Favoriten-Status gerecht geworden: SG Taucha dreht Pokalspiel beim Radefelder SV
Leipzig. Von Wunschgegnern und Saisonzielen will Marcus Jeckel - seit 2017 Chefcoach bei der SG Taucha 99 – nach dem 3:1-Pokalsieg beim Sachsenliga-Absteiger Radefelder SV erst einmal nichts wissen. „Wichtig ist, dass meine Männer auch Spaß haben und gerne zum Training kommen.“ Im Pokalspiel gegen Radefeld blieb der Spaß aber erstmal auf der Strecke.
„Wir haben einen Umbruch im Team gehabt und müssen nun viele Neue integrieren“, sagt Jeckel, der mit seinem Team 2023/24 den Meistertitel holte. „Wir haben in Taucha grundsolide etwas aufgebaut, wollen unsere jungen Spieler entwickeln und guten Fußball spielen.“ Das war in Erstrundenduell beim RSV aber gar nicht so einfach, weil die Gastgeber sehr tief standen und „nichts zulassen wollten“, wie Jeckel mit Blick auf die torlose erste Halbzeit befand. „Da hätten wir eigentlich schon führen müssen. Aber stattdessen haben wir den Gegner ins Spiel gebracht.“
„73 Prozent Ballbesitz, 17 Freistöße“ - und trotzdem in Rückstand
Jeckels Radefelder Trainerkollege Martin Gründling musste schon früh wechseln, weil sich Viet Duc Pham ohne Fremdeinwirkung am Fuß verletzte. Für ihn kam in der 17. Minute Jonas Görner ins Spiel. Die RSV-Abwehr hielt dem Gästeangriff trotzdem stand. „Wir hatten 73 Prozent Ballbesitz, sieben zu null Eckbälle und 17 Freistöße“, berichtet Marcus Jeckel, der am Montag die präzise Statistik der Partie unter die Lupe nahm. Und dann passierte das, was die Gäste eigentlich vermeiden wollten. In der 56. Minute knallte der Radefelder Marlon Rezende Emidio Costa den Ball aus 18 Metern unhaltbar ins lange Eck des Tauchaer Tores. Keeper Tim Grune war laut Jeckel bei diesem „herrlichen Tor“ chancenlos.
Erst in der 74. Minute konnte das SG-Team zum 1:1 ausgleichen. Fabian Döbelt war im Radefelder Strafraum gelegt worden und Franz Bochmann verwandelte den fälligen Foulelfmeter. Kurze Zeit danach auch noch Riesenpech für die Gastgeber, als Franz Voigt nach einer Ecke der Ball ans Knie sprang und von dort ins eigene RSV-Tor (1:2/78. Minute). Nils Tzeuschner machte mit dem 3:1 aus sieben Metern Torentfernung in der 82. Minute den Sack zu für Taucha. „Danach hatten wir noch Riesenchancen und hätten höher gewinnen müssen. Aber wir haben sie leider nicht so verwertet, wie wir das eigentlich können“, meinte Jeckel. „Letztlich war unser Sieg nach diesem souveränen Spiel aber verdient.“
Bleibt abzuwarten, wie weit die Pokalreise diesmal geht für Taucha. 2023/24 war in der dritten Runde Schluss, als der 1. FC Lok Leipzig vor 2000 Zuschauern bei der SG mit 3:0 gewann – wobei die beiden letzten Treffer erst in der 73. und 77. Minute fielen.