Kolumne „Dreierspitze“

RB Leipzig nach dem 3:3 gegen Bayern: So könnte es mit der Champions League klappen

Mit einer Leistung wie gegen den FC Bayern könnte sich der Traum von Europa für RB und seine Fans noch erfüllen.

Leipzig. Ja, es gibt sie auch in digitalen Zeiten noch, die Leser-Blatt-Bindung. Die emotionale Verbundenheit des Lesens Mächtiger gegenüber der Zeitung ihrer Wahl. Im vorliegenden Fall ist die Rede vom Pingpong zwischen den Fußballspielern der Roten Bullen und ihrer harten und herzlichen LVZ. Nach dem 1:1 gegen Kiel und dem 0:4 in Frankfurt mussten die Stars allerhand Schlimmes in ihrer in der Kabine kreisenden Postille über sich lesen.

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… mit dem Storch gepokert und ein dürres Beinchen gewonnen ...

… unfähig den eigenen, hochbegabten Hund anzumelden und einen minderbegabten Kieler Gegenspieler abzumelden ...

… ein Sammelsurium aus überschätzten Diven, die man beim Sprinten malen kann, Eigenbrötlern, die Salatblätter aus eigenem Anbau lutschen und einigen wenigen Helden der sozialistischen Arbeit, die ob ihrer abseitig beschäftigten Kollegenschar am Rande der Wahnsinns wandeln ...

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… ein Boxer im güldenen Ringstaub, der sich zuvorderst um die Passform seiner Locken und die nächsthöhere Kampfbörse sorgt ...

Salz in der Wunde lässt die RB-Patienten erwachen

Ja, das war alles nicht schrecklich nett ge- und beschrieben, fast alles schrecklich überzeichnet. Diese fiesen Artikel wurden in der Kabine erst heiß diskutiert, dann wahrscheinlich mit Pfeil und Bogen beschossen, mindestens aber mit sündteurem Massageöl besudelt und zerfleddert.

Aber: Das Salz in tatsächliche und im Werden befindliche Wunden hat den siechenden Patienten offenbar in sich gehen, wach und fidel werden lassen, denn: Die ersten 45 Minuten gegen die Bayern waren die griffigsten, attraktivsten und intensivsten dieser gebrauchten Saison.

Welche Lehren hat RB für den Rest der Saison gezogen?

Wenn die RB-Fußballer so oder so ähnlich regelmäßig über 90 Minuten gespielt und vor allem gekämpft hätten, wäre die Champions-League-Qualifikation längst fix, müssten jetzt nicht die Spiele in Bremen und gegen Stuttgart gewonnen werden, könnte man sich den Blick aufs Tun der Freiburger, Dortmunder oder auch Mainzer sparen. Trotz des seit Jahren anhaltenden Aderlasses an der Front der gottbegnadeten Blaublüter, wäre RB hinter den Bayern, Bayer und der SGE ins Ziel getrudelt.

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Weshalb bedarf es diverser Brandreden aus dem Mund des harmoniebedürftigen Zsolt Löw, um dieser Mannschaft Grundsätzliches wie Leidenschaft, Widerstandskraft, Ehrgefühl und Miteinander in den Sinn zu rufen? Weshalb musste Löw eine Qualifikationswoche ausrufen? Waren jene, die in Ermangelung an Konkurrenz eh immer spielen, beim Training dünn drüber gegangen?

Welche Lehren müssen für den Rest der Saison und auch und vor allem für die neue Saison gezogen werden? Und könnte bitte mal irgendjemand aus dem RB-Beritt beim Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach (fängt mit P an, hört mit uma auf) vorsprechen, dass man Herrn Xavi nach einem 0:4 am Main nicht als König des Spielfeldes („king of the pitch“) ins World Wide Web postet? Leider auch kein Witz: Falls Simons gegen die Bayern ein Tor gemacht hätte, wäre ein Foto mit Krönchen auf dem Haupthaar entstanden. Fotografin und Krönchen standen schon parat.

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