Explosion auf Leipziger Spielplatz: Familie sammelt für den schwer verletzten Robert
Leipzig. In seinem Leben ist nichts mehr, wie es war: Vor gut einer Woche, am 14. Januar, ist Robert Weiland (40) auf einem Spielplatz im Leipziger Südosten bei der Explosion eines Sprengsatzes schwer verletzt worden. Am Mittwoch startete seine Familie eine Spendenkampagne für den dreifachen Vater.
„Lasst uns gemeinsam dazu beitragen, dass Robert die Hoffnung auf ein unbeschwertes Leben nicht verliert und wir ihm die Unterstützung zukommen lassen, die er verdient“, erklärt seine Lebensgefährtin Antje Hamel. „Jeder Euro zählt und bringt ihn einen Schritt näher zu seiner Genesung und verbesserter Lebensqualität.“
Perfide Sprengfalle auf einer Tischtennisplatte
Es war kurz nach 13 Uhr an jenem verhängnisvollen Dienstag, als der Leipziger in seiner Mittagspause durch den Güntzpark spazierte. Auf einer steinernen Tischtennisplatte, die er schon als Jugendlicher gern genutzt hatte, lag etwas, das er für Müll hielt. Nur war die goldene Christbaumkugel keine achtlos liegen gelassene Weihnachtsdeko, sondern eine perfide Sprengfalle. Als er die Kugel berührte, kam es zur Explosion.
„Die Detonation drang durch seine Winterjacke“, schildert seine Lebensgefährtin. „Er hat Brandwunden im Gesicht und am Oberkörper. Die Explosion zerfetzte ihm die rechte Hand, verletzte die linke schwer. Splitter drangen in seine Augen. Er muss Schutzengel bei sich gehabt haben, dass er sein Augenlicht nicht verlor. Ein kleinerer Mensch hätte vielleicht nicht überlebt.“ Eine ähnliche Befürchtung hatte ein Polizeibeamter schon kurz nach dem Unglück gegenüber der LVZ geäußert.
Erste Notoperation dauerte zwölf Stunden
Ärzte des Leipziger Klinikums St. Georg versuchen seither zu retten, was zu retten ist. Allein die erste Notoperation habe zwölf Stunden gedauert, so Hamel. „Drei Finger sind an der linken Hand gerettet, zwei Finger gedrahtet. An der rechten Hand fehlen Weichgewebe, Haut und Glieder an Daumen, Zeige- und Mittelfinger. In einer zweiten Operation werden Nervenstränge für beide Hände aus den Beinen entnommen und Haut transplantiert, um die rechte Hand zu rekonstruieren.“ Weitere chirurgische Eingriffe sind nach ihren Angaben notwendig.
Lasst uns gemeinsam dazu beitragen, dass Robert die Hoffnung auf ein unbeschwertes Leben nicht verliert und wir ihm die Unterstützung zukommen lassen, die er verdient.
Antje Hamel
Lebensgefährtin des schwer verletzten Robert
Die finanzielle Unterstützung auf den Spendenaufruf soll helfen, Zuzahlungen für medizinische Behandlungen und Spezialtherapien zu begleichen, die nicht von der Krankenkasse getragen werden. Außerdem werde er Hilfsmittel und Technik benötigen, die seinen Alltag erleichtern und ihm helfen, seine Selbstständigkeit zurückzugewinnen. „Die linke Hand wird seine Haupthand werden“, sagt Hamel. „Physiotherapeutische Behandlung und Spezialbehandlungen sind für die Funktionsoptimierung beider Hände notwendig.“
Behandlung zum Verarbeiten der traumatischen Erlebnisse
Darüber hinaus brauche Robert eine psychologische Behandlung, um die traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten und seine mentale Gesundheit zu fördern. „Er steht nun vor ungewissen Herausforderungen, die sein Leben und das seiner Familie auf den Kopf stellen“, so Hamel. Seine Kinder sind jetzt vier, neun und 16 Jahre alt. Zudem hat er einen 21-jährigen Ziehsohn. Die Spendensammlung ist im Netz unter www.gofundme.com/f/robert-leipzig-explosion zu finden.
Die Leipziger Kripo ermittelt weiterhin wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion. Eine zentrale Frage dabei ist, ob jemand die Sprengfalle vorsätzlich auf dem Spielplatz deponiert hat. Zeugen, die Hinweise zum Sachverhalt oder möglichen Tatverdächtigen geben können, werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei zu melden – direkt in der Dimitroffstraße 1 in 04107 Leipzig oder per Telefon unter der Nummer 0341 96646666.