Die Welt am Donnerstagmorgen

Wahlkrimi in den Niederlanden + Bürgergeld-Zoff bei der SPD

Guten Morgen!

Die Niederlande rücken politisch wieder etwas weiter in die Mitte, die Partei des Rechtspopulisten Geert Wilders (62) muss bei der Parlamentswahl deutliche Verluste hinnehmen.

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Mit diesem und vier weiteren Themen aus Deutschland und der Welt sind Sie bestens informiert für Ihren Donnerstag.

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Niederländer hoffen auf Stabilität

Rob Jetten, Vorsitzender der Mitte-Links-Partei D66, bei einer Wahlparty.
Das ist passiert: Bei der Parlamentswahl in den Niederlanden liegen die linksliberalen Demokraten 66 von Rob Jetten (38, Foto) laut letzter Hochrechnung gleichauf mit der Partei für die Freiheit (PVV) des Rechtspopulisten Geert Wilders. In ersten Prognosen und Hochrechnungen hatten die Linksliberalen noch einen knappen Vorsprung.
Darum ist es wichtig: Klar ist, dass Wilders deutliche Verluste im Vergleich zur Parlamentswahl von vor zwei Jahren hinnehmen muss. Seine Koalition war von Chaos und Streit geprägt und nach nur elf Monaten gescheitert. Viele Niederländerinnen und Niederländer hoffen jetzt auf eine stabile Regierung, die die drängendsten Probleme des Landes angeht.
So geht es weiter: Nach derzeitigem Stand hätte eine Mitte-Rechts-Koalition von vier Parteien unter Rob Jetten die besten Chancen auf eine stabile Mehrheit. Eine Zusammenarbeit mit Wilders schließen alle großen Parteien aus.
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Bürgergeld-Widerstand in der SPD

Darum geht es: Teile der SPD-Basis sammeln Unterschriften für ein Mitgliederbegehren gegen die geplante Bürgergeldreform der schwarz-roten Koalition.
Darum ist es wichtig: Der Bürgergeld-Protest könnte zum nächsten Streitthema innerhalb der Bundesregierung werden – zuvor hatten der neue Wehrdienst und das Rentenpaket für Ärger zwischen CDU/CSU und SPD gesorgt. Bundeskanzler Friedrich Merz (69, CDU) betonte zuletzt, dass sich die Koalition keinen Streit mehr leisten könne.
So geht es weiter: Damit das Mitgliederbegehren vom Parteivorstand offiziell eingeleitet werden kann, müssen sich mindestens ein Prozent der SPD-Mitglieder der Initiative anschließen – das wären etwa 3570 Personen.
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Lobbyisten als EU-Stammgäste

Darum geht es: US-Technologiekonzerne investieren Rekordsummen, um Einfluss auf EU-Gesetze zu nehmen. Im Schnitt treffen Lobbyisten dreimal täglich Beamte der EU-Kommission oder Abgeordnete des EU-Parlaments.
Darum ist es wichtig: Die europäischen Digitalregeln drohen zu verwässern, Macht und Einfluss der Tech-Giganten in der EU könnten noch größer werden.
So geht es weiter: Noch in diesem Jahr will die EU-Kommission ein Paket zum Bürokratieabbau im Digitalbereich vorlegen – die Tech-Konzerne drängen darauf, dass in dem Zug auch zentrale Auflagen für sie gestrichen werden.
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Verbrauchertäuschung mit KI

Darum geht es: Viele Hersteller bewerben ihre Produkte – etwa Kaffeemaschinen oder Sprachlernprogramme – damit, dass sie Künstliche Intelligenz enthalten. Doch nicht immer stimmt das.
Darum ist es wichtig: Die Marketinglügen und Übertreibungen schaden Kundinnen und Kunden. Sie bekommen nicht, wofür sie bezahlt haben und können das Produkt nicht wie geplant einsetzen.
Unsere Empfehlung: Sollten Sie dem sogenannten KI-Washing aufgesessen sein, können Sie sich wehren. Laut Verbraucherzentrale Niedersachsen können Sie das Produkt zurückgeben, außerdem rät die Organisation, das Produkt bei ihr zu melden.
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Leichter leben: 🎓 Bildung & Wissen

Die Wechseljahre als Karrierekiller

Darum geht es: Die Wechseljahre werden für viele Frauen zur Belastungsprobe für die berufliche Karriere – einer Studie der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht zufolge war fast ein Drittel der befragten Frauen aufgrund von Wechseljahressymptomen bereits krankgeschrieben oder hat unbezahlten Urlaub genommen.
Darum ist es wichtig: Die sogenannte „Menopause-Penalty“ führt bei betroffenen Frauen nicht nur zu einem zweiten Karriereknick nach der Mutterschaft, sondern erhöht langfristig auch das Risiko für Altersarmut.
Die Empfehlung: Expertinnen raten betroffenen Frauen, ihre veränderten Bedürfnisse möglichst offen anzusprechen – etwa in Bezug auf flexible Arbeitszeiten.

Wir wünschen Ihnen guten Start in den Donnerstag. Bis morgen,

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Nico Schwieger und Jens Strube

 

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