Winter in Leipzig: Hunderte bei Sonnenschein auf zugefrorenen Kanälen
Bei bestem Sonnenschein und knapp unter null Grad genießen viele Leipziger ihren Sonntag auf den städtischen Kanälen. Nachdem in den vergangenen Tagen bereits der Teich im Clara-Zetkin-Park und das Becken vor dem Völkerschlachtdenkmal zugefroren waren, gilt das nun auch vielfach für den Karl-Heine-Kanal und das Elsterflutbecken. Allerdings: Eine Freigabe der Flächen zum Eislaufen gibt es nicht. Das Betreten passiert auch weiterhin auf eigene Gefahr.
Davon lassen sich viele aber nicht abschrecken. Wo sonst Wasser fließt, laufen Menschen jetzt Schlittschuh. Schaulustige gehen auf dem Gewässer spazieren. Kinder nutzen die Uferhänge zum Schlittenfahren. Auch Eishockey wird gespielt.
In der Stadtverwaltung wird dies auch mit Argwohn betrachtet: „Stärke und Tragfähigkeit der natürlichen Eisflächen sind nur schwer einschätzbar und selbst die dicksten Eisflächen geben keine Garantie auf ausreichende Belastbarkeit“, hieß es am Freitag auf Nachfrage der LVZ aus dem Neuen Rathaus.
Falls das Eis bricht, sollte allen klar sein: Die Kommune übernehme keine Haftung für Schäden, Unfälle oder den eventuellen Einsatz von Rettungskräften. Viele Menschen stört das jedoch nicht.
Feuerwehr muss Dach enteisen
Derweil beschäftigt das Eis auch die Feuerwehr: In der Bernhard-Göring-Straße musste die Feuerwehr mit einem Leiterwagen anrücken, um das Dach eines Mehrfamilienhauses von Schnee und Eis zu befreien.
Durch den Sonnenschein war dort eine Dachlawine ins Rutschen gekommen, die anschließend gefährlich über dem Eingang des Hauses hing. Die Einsatzkräfte konnten die Gefahr jedoch schnell beseitigen.