Newsletter „Direktabnahme“

Post aus São Paulo: Ungeahnter Star-Rummel um Ridle Baku und Co.

RB Leipzig ist in Brasilien. Die LVZ ist mit vor Ort.

Olá de Atibaia,

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

was für ein Empfang war das denn bitte? Womit RB Leipzigs Profis vor dem Besuch der Deutschen Schule in São Paulo genau gerechnet hatten, blieb ihr Geheimnis. Dass der Empfang in der 1916 gegründeten Bildungseinrichtung die Fußballer förmlich aus den Socken haute, war dagegen offensichtlich. Die Tür des Mini-Busses, der Ridle Baku, Leopold Zingerle, Lukas Klostermann sowie die U19-Kicker Lionel Voufack, Toni Langsteiner, Jonathan Norbye und Mika Walther auf das bestens abgeschirmte Gelände gebracht hatte, war noch nicht ganz offen, da gellten Pfiffe, Schreie und - ja - Kreischen durch die Luft.

Wer von den sieben Kickern bis dato mit Starrummel gefremdelt haben sollte, der bekam nun das, was manche vielleicht Konfrontationstherapie nennen würden. Spätestens beim Empfang in der Sporthalle gab es kein Halten mehr bei den Schülerinnen und Schülern. Bei der obligatorischen Vorstellungsrunde schlug das imaginäre Jubel-Meter neben Baku vor allem bei Voufack und Langsteiner bis zum Anschlag aus. Dass die beiden erst 17 und 16 Jahre alt sind, sorgte nicht etwa für ungläubiges Staunen, sondern für Standing Ovations und Sprechchöre.

Ansicht wechseln

In dieser Ansicht können leider nicht alle Inhalte korrekt dargestellt werden.

Zur vollständigen Ansicht
Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Ein kurzer Exkurs: Aktuell lernen 940 Schülerinnen und Schüler am „Colégio Humboldt“. Schon Zweijährige werden hier aufgenommen, zur Schule gehören Krippe und Kindergarten. Früher seine es vor allem die Kinder deutscher Familien gewesen, die hier unterrichtet wurden, erzählt eine Lehrerin. Inzwischen schicken aber immer mehr brasilianische Familien ihre Kinder hierher. Es gibt zwei Schulzweige. Im ersten ist die Unterrichtssprache fast ausschließlich Deutsch. Der Lehrplan orientiert sich an dem von Baden-Württemberg. Abgelegt wird ein zentrales Abitur, das an allen Deutschen Schulen gleich ist. Im zweiten, einem bilingualen Zweig, wird ein brasilianisches Abitur abgelegt.

Wie hier nur wieder wegkommen?

Auf dem weitläufigen Gelände der Schule, auf dem sich früher ein Gestüt befand, fehlt es an nichts. Es gibt eine Open-Air-Mensa, ein auch als Kino nutzbares Theater (in dem am Montagvormittag „Good Bye, Lenin!“ lief), eine Schwimmhalle, großflächige Sportanlagen und viel Grün. Es gibt einen eigenen Busshuttle-Service für die Kinder. Wer mag, kann hier übrigens einen Ausbildungsberuf erlernen. Denn das „Colégio Humboldt" verfügt seit 1982 auch über eine Berufsschule, bildet zum Beispiel Industriekaufleute aus. Zu den Partnerunternehmen gehören unter anderem Volkswagen, Zeiss, Mercedes, Nivea und Bayer.

Zurück zu den RB-Kickern: Nach Vorstellungsrunde und ein paar stark verkürzten Elfmetern – ein Schwimmlehrer vereitelte unter lautem Jubel seiner Schüler einen Versuch von Ridle Baku – stürmten die Kinder und Jugendlichen förmlich das Parkett. Selfies, Autogramme, jedes Erinnerungsstück war begehrt.

RB Leipzigs Ridle Baku umringt von Schülerinnen und Schülern der Deutschen Schule in São Paulo.

Die anwesenden RB-Mitarbeiter hatten ihre liebe Mühe, die in kleinen Schüler-Trauben „gefangenen” Spieler irgendwann wieder Richtung Ausgang zu bugsieren. Einhellige Meinung der Profis: ein besonderer Vormittag. Die Kids, die auch dann noch aus Leibeskräften „I love you, Baku“ brüllten, als sich die Bustür wieder schloss, dürfen das ähnlich gesehen haben.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Eure Antje Henselin-Rudolph

Leiterin Sport-Unit (derzeit in Atibaia)

Übrigens: Ab sofort bietet Euch der Newsletter noch mehr. Mit dem Abo „LVZ Newsletter+“ erhaltet Ihr exklusiven Zugriff auf alle kostenpflichtigen Inhalte von LVZ+, die im Newsletter verlinkt sind. Hier gibt es alle Infos.

 

Lese-Empfehlungen:

  • RB Leipzigs Trainer Zsolt Löw spricht in den höchsten Tönen über Jürgen Klopp und äußerte sich stark befremdet von der Berichterstattung rund um den Head of Global Soccer von Red Bull. Hier mehr lesen.
  • Während der Brasilien-Tour laufen die Personalplanungen bei RB Leipzig weiter. Dabei besonders im Fokus: Führungsspieler. Nur mit deren Hilfe könne die Mannschaft ihre Widerstandsfähigkeit zurückerlangen, ist Coach Zsolt Löw überzeugt. Weitere Infos hier.
  • Für David Raum ist die Brasilien-Tour mit RB Leipzig nicht die letzte Station vor dem Saisonende. Mit dem DFB-Team kämpft er um den Titel in der Nations League. Das Europa-Aus mit den Sachsen bedauert der 27-Jährige sehr, will aber keinesfalls im Negativen verharren. Hier geht‘s zum Text.

Das passiert am Dienstag:

  • RB Leipzig weiht am Vormittag einen vom Club finanzierten Bolzplatz ein. Vorstandschef Johann Plenge wird dabei Ort sein.
  • Am Abend (18.30 Uhr Ortszeit) steht die zweite Trainingseinheit auf dem Plan. Die wird öffentlich sein.
 

Spruch des Tages:

Das habe ich aus meiner Schulzeit aber anders in Erinnerung.

Ridle Baku beim Jubelempfang in der Deutschen Schule in São Paulo

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Fotos des Tages:

Erwies sich als Naturtalent auf der künstlichen Welle des Boa Vista Surf Village: RB Leipzigs Kosta Nedeljkovic. Der 19-Jährige hatte sichtlich Spaß.
Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Benjamin Sesko wirkte von Minute eins an wie ein absoluter Profi auf dem Surfbrett.

Und sonst so?

Pünktlich zum Training zu kommen, das ist im Großraum São Paulo gar nicht so einfach. Wenn zudem der Zeitplan drückt und die Entfernungen zwischen den einzelnen Terminen es in sich haben, ist Kreativität beim Transport gefragt. Die RB-Verantwortlichen scheuen dabei auch vor der ganz großen Lösung nicht zurück. So nahm Xavi Simons am Montag für einen Termin am Instituto Projeto Neymar in Santos (rund 80 Kilometer, mit Glück zwei Fahrstunden) den Helikopter. Simons und Neymar kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit beim FC Barcelona. In Santos zeigte der brasilianische dem niederländischen Star sein Herzensprojekt, das sich seit zehn Jahren um Kinder, Heranwachsende und deren Familien aus prekären sozialen Verhältnissen kümmert.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Auch Benjamin Sesko und Kosta Nedeljkovic bestiegen einen Hubschrauber, der sie ins rund 130 Kilometer entfernte Boa Vista Surf Village brachte (mindestens zwei Stunden Fahrzeit). Dort probierten sich die beiden gemeinsam mit Pedro Scooby, einem brasilianischen Surfer, im Wellenreiten. Der 36-jährige Red-Bull-Athlet stellte schnell fest: Talent auf dem Brett haben beide.

 

Newsletter-Archiv:

TZ Inhalte als bevorzugte Quelle markieren — dann erscheinen unsere Artikel häufiger in Ihren Google-Schlagzeilen.Inhalte in den Google-Schlagzeilen bevorzugen?
Bevorzugen