Nach illegalem Grenzübertritt: Soldat Travis King ist wieder in US-Gewahrsam
Der amerikanische Soldat Travis King, der in Nordkorea inhaftiert war, ist wieder in US-Gewahrsam. Er sei am Mittwoch nach China überstellt worden, erfuhr die Nachrichtenagentur AP aus informierten Kreisen.
Kurz zuvor hatte Nordkorea den US-Soldaten Medienberichten zufolge ausgewiesen. Das meldete am Mittwoch die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap, die sich auf Staatsmedien in Pjöngjang berief. Der 23-jährige Armeeangehörige war am 18. Juli aus Südkorea vor einer möglichen Strafe über die Grenze geflüchtet – obwohl er in Begleitung einer Militäreskorte war. King hatte sich einer Touristengruppe angeschlossen und über die streng gesicherte Demarkationslinie nach Nordkorea abgesetzt. Dort geriet er anschließend in Gefangenschaft.
„Illegales Eindringen“ Grund für Ausweisung
Mitte August äußerten sich staatliche nordkoreanische Medien erstmals zum Verbleib des Amerikaners. Er sei wegen „unmenschlicher Misshandlung und Rassendiskriminierung innerhalb der US-Armee“ in den Norden übergelaufen, hatte es zunächst geheißen. Nun soll King laut dem aktuellen Bericht aus Südkorea wegen „illegalen Eindringens“ in das Land ausgewiesen werden. Eine Bestätigung aus den Vereinigten Staaten zu dem Fall stand vorerst noch aus.
King war vor seiner Flucht in Südkorea stationiert und sollte in die Vereinigten Staaten zurückkehren, um sich dort einem Disziplinarverfahren zu stellen. Ihm wurden unter anderem Körperverletzung und Beschädigung eines Polizeifahrzeugs vorgeworfen.
RND/dpa