Nach Protestsongs gegen Putin

Russische Justiz verfolgt Sängerin und Gitarrist

Ein Mann benutzt eine Angelrute, um ein Schild mit der Aufschrift „Net Wojne“ (dt. „kein Krieg“) auf eine Anordnung der Behörden hin zu entfernen, das über dem Newski-Prospekt, der zentralen Allee von St. Petersburg, hängt.

Wegen eines Auftritts mit Protestliedern gegen Kremlchef Wladimir Putin geht die russische Justiz weiter gegen eine Straßenmusikerin in St. Petersburg vor. Die Sängerin Diana Loginowa von der Gruppe Stoptime hätte eigentlich nach zwei Arreststrafen morgens entlassen werden sollen. Sie wurde aber sofort erneut festgenommen, wie das Bürgerrechtsportal „OVD-Info“ berichtete. Auch der Gitarrist von Stoptime wurde wieder festgenommen, nur der Schlagzeuger kam frei.

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Die Gruppe hatte Mitte Oktober ein Konzert mitten in St. Petersburg gegeben. Loginowa sang unter anderem einen Song der exilierten russischen Rapperin Monetotschka. Im Text heißt es, dass im TV hoffentlich bald „Schwanensee“ laufen werde – eine Anspielung auf Putin. Mit diesem Ballett leitete das sowjetische Fernsehen früher die Nachricht vom Ableben eines Staatschefs ein. Videos des Abends zeigen, dass Dutzende junge Leute begeistert mitsangen.

Justiz setzt auf Ketten-Festnahmen

Die Musiker wurden festgenommen. Loginowa erhielt zwei Arreststrafen wegen Verstößen gegen das Versammlungsrecht und musste 30.000 Rubel Strafe (320 Euro) wegen angeblicher Diffamierung der Armee zahlen. Aufeinander folgende Festnahmen sind eine bekannte Taktik der russischen Justiz im Umgang mit Oppositionellen. Oft werden in der Zeit Anklagen wegen angeblicher schwerer Straftaten vorbereitet.

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Der Jubel bei Loginowas Auftritt galt als Signal, dass viele junge Russen des Langzeitherrschers Putin und seines Kriegs gegen die Ukraine überdrüssig sind. Der Präsident lässt seit dem Einmarsch in das Nachbarland 2022 Kritiker noch strenger verfolgen und bestrafen.

RND/dpa

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