Kommentar

Kitas in Sachsen: Trotz Geburtenrückgangs mehr Personal nötig

Matschwetter: In Leipziger Kindertagesstätten sind aktuell nicht nur Gummistiefel die Folge. Wegen erkrankter Erzieherinnen gibt es auch erste Einschränkungen in der Versorgung.

Leipzig. Ein Viertel der Viertklässler in Deutschland kann nach der jüngsten Iglu-Studie nicht gut genug lesen, um sich eigenständig Inhalte anzueignen. Ein Defizit, das seit einem halben Jahr Schlagzeilen macht. Aber der Bildungsnotstand beginnt nicht erst in der Grundschule.

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Fachleute sind sich einig über den Stellenwert frühkindlicher Bildung. Und in den Kindertagesstätten mangelt es keineswegs an Ideen und Konzepten, um den Grundstein für spätere Lernerfolge zu legen. Was aber in den Kitas offenbar viel zu oft fehlt: ausreichend Personal. Und somit Zeit für die Betreuung des Einzelnen. Beides wäre vor allem nötig, um die Startchancen auch derjenigen Kinder zu steigern, die nicht auf ihr Elternhaus zählen können.

Die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit trat schon im vergangenen Winter besonders deutlich zutage. Viele Eltern erinnern sich mit Grauen zurück: Irgendwer war irgendwie immer krank. Die Corona-Pandemie schien bewältigt, aber Kitas und Schulhorte schränkten erneut ihre Betreuungszeiten ein. Vom Unterrichtsausfall ganz zu schweigen.

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Wie an den Schulen ist auch der Personalstand der Kindergärten auf Kante genäht. Das zeigt sich spätestens in jeder Erkältungswelle. Wenn aber in Sachsen jetzt allmählich geburtenschwächere Jahrgänge ihren Bildungsweg beginnen, darf die Politik nicht die Fehler der Vergangenheit wiederholen und die pädagogische Kraft entsprechend drosseln.

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Im Gegenteil: Im Rückgang der Kinderzahl liegt die Chance, die Betreuung substanziell zu verbessern. Und damit unter anderem die Voraussetzung der künftigen Grundschüler zu stärken, lesen zu lernen.

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