Schulleitungen in „ständigem Krisenmodus“

Mehr als 50 Schulleiterposten in Sachsen sind unbesetzt - Gewerkschaft warnt vor Überlastung und Lücken

Sachsens Schulen stehen vor einem Führungsproblem: Über 50 Leitungsstellen sind unbesetzt, vor allem an Grund- und Oberschulen. (Symbolbild)

Dresden. Unbesetzte Schulleitungsstellen sind aus Sicht der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Sachsen ein ernsthaftes Problem. Schulen bräuchten eine starke Leitung, um „den komplexen Alltag“ zwischen Lehrkräftemangel, hoher Arbeitsbelastung und den Erwartungen von Eltern, Kollegium, Schulaufsicht sowie Schülerinnen und Schülern zu bewältigen, sagte Burkhard Naumann, Vorsitzender der GEW Sachsen, auf Anfrage von dpa. Die Attraktivität dieser Positionen habe durch die enormen Belastungen massiv gelitten.

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Schulleitungen in „ständigem Krisenmodus“

Die Schulleitungen müssten den von der Politik verursachten Lehrkräftemangel vor Ort ausgleichen – und das oft unter extrem kurzfristigen Vorgaben. „Wer kurz vor den Sommerferien erfährt, dass Lehrkräfte in großem Umfang abgeordnet werden, oder wenige Tage vor Schuljahresbeginn mitgeteilt bekommt, dass weniger Mittel für Vertretungsunterricht oder Ganztagsangebote zur Verfügung stehen, arbeitet ständig im Krisenmodus“, so Naumann.

Burkhard Naumann, Vorsitzender der GEW Sachsen, sieht Schulleitungen in einem ständigen Krisenmodus. (Archivbild)
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Stundenpläne müssten neu geschrieben, Personalengpässe aufgefangen und die Interessen vieler Beteiligter unter einen Hut gebracht werden.

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Die GEW Sachsen fordert bessere Arbeitsbedingungen für Schulleitungen, etwa durch weniger Bürokratie und präventive Maßnahmen zum Gesundheitsschutz, um Schulleitungsstellen wieder verlässlich besetzen zu können.

Besonders Oberschulen und Grundschulen betroffen

Nach Angaben des Landesamtes für Schule und Bildung (LASUB) waren zum 1. März 53 Schulleitungsstellen unbesetzt, bei der Stellvertretung waren es 88. Aktuellere Zahlen stehen den Angaben nach nicht zur Verfügung. Ein Schwerpunkt lag bei den Oberschulen, dort waren demnach 20 Posten für Schulleiter unbesetzt sowie 36 für Stellvertreter. An Grundschulen fehlten 15 Schulleiter und 42 Stellvertreter. An Gymnasien waren den Angaben zufolge 13 Leitungs- und drei Stellvertreter-Positionen offen. In Sachsen gibt es rund 1600 allgemeinbildende Schulen.

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Vor allem im ländlichen Raum in besonders abgelegenen Regionen falle es schwerer, Stellen wieder neu zu besetzen, teilte das LASUB mit. In der Regel klappe es mit der Nachbesetzung gut. Das Landesamt wies darauf hin, dass Schulen in der Zeit der Vakanz nicht führungslos sind. Meist übernimmt die stellvertretende Schulleitung oder eine Schulleitung aus der Region die Aufgaben mit.

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