Tausende Festnahmen

Pakistan riegelt Hauptstadt Islamabad wegen Protesten ab

Anhänger der Partei Pakistan Tehreek-e-Insaf des inhaftierten ehemaligen Premierministers Imran Khan skandieren Slogans, bevor sie zu einer Kundgebung nach Islamabad aufbrechen, um Khans Freilassung zu fordern.

Islamabad. Wegen angekündigter Proteste hat Pakistans Regierung die Hauptstadt Islamabad am Sonntag erneut großflächig abgeriegelt. Die Behörden entsandten Bereitschaftspolizisten, ließen alle Zufahrtswege der Hauptstadt mit Schiffscontainern blockieren und stellten den mobilen Internetdienst ein, wie örtliche Medien berichteten. Mindestens sechs Autobahnen und wichtige Schnellstraßen, die Islamabad mit dem Rest des Landes verbinden, seien ebenfalls gesperrt worden.

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Zuvor hatte die PTI, die Partei des inhaftierten früheren Premierministers Imran Khan, Tausende Arbeiter dazu aufgerufen, sich vor dem Parlamentsgebäude in Islamabad für eine Protestkundgebung zu versammeln. In Aussicht gestellt wurde auch, die Veranstaltung in einem Sitzstreik zu versammeln, bis Khan freigelassen werde. Die pakistanische Polizei hat bereits vor der Demo Tausende von dessen Anhängern festgenommen. In der Provinz Punjab seien es mehr als 4000 gewesen, sagte der regionale Sicherheitsbeamte Shahid Nawaz am Sonntag. Unter ihnen seien fünf Parlamentsabgeordnete. Auf der Autobahn an der Grenze zwischen Punjab und der Nordwestprovinz Khyber Pakhtunkhwa beschossen sich Polizei und Khan-Anhänger gegenseitig mit Tränengas.

Dutzende Tote bei Anschlag in Pakistan
Laut Polizeiangaben sprengte sich ein Attentäter am Bahnhof der Stadt Quetta in die Luft. Das Ziel seien Armeeangehörige der Infanterieschule gewesen.

Am Donnerstag hatte ein Gericht in der Hauptstadt die Proteste der PTI für rechtswidrig erklärt. „Wir werden Recht und Ordnung aufrechterhalten und jeden einzelnen Demonstranten festnehmen“, kündigte Pakistans Innenminister Mohsin Naqvi gegenüber Medienvertretern an.

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Keine Störung erwünscht

Die Regierung hatte in den vergangenen Monaten bereits mehrfach die Hauptstadt abgeriegelt, um Proteste zu unterbinden.

Nach Angaben von Informationsminister Atta Tarar stehe ab Montag ein dreitägiger Besuch des belarussischen Präsidenten in der Hauptstadt an. Die Regierung werde dafür sorgen, dass der Besuch ohne Störungen ablaufen werde, sagte Tarar Journalisten. Während des Gipfeltreffens der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) im Oktober war es in Islamabad zu PTI-Protesten und Zusammenstößen mit Sicherheitskräften gekommen.

Ex-Premier Khan sitzt seit August 2023 nach einem Schuldspruch wegen Korruption in Haft. Ihm droht auch ein Prozess wegen Anstiftung zur Gewalt am 9. Mai, als seine Anhänger randalierten und Militäreinrichtungen angriffen. Khan bestreitet die Vorwürfe, rief aber mehrfach seine Unterstützer, für seine Freilassung zu demonstrieren.

RND/dpa/AP

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