Hochhausbrand in Leipzig-Grünau – sechs Verletzte im Krankenhaus
Leipzig-Grünau. In einem Plattenbau-Hochhaus im Leipziger Stadtteil Grünau-Ost hat es am Donnerstag verheerend gebrannt. Wie die Leipziger Feuerwehr mitteilte, brach das Feuer gegen 14.30 Uhr in einer Wohnung im siebenten Stock aus.
Feuerwehr und Rettungsdienste waren wenig später am Gebäude in der Alten Salzstraße. Innerhalb einer halben Stunde konnte der Brand gelöscht und verhindert werden, dass das Feuer auf benachbarte Wohnungen übergreift. Aus der brennenden Wohnung wurden alle vier Personen gerettet, berichtet die Polizei. Die Feuerwehr evakuierte die Bewohner der übrigen Wohnungen in diesem Hauseingang des langgezogenen Grünauer Plattenbaus. Sie sammelten sich vor dem Gebäude.
Feuerwehrmann David Wieland berichtete gegenüber der LVZ, die Rauchsäule habe sich aus der Wohnung über den Balkon nach außen gewunden. „Es war eine dramatische Situation durch den Rauch. Innerhalb der brennenden Wohnung und oben drüber gab es außerdem starke Hitze“, so der 36-Jährige.
In den ersten 30 Minuten des Brandes sei es darum gegangen, die Bewohner in Sicherheit zu bringen. Die Feuerwehr rettete die Menschen aus den Wohnungen über dem Feuer, musste diese teilweise tragen, weil sie nicht allein laufen konnten. „Es war ein Rieseneinsatz. Ein großer Erfolg für uns, denn der Einsatz lief sehr gut, alle haben Hand in Hand gearbeitet“, sagt Wieland. Fünfzehn Fahrzeuge und 50 Einsatzkräfte der Feuerwehr seien dort gewesen.
Alle Wohnungen nicht bewohnbar – Experten prüfen Bausubstanz
Fünf Erwachsene und ein Kind mussten dennoch in umliegende Krankenhäuser gebracht werden, weil sie eine Rauchvergiftung erlitten. Vorerst sind alle Wohnungen des Hauses nicht mehr bewohnbar, stellte die Feuerwehr fest. Die Brandwohnung selbst sei schwer beschädigt, der Rest leicht, vor allem durch Rauch und Löschwasser. Ebenfalls wird geprüft, ob es Dehnungsrisse und weitere Schäden der Bausubstanz des Hauses gibt.
Wann die Anwohner wieder in das Haus zurückkehren können, ist derzeit unklar. Auch, warum es brannte, ist derzeit noch nicht klar. Die Kriminalpolizei ermittelt dazu.
Betroffener: „Wir wissen nicht, wie wir die Nacht verbringen““
Am Abend stehen noch etwa dreißig Menschen vor dem elfstöckigen Hochhaus und blicken hoch auf die verbrannte Fassade. Schwarzer Ruß zieht sich von den Balkonen des siebten bis zum zehnten Stock. Seit dreieinhalb Stunden warten sie vor dem Gebäude.
Gerald Scheer-Schmidt (66) wohnt im zehnten Stock, auch sein Balkon ist verrußt. Er bekam den Anruf, dass es brennt, als er beim Arzt war. „Wir wissen noch nicht, wie wir die Nacht verbringen, ins Haus dürfen wir heute nicht. Ich durfte nur meine Tabletten holen. Klamotten habe ich sonst nicht“, sagte er. Frustriert und ängstlich sei er. „Wird das alles so gesichtet, dass da niemand reinkommt? Die Wohnungen sind ja offen“, fragt sich der 66-Jährige.
Annett (54) und Thomas (59) Theuring wohnen im zehnten Stock, zwei Wohnungen trennen sie von der Wohnung, in der es brannte. Sie wurden angerufen, als sie in ihrem Schrebergarten waren, in Böhlitz-Ehrenberg. „Dann sind wird hingefahren. Unsere Wohnungstüren waren aufgebrochen. Der Kater war noch in der Wohnung, den durften wir holen und die Medikamente.“
Heute schlafen sie in ihrem Schrebergarten. Mehrere Bewohner verstanden nicht, weshalb ihre Wohnungstür aufgebrochen wurde durch die Feuerwehr, weshalb das Gebäude evakuiert wurde, obwohl die brennende Wohnung doch weit weg von ihrer eigenen gewesen sei.