr. Die Roten Bullen donnerten in der ersten Halbzeit eine überragende Leistung auf den Rasen. Nach einem 4:0 mit einem Dani Olmo in Weltklasse-Form stand das vierte Finale in fünf Jahren für den amtierenden Pokalsieger aus Leipzig praktisch schon zur Pause fest. Am Ende hieß es 5:1.

RB Leipzig mit voller Offensivpower in der Startelf

Das Ergebnis sicherte den Leipzigern das Ticket in die Hauptstadt – am 3. Juni um 20 Uhr wird das Finale im DFB-Pokal angepfiffen. Gegner wird entweder der VfB Stuttgart oder Eintracht Frankfurt sein. Beide treffen im zweiten Halbfinale an diesem Mittwoch (20.45 Uhr) aufeinander.

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Natürlich wollten die Freiburger im Semifinale 2023 die Revanche für die 3:5-Niederlage (nach Elfmeterschießen) im Endspiel 2022 nehmen. Vor der Neuauflage des Duells hatte RB-Trainer Marco Rose ein Mittel, wie man Freiburger Fans und ihren Sport-Club aus dem Spiel nehmen kann: mit voller Offensivpower. Rose schickte Christopher Nkunku, Dani Olmo, Timo Werner und Dominik Szoboszlai auf den feinen, nochmal angewässerten Rasen. Keine Verletzungen, Sperren oder ähnliches konnte dieses feinfüßige Quartett aufhalten. Tempo, Technik, Torgefahr – alles dabei.

Insgesamt beschloss Rose für diesen Abend im Breisgau fünf Änderungen Startelf: Nach dem 1:0-Heimsieg am vorigen Samstag begannen für Lukas Klostermann, Mohamed Simakan, David Raum, Emil Forsberg und Kevin Kampl (muskuläre Probleme) die Herren Benjamin Henrichs, Marcel Halstenberg, Amadou Haidara – und eben auch Szoboszlai und Olmo.

Doppelschlag eröffnet Torregen

Und siehe da: Der Spanier schickte Nkunku perfekt, doch sein Abschluss strich knapp neben das Tor von SC-Keeper Mark Flekken (5.). Es war der Auftakt eines szenenreichen Olmo-Abends. Der Kreative ist nicht gerade als Kopfball-Ungeheuer bekannt, doch die Flanke von Halstenberg verwertete der 1,79 Meter große Spanier gerne zum 1:0 (13.). Der Beginn einer wahren Halbzeit-Show. Prädikat: Weltklasse.

Beim 2:0 ließ Olmo den Ball zu Henrichs klatschen, zack, 2:0 (15.). Was für ein Doppelschlag! Leipzig offensiv, schnell, direkt. Freiburg wollte kontern, doch selbst das gelang im eigenen Stadion nicht. Drei Chancen, zwei Tore – die neue entdeckte (und so lange schmerzlich vermisste) Leipziger Liebe zur Effizienz.

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„Wie gegen Bayern heute“ – was man so für Gespräche vor dem Spiel aufschnappt. Ein Freiburger Fan hatte einen Wunsch – zur Erinnerung aller flimmerten noch einmal die Freiburger Tore beim 2:1-Viertelfinalsieg gegen Top-Favorit München über die Anzeigetafel. Alles Geschichte.

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Eine von Vielen im Vorfeld befürchtete Verlängerung in diesem Halbfinale war spätestens in der 36. Minute passé – Szoboszlai machte nach dem 3:0 die Jubelpose von Cristiano Ronaldo. Vorher Weltklasse das Tor – wieder dank überragender Vorarbeit von Leipzigs Nummer sieben: Olmo!

Einen hatten sie noch: Und wieder war der Spanier dabei. Sein Pass auf seinen kongenialen Partner Nkunku schien ein leichtes, und wenn der Franzose so viel Rasen um sich herum hat, schießt er locker-leicht das 4:0 (45.). „Deutscher Pokalsieger, RBL“ donnerten die 1600 Leipziger Fans den Freiburgern entgegen. Mit dem 4:0 im Rücken sang es sich besser. Einsingen für Berlin…

Wermutstropfen: Platzverweis für Josko Gvardiol

SC-Coach Christian Streich tigerte die Coaching Zone entlang. Seine Freiburger schlichen über den Platz, zahm wie Kätzchen. Die Bullen bissig – aber auch (un-)kontrolliert. Bis WM-Star Josko Gvardiol die Welt nicht mehr verstand. Notbremse, umstritten. Der VAR griff ein nach seinem Foul (Halten) gegen Roland Sallai (57.), Rote Karte. Freistoßkönner Vincenzo Grifo zwang RB-Keeper Janis Blaswich zur ersten Parade (58.). Die Atmosphäre blieb hitzig. Von Freiburger Seite flogen Gegenstände aufs Feld, die es nicht braucht. Fans kletterten über den Zaun. Bierbecher, Münzen (70.), auch gegen die Leipziger Reservespieler – mehrminütige Unterbrechung. André Silva wurde am Kopf getroffen.

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Fans des SC Freiburg bewarfen erst Leipzigs Reservespieler, versuchten dann, in den Innenraum zu gelangen und den Platz zu stürmen.

Die Ausnahmekönner schon im Cooldown: Olmo und Nkunku gingen – nach einer Top-Stunde im lang ersehnten gemeinsamen Startelfeinsatz (zuletzt 5. November 2022) per Auswechslung geschont. Das 1:4 köpfelte der freistehende Michael Gregoritsch (Willi Orban in Reichweite) nach einer Flanke von Sallai (75.). Freiburg nahm das Flankenspiel auf. Der Pokalsieger verteidigte das 4:1 auch in Unterzahl. Und traf noch einmal. Das 5:1 machte Szoboszlai nach Foul von Lukas Kübler gegen Mohamed Simakan in der Nachspielzeit vom Elfmeterpunkt.

Freiburg, die Zweite: Ein Drehbuchautor hätte es nicht besser schreiben können. Schon am kommenden Samstag (15.30 Uhr) reist die RBL-Entourage wieder ins Freiburger Stadion. Manchmal bekommt der Verlierer die Chance zur Revanche schneller als man denkt. Und mit dem direkten Duell um einen Champions-League-Platz geht es auch dann wieder richtig um was. In Form für die Königsklasse war RB an diesem denkwürdigen Dienstag auf jeden Fall.

Und die RB-Fans brachten noch den Klassiker: „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin.“

Die Statistik zum Spiel:

Freiburg: Flekken – Kübler, Ginter, Lienhart – Sildillia (20. Grifo), Günter (79. Weißhaupt), Höfler, Eggestein (46. Keitel), Höler (76. Petersen), Doan (46. Sallai) – Gregoritsch.

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Leipzig: Blaswich – Henrichs, Orban, Gvardiol, Halstenberg (60. Raum) – Laimer (87. Diallo), Haidara – Olmo (60. Simakan), Szoboszlai – Werner (79. Poulsen), Nkunku (60. Klostermann).

Tore: 0:1 Olmo (13.); 0:2 Henrichs (14.); 0:3 Szoboszlai (37.); 0:4 Nkunku (45.); 1:4 Gregoritsch (75.); 1:5 Szoboszlai (90.+7/FE).

Zuschauer: 33.300.

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