RB Leipzig verstärkt den Angriff: Brajan Gruda kommt aus der Premier League
RB Leipzig hat am letzten Tag des Wintertransferfensters noch einmal in Sachen Angriff nachgelegt. Die Sachsen holen Brajan Gruda von Brighton & Hove Albion aus der englischen Premier League. Wie der Bundesligist am Montag mitteilte, kommt der 21-Jährige per Leihe bis zum Saisonende. Gruda wird die Rückennummer 10 tragen, die bis zum Sommer Xavi Simons gehörte.
"Wir sehen Brajan auf der Acht und der Zehn, wo er uns noch mehr Möglichkeiten gibt", so Marcel Schäfer, Geschäftsführer Sport bei RB. „Wir haben ihn schon seit mehreren Jahren auf dem Schirm und hätten ihn 2024 gern nach Leipzig geholt. Auch danach ist der Kontakt nie abgerissen. Umso glücklicher sind wir jetzt, auch wenn es sich zunächst um eine Leihe handelt.“ Nach LVZ-Informationen gibt es keine Kaufoption.
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Zur vollständigen AnsichtAuf den von Schäfer angesprochenen Positionen ist sonst eigentlich Assan Ouedraogo zu Hause. Doch der 19-Jährige laboriert erneut an einer Sehnenverletzung im linken Knie, wird nach Aussage von Coach Ole Werner bis Ende März fehlen. Die vergangenen Partien zeigten, dass die Facetten, die Ouedraogo dem Leipziger Spiel gibt, aktuell spürbar fehlen. Innerhalb der Transferperiode kurzfristig darauf zu reagieren, ergibt daher Sinn.
Regelmäßige Einsätze in der Premier League
Gruda ist in der Bundesliga kein Unbekannter. Mit 18 Jahren debütierte er im Trikot des 1. FSV Mainz 05 im deutschen Oberhaus, holte mit der U19 des FSV die Deutsche Meisterschaft der A-Junioren. Im Sommer 2024 wechselte der Linksfuß von Mainz zu Brighton & Hove Albion. Die Engländer legten satte 30 Millionen Euro für den Hochtalentierten hin, machten ihn damit zum Rekordtransfer des FSV. Beim Premier-League-Club kam er in der aktuellen Saison regelmäßig zum Einsatz, stand in 20 Pflichtspielen auf dem Rasen, machte drei Tore und legte drei weitere auf.
Im Dezember hatte sich Brighton-Coach Fabian Hürzeler zu Gruda geäußert. „Wir sind mit seiner Entwicklung recht zufrieden.“ Gruda komme immer besser in den Rhythmus, seine Leistungen würden zunehmend erwachsener. „Er versucht, einfache Fehler zu vermeiden, den Strafraum zu attackieren. Er versucht zu verstehen, welcher Druck nötig sei und welche Details beim Verteidigen wichtig seien. Er ist aber noch nicht da, wo wir ihn haben wollen“, so Hürzeler. Gruda müsse seine Gefährlichkeit im Strafraum weiter verbessern.
Gruda träumt von der DFB-Elf
Das kann er nun in Leipzig tun. „Er bringt einen guten Speed mit, ist technisch versiert und kreativ, hat dazu eine starke Ballkontrolle. Mit seiner Einstellung, seinem Einsatz und seiner Physis passt er auch im Defensivverhalten zu unserem Stil“, lobt Schäfer, der mit wenig Eingewöhnungszeit für den Neuzugang rechnet.
Mehr zur Person:
Brajan Gruda (31. Mai 2004 in Speyer geboren) ist ein deutsch-albanischer Fußballspieler. Der Flügelspieler ist deutscher Jugendnationalspieler. Gruda begann 2010 beim FC Speyer 09 mit dem Fußballspielen. Dort spielte er zuletzt als jüngerer Spieler bei den D-Junioren (U13), ehe er 2015 im Alter von 11 Jahren in das Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) des Karlsruher SC wechselte. Zur Saison 2018/19 folgte der Wechsel in das NLZ des 1. FSV Mainz 05. Im November 2022 wurde er mit einem Profivertrag ausgestattet. Zudem wurde entschieden, dass er ab Januar 2023 regelmäßig mit der Profimannschaft des damaligen Trainers Bo Svensson trainieren soll. Am 25. Januar 2023 debütierte Gruda im Alter von 18 Jahren in der Bundesliga, als er bei einer 1:2-Niederlage gegen Borussia Dortmund kurz vor dem Spielende eingewechselt wurde. Im August 2024 wechselte Gruda nach England in die Premier League zu Brighton & Hove Albion und unterschrieb einen bis 2028 laufenden Vertrag. Im Februar 2026 wechselte er am Deadline-Day auf Leihbasis zum Bundesligisten RB Leipzig, wo er bis zum Ende der Saison 2025/26 ausgeliehen ist.
Der wollte nach eigener Aussage unbedingt zu RB wechseln, „als klar war, dass für mich ein Winterwechsel möglich ist“. „In der Vergangenheit gab es zwischen RB Leipzig und mir immer wieder Kontakt”, wird Gruda zitiert. „Dieser Umstand gibt mir ein gutes Gefühl und zeigt, dass der Club sowie die Verantwortlichen von mir überzeugt sind und mich wirklich in der Mannschaft haben wollen. Ich kann es kaum erwarten, mit den Jungs auf dem Platz zu stehen und loszulegen.“
Abseits der Liga träumt Gruda übrigens von der Nationalmannschaft. Er wurde 2023 mit der Fritz-Walter-Medaille in Silber, dem Nachwuchspreis des DFB für seine besten Talente, geehrt. Mit der deutschen U21 wurde der Offensivspieler im vergangenen Jahr Vize-Europameister. Für Bundestrainer Julian Nagelsmann ist Gruda ebenfalls kein Unbekannter. Vor der EM 2024 durfte der damals 19-Jährige einen Teil der Turniervorbereitung mit der DFB-Elf absolvieren.