Auch Kinder unter den Opfern

„Wo ist die Waffenruhe?“: Mindestens 30 Tote bei israelischen Angriffen im Gazastreifen

Es ist einer der tödlichsten Tage für die Einwohner des Palästinensergebiets seit Inkrafttreten der aktuellen Waffenruhe.

Bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen sollen mindestens 30 Palästinenserinnen und Palästinenser ums Leben gekommen sein, darunter mehrere Kinder. Das ging am Samstag aus Angaben von Krankenhäusern in dem kriegszerstörten Küstengebiet hervor, die die Leichen aufnahmen. Es war einer der tödlichsten Tage im Gazastreifen seit dem Inkrafttreten der Waffenruhe zwischen der militant-islamistischen Hamas und Israel am 10. Oktober.

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Das israelische Militär erklärte, die Angriffe vom Samstag seien eine Reaktion auf Verletzungen der Waffenruhe am Vortag, als Soldaten mindestens vier Extremisten töteten, die aus einem Tunnel in einem von Israel kontrollierten Gebiet in Rafah kamen. Die Hamas sprach mit Blick auf die Angriffe am Samstag ihrerseits von einem „erneuten, eklatanten Verstoß“ und forderte die USA und andere Staaten, die in dem Konflikt als Vermittler auftreten, auf, Israel zu einem Ende der Angriffe zu drängen.

Ägypten: Angriffe gefährden politischen Kurs

Die ägyptische Regierung, die zu den Vermittlern im Gaza-Krieg gehört, verurteilte die Angriffe am Tag vor der geplanten Teil-Öffnung des Grenzübergangs Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten „auf das Schärfste“. Dies sei eine „direkte Gefahr für den politischen Kurs“. Beobachter sehen in der Öffnung des Grenzübergangs einen wichtigen ersten Schritt für den Übergang in die nächste Phase der Waffenruhe.

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Die Kliniken, in die die Leichen gebracht wurden, berichteten von Angriffen an verschiedenen Orten im Norden und Süden des Palästinensergebiets. Unter anderem seien ein Wohngebäude in der Stadt Gaza und ein Zeltlager in Chan Junis getroffen worden. Unter den Opfern dieser beiden Angriffe seien mindestens zwei Frauen und sechs Kinder aus zwei verschiedenen Familien.

Angehöriger: Getötete hatten keine Verbindungen zur Hamas

Das Schifa-Krankenhaus teilte mit, bei dem Angriff auf das Wohnhaus in Gaza seien am Samstagmorgen drei Kinder, ihre Tante und ihre Großmutter getötet worden. Die Mutter der Kinder habe überlebt. Samir al-Atbasch, ein Angehöriger der Getöteten, sagte, die Familie habe keinerlei Verbindungen zur Hamas.

Das Nasser-Krankenhaus erklärte, der Angriff auf das Zeltlager in Chan Junis habe einen Brand verursacht, bei dem sieben Menschen ums Leben gekommen seien, darunter ein Vater, seine drei Kinder und drei Enkelkinder.

Atallah Abu Hadaijed berichtete, er sei gerade mit seinem Gebet fertig gewesen, als sich eine Detonation ereignet habe. „Wir rannten herbei und fanden meine Cousins ​​verstreut in Flammen liegen. Wir wissen nicht, ob wir im Krieg oder im Frieden sind. Wo ist die Waffenruhe? Wo ist der Waffenstillstand, von dem alle gesprochen haben?“, fragte er, während Menschen Trümmer und eine blutverschmierte Matratze inspizierten.

Klinikchef: 14 Tote bei Angriff auf Polizeiwache

Der Direktor des Schifa-Krankenhauses, Mohammed Abu Selmija, teilte mit, bei einem weiteren Angriff auf eine Polizeistation in der Stadt Gaza seien mindestens 14 Menschen getötet und mehrere weitere verletzt worden. Laut seiner Klinik waren unter den Todesopfern vier weibliche Polizistinnen, Zivilisten und Gefangene, die in der Polizeiwache festgehalten wurden.

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Seit Inkrafttreten der derzeitigen Waffenruhe sind nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums im Gazastreifen mehr als 500 Palästinenserinnen und Palästinenser durch israelischen Beschuss zu Tode gekommen. Ausgelöst wurde der Gaza-Krieg vom Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 unter Führung der Hamas. Die Extremisten töteten etwa 1.200 Menschen und verschleppten 251 weitere, teils bereits als Leichen, als Geiseln.

RND/AP

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