Wie kann Leipzig lebenswerter werden?

Das sind die Reaktionen auf das LVZ-Projekt „50 Visionen für Leipzig“

Die LVZ-Aktion „50 Visionen für Leipzig“ wird auch von einer Plakatkampagne in der Stadt begleitet.

Leipzig. Wenn ein neues Jahr anfängt, dann ist das für viele Menschen auch ein Aufbruch. Bei der LVZ hat das neue Jahr mit einer besonderen Aktion begonnen: 50 Menschen aus der Stadtgesellschaft zeigen, was ihre Vision für die Stadt ist. Es sind die großen Visionen und die kleineren Projekte, die seit vergangenem Wochenende in der LVZ zu lesen sind. Start-up-Entwickler Marco Weicholdt hoffte in seiner Vision auf einen „positiven Größenwahn“ für die Stadt. „Ich meine damit keinen eitlen Größenwahn, sondern einen produktiven, risikofreudigen Geist“, schrieb er.

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Weicholdts Text wurde mehrfach kommentiert: „Positiver Größenwahn – trefflich formuliert!“, schrieb etwa Ines Zekert, Präsidentin des Leipziger Marketing Clubs beim Netzwerk Linkedin. Und Matthias Forßbohm, Präsident der Handwerkskammer zu Leipzig, schrieb, Weicholdt habe mit seiner Aufforderung nach mehr Mut zum Gründen und einer Kultur des Anpackens einen Punkt getroffen, der Leipzig voranbringen werde.

Weitere Visionen: Gewandhausdirektor, RB, eine Cafébesitzerin

In den ersten Tagen wurden aber noch weitere „Visionen für Leipzig“ veröffentlicht: Kulturmanagerin Lena Seik wünschte sich eine Kleiderbibliothek, Sänger Sebastian Krumbiegel ein Kultur- und Begegnungszentrum in der Innenstadt und Musikerin Sarah Lesch ein Grundeinkommen für Künstler. Die Vision von HTWK-Rektor Jean-Alexander Müller malt das Bild einer Region, die unabhängiger und widerstandsfähig wird.

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Gewandhausdirektor Andreas Schulz, der OBM und ein Vertreter von RB Leipzig werden in den kommenden Wochen genauso ihre Vision teilen, wie eine Autorin, eine Cafébesitzerin und ein Arzt. Jeweils von Montag bis Samstag werden bis Ende Februar weiter Visionen erscheinen zu Wirtschaft, Umwelt, Verkehr, Kultur und den vielen anderen Bereichen der Gesellschaft.

Nach all den schlechten Nachrichten über die wirtschaftliche Lage derzeit braucht es wieder ein Größerdenken als positives Signal zum Aufbruch.

Matthias Forßbohm

Präsident der Handwerkskammer zu Leipzig

Matthias Forßbohm, Präsident der Handwerkskammer zu Leipzig, sagt, die Entwicklung von machbaren Zukunftsperspektiven für Leipzig sei absolut notwendig und wichtig. „Sie sollten als positives Zeichen für das neue Jahr 2026 wirken. Nach all den schlechten Nachrichten über die wirtschaftliche Lage derzeit braucht es wieder ein Größerdenken als positives Signal zum Aufbruch.“

Auch sonst gab es Reaktionen auf den LVZ-Schwerpunkt zu den „50 Visionen für Leipzig“: Roald Muspach, Geschäftsführer der Contas KG, schrieb, eine Vision für Leipzig sei nicht zuerst ein Hochglanzbild von Wachstum, Innovation oder internationaler Sichtbarkeit. Sie sei eine Frage des inneren Zusammenhangs dieser Stadt. „Leipzig braucht eine Vision, die Wachstum und Gemeinsinn zusammendenkt“, so Muspach.

Aus der Lokalpolitik meldete sich Linken-Fraktionschefin Franziska Riekewald zu Wort: Gerade in einer herausfordernden Zeit mit zu wenig Geld im städtischen Haushalt und immer mehr Druck auf die sozialen Errungenschaften der Stadt interessiere es die Linke, was die Leipziger denken und in welche Richtung die Stadt gehe. „Es braucht neue Ideen, um Leipzig wieder einmal neu zu erfinden. Damit unsere Stadt so lebenswert bleibt, wie sie ist.“

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Mathias Reuschel, Präsident des Wirtschaftsvereins „Gemeinsam für Leipzig“, hatte sogar einen Vorschlag für das weitere Vorgehen: Man solle die Visionen nicht nur abdrucken, sondern bündeln. „Übergeben wir die Ergebnisse der Serie dem künftigen Oberbürgermeister oder der Oberbürgermeisterin im Rahmen einer Veranstaltung feierlich als Startkapital. Ein solches Dossier, von der LVZ gemeinsam mit den Bürgern erarbeitet, wäre ein echter Mehrwert für die neue Rathausspitze.“

Und von Jörn-Heinrich Tobaben, Geschäftsführer der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland, hieß es, solche Formate seien sehr wertvoll, weil sie Orientierung gäben und einen öffentlichen Diskussionsraum über die Zukunft der Stadt eröffnen. Viele der Visionen wirkten zudem über Leipzig hinaus – Themen wie Mobilität, Fachkräfte, Wohnraumversorgung sowie Industrie- und Gewerbeflächenentwicklung entfalteten ihre Wirkung besonders dann, wenn sie regional zusammengedacht würden.

Viele Leserinen und Leser haben schon eigene Ideen geschickt

Die Visionen sollen auch ein Anlass für eine Debatte sein, wohin es mit Leipzig gehen soll. Teil der Aktion ist deshalb, dass LVZ-Leser ihre eigenen Ideen einreichen können, wie Leipzig lebenswerter werden kann. Inzwischen haben die Redaktion schon etliche Vorschläge erreicht, von denen einige noch in der LVZ veröffentlicht werden.

Einen ganz anderen Weg hat übrigens Torsten Leidloff von der AI Community Leipzig eingeschlagen: Er fragte eine KI danach, welche Vision Leipzig-Visionär Karl Heine wohl heute für die Stadt hätte. Ergebnis: Endlich den Elster-Saale-Kanal fertigstellen.

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