Trotz Zeitplan-Chaos: Leipzigerin Marie Branser gewinnt erstes Turnier für Guinea
Leipzig. Wettkämpfe in Afrika halten immer wieder Überraschungen parat. Die Leipziger Judoka Marie Branser kann davon ein Lied singen – lässt sich aber von nichts mehr aus der Bahn werfen. Seit 2019 startete die 30-Jährige für die Republik Kongo, wegen des dortigen organisatorischen Chaos samt Korruptionstendenzen gelang ihr im Herbst 2022 der erneute Nationenwechsel. Nun geht die Sächsin für Guinea auf die Tatami – nach anderthalbjähriger Pause gelangen ihr die ersten beiden Turniersiege für das westafrikanische Land.
Nach Erfolgen im Senegal und Kamerun geht die Halbschwergewichtlerin vom SC DHfK mit Rückenwind ins neue Jahr. Für 2023 rechnet die Olympiateilnehmerin von Tokio mit 15 bis 18 internationalen Turnieren.
Branser beißt sich durch
Gleich ihr erster Wettkampf stellte die Leipzigerin vor eine riesige Herausforderung. „10 Uhr sollte es losgehen. Ich hatte gerade den Judoanzug übergestreift und wollte mit meiner spezifischen Erwärmung anfangen, als ich 9.25 Uhr zum ersten Kampf aufgerufen wurde.“
Fünf Minuten später sei sie schon dran gewesen. Zwar waren die Kontrahentinnen nicht minder überrascht vom neuen Zeitplan. Doch die Nervosität der Leipzigerin stieg ins Unermessliche. Schließlich wollte sie sich im ersten Kampf für Guinea von ihrer besten Seite zeigen – und ihr fehlte jeglicher Wettkampfrhythmus. „Ich bin schwer reingekommen, habe mich aber durchgebissen. In Kamerun lief es schon deutlich besser.“ Ihr reichten jeweils zwei siegreiche Kämpfe zum Turniererfolg, hr neues Team sei sehr zufrieden gewesen.
Derzeit bereitet sich Marie Branser in Österreich auf den Grand Prix in Portugal und den Grand Slam Anfang Februar in Paris vor. Das Jahr 2023 ist vorentscheidend für die Qualifikation zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris.