Geht was für RB Leipzig bei Manchester City? Im Prinzip ja, aber nur im Prinzip
Leipzig/Wolfsburg. Etattechnisch liegt das 2009 in der fünften Liga geschlüpfte RB Leipzig mittlerweile auf Platz drei der Bundesliga. Deutlich hinter Bayern und Dortmund. Deutlich vor Leverkusen. Und noch deutlicher vorm VfL Wolfsburg.
Darf man in Wolfsburg verlieren? „Im Prinzip ja“, würde Radio Eriwan funken. „Wenn sich die Wölfe vorm Spiel mit Harry Kane und Erling Haaland verstärken und die Rasenballer bis kurz vorm Anpfiff an der einzigen gut bestückten Hotelbar des einzigen Wolfsburger Fünfsterne-Hotels anstoßen.“ Weil weder noch passiert ist, bedarf die neuerliche RB-Pleite in der Volkswagen-Arena der schonungslosen Aufarbeitung.
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Ein positiver Aspekt der Nummer geht aus Leipziger Sicht so: Cheftrainer Marco Rose eierte hinterher nicht herum, führte weder die Abstinenz eines Fußball-Gottes noch die Weltuntergangs-Wetterlage, den vorm VfL-Tor parkenden Gelenkbus der Wolfsburger Stadtwerke oder einen belgischen Torwart vom anderen Stern ins Feld. Rose sagte, dass die Seinen 95 Minuten Zeit hatten, ihre Überlegenheit (grotesk anmutend) nicht nur auszuleben, sondern einem segensreichen und logischen Ende (Dreier) zuzuführen. Haben sie nicht, weil sie hinten zwei brutale und brutal bestrafte Systemausfälle hatten und vorne Aug‘ in Aug‘ mit Keeper Koen Casteels vom Fleisch und Glauben fielen.
Ja, ein Harry Kane hätte das Spiel trotz des ersten derben Fehlers von Janis Blaswich selbstredend Richtung Leipzig gezogen. Der wühlende Sprinter Lois Openda ist noch kein Kane, der tadelsfreie Rekordspieler Yussuf Poulsen wird keiner mehr. Wären ein fitter und selbstgewisser Timo Werner oder Dani Olmo eine Hilfe gewesen? Aber ja doch. Hätte Willi Orban eine der elf RB-Ecken ins Tor gerammt? Möglicherweise. Helfen diese Vermutungen und Erkenntnisse? Nö, kein bisschen. Für RB kann/wird es in dieser Saison der Rundumerneuerung nur darum gehen, alle PS aus dem Lazerett zu holen und auf den Rasen zu bekommen, um die erneute Champions-League-Qualifikation klarzumachen. Kann RB bei Manchester City etwas holen, Radio Eriwan? „Im Prinzip ja. Aber wirklich nur im Prinzip.“
In der LVZ-Spieltagskolumne „Dreierspitze“ bewerten Guido Schäfer, Benjamin Post und Antje Henselin-Rudolph im Wechsel die jeweils aktuelle RB-Partie.